Startseite Allgemeines Zwischen Scherbenhaufen und Comedyshow – warum soll ich mir das eigentlich noch antun?
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Zwischen Scherbenhaufen und Comedyshow – warum soll ich mir das eigentlich noch antun?

planet_fox (CC0), Pixabay
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Als VfL-Wolfsburg-Fan sitzt du momentan wirklich nur noch sprachlos da und fragst dich ernsthaft, ob sich eine Dauerkarte für die neue Saison überhaupt noch lohnt. Nicht wegen der 2. Liga – die wäre ja vielleicht sogar mal wieder ehrlicher Fußball. Sondern wegen dieses kompletten Chaosvereins, der sich inzwischen anfühlt wie eine schlecht organisierte Reality-Show mit Bundesliga-Gehältern.

Da steigst du nach 29 Jahren Bundesliga ab und am nächsten Morgen weiß im Verein offenbar niemand so richtig, wer eigentlich den Neuaufbau machen soll. Geschäftsführer gesucht. Trainer gesucht. Identität gesucht. Wahrscheinlich sucht man demnächst auch noch den letzten funktionierenden Kopierer auf der Geschäftsstelle.

Und die Namen, die da kursieren, machen die Sache nicht unbedingt beruhigender.

Marcel Schäfer? Würde gerne. Kann wohl nicht. Darf wohl nicht. Hat außerdem noch nie einen Zweitligakader gebaut. Fabian Wohlgemuth? Baut gerade Champions-League-Kader in Stuttgart zusammen und soll jetzt freiwillig nach Wolfsburg in Liga zwei wechseln? Klar. Wahrscheinlich kommt als Nächstes Pep Guardiola für die U23.

Und dann wird plötzlich ernsthaft überlegt, ob Dieter Hecking nach dem Abstieg vielleicht Geschäftsführer werden könnte. Also genau der Trainer, der den Abstieg sportlich nicht verhindert hat. Da fragt man sich als Fan wirklich langsam, ob im Hintergrund vielleicht einfach nur ein Glücksrad über die Vereinszukunft entscheidet.

„Herzlichen Glückwunsch! Sie haben heute gewonnen: Sportvorstand!“

Besonders schön ist auch die Sache mit Thiago Silva. Ja genau, DER Thiago Silva. 41 Jahre alt. Brasilianische Abwehrlegende. Angeblich wurde er dem VfL angeboten. Ich weiß nicht, was absurder klingt: Dass Thiago Silva wirklich nach Wolfsburg in die 2. Liga kommen könnte oder dass man glaubt, damit plötzlich alle Probleme gelöst zu haben.

Vielleicht läuft er dann demnächst neben Elvis Rexhbecaj auf den Betzenberg auf und fragt sich heimlich, wie er eigentlich in dieser Timeline gelandet ist.

Und trotzdem bleibt bei all dem Wahnsinn vor allem eines hängen: Im Moment sieht wirklich niemand so aus, als könnte er dieses Chaos nachhaltig beenden.

Der Verein wirkt komplett planlos. Kein Gesicht. Keine Richtung. Keine Identität. Seit Jahren wird Geld verbrannt, Kader zusammengewürfelt und ständig irgendwas „neu ausgerichtet“. Aber am Ende bleibt immer derselbe Eindruck zurück:
Viel Konzern. Wenig Verein.

Früher war Wolfsburg wenigstens noch irgendwie unangenehm stabil. Heute wirkt der Klub wie jemand, der mit 200 km/h gegen die Wand gefahren ist und jetzt versucht, den Motor mit Kabelbindern wieder zusammenzubauen.

Natürlich redet man jetzt wieder vom „direkten Wiederaufstieg“. Das gehört in Wolfsburg inzwischen wahrscheinlich automatisch zum Abstiegspaket dazu – direkt neben den Krisensitzungen und den Motivations-LinkedIn-Posts der Verantwortlichen.

Aber ehrlich gesagt: Im Moment wirkt der VfL eher wie Schalke mit Firmenwagen.

Und genau deshalb fragt man sich als Fan aktuell tatsächlich:
Warum soll ich mir das eigentlich noch jedes Wochenende anschauen?

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