Nintendo hat in Frankreich eine Strafe von 35 Millionen Euro akzeptiert. Der Grund: Die berühmten Joy-Con-Controller der ersten Switch-Generation entwickelten offenbar früh ein Eigenleben.
Millionen Spieler kennen das Problem. Man legt den Controller brav auf den Tisch, berührt nichts – und die Spielfigur marschiert trotzdem los, als hätte sie einen eigenen Termin. Während der Spieler noch überlegt, warum Mario plötzlich in den Abgrund läuft, hat der Controller bereits entschieden: „Heute übernehme ich.“
Offiziell nennt sich das Phänomen „Drift“. Inoffiziell könnte man es auch als die weltweit erste demokratische Abstimmung zwischen Mensch und Hardware bezeichnen – bei der die Hardware gewonnen hat.
Die französischen Verbraucherschützer werfen Nintendo vor, viel zu spät über das Problem informiert zu haben. Kritiker behaupten sogar, manche Kunden hätten neue Controller gekauft, weil die alten lieber selbst gespielt als Befehle entgegengenommen hätten.
Nintendo betont selbstverständlich, dass die Zahlung der 35 Millionen Euro kein Schuldeingeständnis sei. Man könnte sagen: Der Konzern zahlt die Strafe nur aus sportlichem Interesse.
Besonders bemerkenswert ist die Dimension: Über 155 Millionen Switch-Konsolen wurden verkauft. Damit dürfte der Joy-Con-Drift zu den erfolgreichsten ungewollten Bewegungen der Unterhaltungselektronik gehören.
Für viele Spieler bleibt die Erinnerung unvergessen:
- Link sprang von der Klippe, obwohl niemand gedrückt hatte.
- Mario lief direkt in den Gegner.
- Pokémon-Trainer marschierten stur in die falsche Richtung.
- Und manche Controller entwickelten offenbar den Traum, selbst Speedrunner zu werden.
Die gute Nachricht: Mit der Switch 2 verspricht Nintendo Besserung. Die Controller sollen diesmal wieder auf ihre Besitzer hören.
Zumindest bis die nächste Generation beschließt, dass menschliche Eingaben eigentlich nur unverbindliche Vorschläge sind.
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