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Kann nur noch die Fußball-WM in den USA und Mexico Trump retten?

qimono (CC0), Pixabay
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Donald Trump setzt offenbar jetzt vollständig auf das, was in schwierigen Zeiten immer hilft: große Shows, patriotische Events und möglichst viele Kameras. Politisch läuft es nämlich gerade eher mittelprächtig. Die Umfragewerte sinken, die Kritik wächst und selbst in den eigenen Reihen knirscht es langsam hörbar.

Aber keine Sorge: Wenn die Realität unangenehm wird, hilft in Amerika traditionell Unterhaltung.

Und genau deshalb kommt die Fußball-WM 2026 für Trump vermutlich ungefähr so gelegen wie ein Elfmeter in der Nachspielzeit. Gemeinsam mit FIFA-Präsident Gianni Infantino dürfte der US-Präsident schon innerlich die Bilder genießen: Trump im Stadion, Trump mit Schal, Trump beim Anstoß, Trump neben dem Pokal, Trump erklärt vermutlich irgendwann auch noch persönlich die Abseitsregel für „Fake News“.

Die FIFA wiederum wirkt begeistert. Kaum jemand versteht sich besser auf globale Wohlfühl-Inszenierung als ein Verband, der seit Jahrzehnten autoritäre Staaten, Sponsoren und Milliardenumsätze harmonisch miteinander verbindet. Infantino und Trump passen da fast schon verdächtig gut zusammen: beide lieben große Bühnen, Superlative und Kameras, die möglichst nie ausgeschaltet werden.

Während die Republikaner also Wahlkreisprobleme, sinkende Zustimmungswerte und parteiinterne Nervosität erleben, plant Trump lieber „Liberty 250“, Cagefights vor dem Weißen Haus und riesige Fanfeste. Politische Kommunikation 2026 bedeutet offenbar: Wenn die Demokratie kompliziert wird, organisiert man einfach eine Mischung aus Superbowl, Wrestling und Nationalfeiertag.

Besonders herrlich ist die Idee eines Cagefight-Events zum 80. Geburtstag des Präsidenten. Früher hielten Staatsoberhäupter Reden zur Lage der Nation. Heute gibt es vermutlich bald Halbzeitshows mit Feuerwerk, UFC-Kommentatoren und patriotischer Hintergrundmusik.

Die Fußball-WM soll dabei natürlich nicht einfach nur Fußball sein. Nein — sie wird politisches Großtheater. Politologen sprechen bereits von „Sportswashing“. Trump nennt es vermutlich einfach „Winning“.

Und seien wir ehrlich: Der Plan könnte funktionieren. Denn Sportgroßereignisse sind die perfekte Ablenkung. Solange Fans über Elfmeter, Schiedsrichter und Bierpreise diskutieren, redet niemand über Inflation, Iran, politische Krisen oder miserable Umfragewerte.

Trump versteht das offensichtlich sehr gut. Warum mühsam Vertrauen zurückgewinnen, wenn man stattdessen ein Stadion voller jubelnder Menschen und gigantische TV-Bilder bekommen kann?

Am Ende könnte die WM tatsächlich Trumps größter politischer Hoffnungsträger werden:
90 Minuten Fußball, patriotische Musik und möglichst wenig Fragen zur Realität außerhalb des Spielfelds.

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