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YouTube-Kids zeigen Hollywood, wie Kino geht

EyestetixStudio (CC0), Pixabay
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Jahrelang haben Filmkritiker erklärt, YouTube würde das Kino zerstören.

Jetzt stehen dieselben Kritiker vor dem Popcornstand und müssen zusehen, wie ein 20-jähriger YouTuber Hollywood zeigt, wo der Projektor hängt.

Mit „Backrooms“ hat Kane Parsons einen der größten Kinohits des Jahres geschaffen. Angefangen hat alles mit einem gruseligen Internetphänomen über endlose gelbe Räume, in denen man sich hoffnungslos verirrt.

Oder wie Familienväter es nennen:

„Samstag bei Ikea.“

Aus einem seltsamen Foto im Internet entstand zunächst eine Webserie auf YouTube. Millionen schauten zu. Dann wurde ein Film daraus. Und plötzlich sitzt ein Oscar-nominierter Schauspieler in einem Horrorfilm, der im Grunde auf einer Idee basiert, die irgendwann nachts auf einem Internetforum zwischen Katzenbildern und Verschwörungstheorien entstanden ist.

Das allein ist schon bemerkenswert.

Noch bemerkenswerter ist allerdings, dass Hollywood dafür offenbar 20 Jahre gebraucht hat.

Während Filmstudios seit Jahren Fortsetzung Nummer 14, Remake Nummer 27 und Superheld Nummer 83 produzieren, kommt ein Typ mit kaum Bartwuchs daher und macht aus einem verlassenen Flur ein weltweites Kinoereignis.

Natürlich überschlagen sich die Feuilletons jetzt mit Formulierungen wie „Neudefinition des Sommerblockbusters“.

Ganz ruhig.

Der Film hat das Rad nicht neu erfunden.

Er hat nur bewiesen, dass junge Menschen vielleicht lieber etwas schauen möchten, das nicht bereits dreimal recycelt wurde.

Die eigentliche Revolution ist ohnehin eine andere:

Früher mussten Nachwuchsregisseure jahrelang Kaffee für Produzenten kochen.

Heute laden sie ein Video auf YouTube hoch und kassieren später Millionen an den Kinokassen.

Parallel sorgt mit „Obsession“ bereits der nächste YouTube-Regisseur für volle Säle.

Hollywood erkennt langsam, was viele Zuschauer längst wissen:

Die spannendsten Ideen entstehen oft nicht in klimatisierten Konferenzräumen von Filmstudios.

Sondern nachts um zwei Uhr im Kinderzimmer eines Nerds mit Laptop.

Und das muss den Produzenten in Los Angeles ungefähr so gefallen wie Netflix einem Videothekenbesitzer.

Die neue Generation fragt nämlich nicht mehr um Erlaubnis.

Sie dreht einfach den Film selbst.

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