Donald Trump sorgt erneut für Verwirrung – diesmal mit einer bemerkenswerten Neuauslegung seiner eigenen Aussagen.
Im Interview mit NBC News erklärte der US-Präsident, er habe nie versprochen, keine neuen Kriege zu beginnen.
Das ist interessant. Denn Millionen Amerikaner erinnern sich an zahlreiche Wahlkampfauftritte, in denen Trump exakt das Gegenteil sagte.
„Keine neuen Kriege“, „Ich werde Kriege beenden“ und „Ich war der erste Präsident der Neuzeit, der keine neuen Kriege begonnen hat“ gehörten schließlich zu den meistwiederholten Slogans seiner Kampagne.
Offenbar handelt es sich dabei nun um eine jener Aussagen, die nur so lange gelten, bis Trump beschließt, dass sie nie gefallen sind.
Das Gedächtnis eines Goldfischs – oder einer Pressestelle?
Besonders bemerkenswert ist die Begründung des Präsidenten.
„Warum hätte ich sonst das stärkste Militär der Welt aufgebaut?“, fragte Trump.
Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Militärische Stärke dient im Idealfall dazu, Kriege zu verhindern.
Nach dieser Logik müsste jeder Hausbesitzer mit Feuerlöscher insgeheim hoffen, dass sein Wohnzimmer bald brennt.
Aus Krieg wird „kein endloser Krieg“
Auch sprachlich bleibt Trump innovativ.
Der Konflikt mit dem Iran sei kein Krieg, erklärte er sinngemäß – zumindest kein „endloser Krieg“.
Das dürfte die Familien von Soldaten beruhigen.
Nach dem Motto:
Keine Sorge, es ist nur ein Krieg.
Aber kein besonders langer.
Verhandlungen, die ständig kurz vor dem Durchbruch stehen
Seit Wochen erklärt Trump außerdem, eine Einigung mit dem Iran stehe unmittelbar bevor.
Mal soll sie am Montag kommen.
Dann am Dienstag.
Dann vielleicht am Mittwoch.
Inzwischen erinnert die angekündigte Friedensvereinbarung an die Eröffnung des Berliner Flughafens: Sie ist stets ganz nah und gleichzeitig erstaunlich weit entfernt.
50.000 Soldaten als Zeichen der Entspannung
Gleichzeitig hält Washington laut Medienberichten rund 50.000 Soldaten in der Region.
Einen Abzug lehnt Trump ab.
Man könne die Truppen schließlich noch brauchen.
Das klingt ungefähr so friedlich wie jemand, der mit laufender Motorsäge erklärt, er sei eigentlich auf dem Weg zu einem Mediationsseminar.
Der Gesundheitscheck wirft Fragen auf
Natürlich wurde Trump zuletzt medizinisch untersucht.
Die Ärzte attestierten ihm eine gute körperliche Verfassung.
Was viele Beobachter inzwischen allerdings interessiert:
Wurde dabei auch geprüft, ob der Präsident sich an seine eigenen Wahlversprechen erinnert?
Denn entweder hat Donald Trump tatsächlich vergessen, was er jahrelang gesagt hat.
Oder er setzt darauf, dass alle anderen es vergessen.
Beides wäre für einen Präsidenten keine besonders beruhigende Erklärung.
Kommentar hinterlassen