Als Eintracht-Fan kennt man dieses Gefühl mittlerweile ganz genau:
Man träumt groß. Sehr groß sogar. Champions League, Europa, große Nächte gegen Madrid oder Liverpool – und dann kommt plötzlich die Bundesliga-Realität wie ein rostiger Einkaufswagen den Hang runtergerollt.
Diese Woche war wieder so eine klassische Eintracht-Woche.
Erst gibt’s fünf Dinger gegen Atlético.
Dann nochmal drei gegen die Bayern.
Acht Gegentore später sitzt man als Fan vorm Fernseher und fragt sich:
Sind wir eigentlich ein Top-Team oder nur ein sehr unterhaltsamer Chaosverein?
Vorne macht Frankfurt wirklich Spaß.
Da wird gedribbelt, kombiniert und teilweise Fußball gespielt, bei dem man denkt:
„Jetzt greifen wir wirklich ganz oben an!“
Und hinten?
Hinten verteidigt die Eintracht teilweise wie eine Gruppe Menschen, die sich zufällig an einer Bushaltestelle getroffen hat.
Zwölf Gegentore in sieben Tagen sprechen eben eine klare Sprache. Das ist keine kleine Schwäche mehr, das ist ein ausgewachsener Brandschaden in der Defensive.
Gegen Bayern kassierst du nach gefühlten zwölf Sekunden das erste Gegentor. Da fragt man sich als Fan schon:
War die Mannschaft geistig noch im Mannschaftsbus?
Und dann muss man es leider neidlos anerkennen:
Diese Bayern wirken aktuell wie eine Maschine.
Harry Kane schießt Tore, als wäre es das Natürlichste der Welt.
Luis Díaz tanzt durch Abwehrreihen, als hätte er Schlittschuhe an.
Und selbst wenn Musiala fehlt, marschieren die einfach weiter.
Als Eintracht-Fan bleibt da nur:
Denn aktuell sieht das eher nach Meisterschaft im März aus.
Und genau das ist die bittere Erkenntnis dieser Woche.
Ja, Frankfurt hat Qualität.
Ja, Frankfurt hat offensive Wucht.
Ja, Frankfurt kann viele Mannschaften schlagen.
Aber gegen die ganz Großen reicht es eben noch nicht.
Dafür fehlt:
Ein echtes Top-Team kassiert nicht ständig solche Gegentore.
Ein echtes Top-Team bricht nach einem frühen Rückschlag nicht direkt auseinander.
Und trotzdem:
Als Eintracht-Fan hörst du natürlich nicht auf zu träumen.
Genau das macht diesen Verein ja aus.
Du bekommst erst drei eingeschenkt und denkst eine Woche später trotzdem wieder:
„Vielleicht wird’s dieses Jahr ja doch was mit Europa.“
Diese Mischung aus Größenwahn, Hoffnung und emotionalem Komplettabsturz gehört bei der Eintracht einfach dazu.
Und wahrscheinlich würden wir Fans es am Ende auch gar nicht anders wollen.
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