Der zweite Spieltag der Klub-Weltmeisterschaft hat vor allem eines gezeigt: Die großen Namen setzen sich durch. Doch während einige Mannschaften ihre Gegner förmlich überrollen, müssen andere deutlich härter arbeiten als erwartet.
Besonders beeindruckend präsentierten sich die USA. Der Gastgeber gewann verdient mit 2:0 gegen Australien und sicherte sich damit bereits vorzeitig den Einzug ins Sechzehntelfinale. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten die Amerikaner, warum sie im eigenen Land zu den großen Hoffnungen des Turniers zählen. Mit Tempo, Aggressivität und viel Offensivdrang überrollten sie die Australier beinahe. Das Spiel wirkte zeitweise wie eine Demonstration amerikanischer Stärke.
Nach der Pause verlor die Partie allerdings an Glanz. Australien bemühte sich zwar um mehr Offensive, fand aber kaum Mittel gegen die gut organisierte US-Abwehr. Statt großer Fußballkunst gab es in der Schlussphase viele Fouls, zahlreiche Unterbrechungen und sogar einen Krampf beim deutschen Schiedsrichter Felix Zwayer. Am verdienten Erfolg der Gastgeber änderte das jedoch nichts.
Wesentlich komplizierter gestaltete sich der Abend für Marokko. Gegen Schottland genügte ein früher Treffer von Saibari zum knappen 1:0-Erfolg. Die Nordafrikaner dominierten die erste Halbzeit und spielten mutig nach vorne. Nach dem Seitenwechsel änderte sich jedoch das Bild. Die Schotten wurden zunehmend selbstbewusster, liefen höher an und machten Marokko das Leben schwer.
Die Atlaslöwen gerieten zwar nie ernsthaft in Gefahr, den Sieg zu verspielen, doch aus dem erwarteten Pflichtsieg wurde ein zäher Arbeitstag. Genau solche Spiele sind es jedoch oft, die erfolgreiche Turniermannschaften auszeichnen. Wer auch an durchschnittlichen Tagen gewinnt, bleibt im Rennen um die großen Ziele.
Die größte Souveränität des Tages zeigte einmal mehr Brasilien. Beim 3:0 gegen Haiti erledigte die Seleção ihre Aufgabe bereits vor der Halbzeit. Matheus Cunha mit einem Doppelpack und Vinícius Junior sorgten früh für klare Verhältnisse. Danach schaltete die Mannschaft von Carlo Ancelotti mehrere Gänge zurück und verwaltete den Vorsprung mit beeindruckender Gelassenheit.
Dabei wurde deutlich, wie groß der Qualitätsunterschied zwischen beiden Mannschaften war. Brasilien musste nie ans Limit gehen und hätte das Ergebnis bei besserer Chancenverwertung sogar noch höher gestalten können. Gleichzeitig zeigte die Mannschaft die Reife eines Titelkandidaten: effizient in der Offensive, stabil in der Defensive und jederzeit Herr der Lage.
Nach zwei Spieltagen kristallisieren sich damit erste Tendenzen heraus. Die USA sorgen als Gastgeber für Begeisterung und Selbstvertrauen. Marokko beweist, dass es auch unangenehme Aufgaben lösen kann. Und Brasilien? Brasilien wirkt bislang wie eine Mannschaft, die noch längst nicht ihr volles Potenzial ausgeschöpft hat.
Natürlich sind Prognosen nach zwei Gruppenspielen immer mit Vorsicht zu genießen. Doch wer die bisherigen Auftritte betrachtet, kommt an einer Erkenntnis kaum vorbei: Die Seleção gehört zu den ganz heißen Anwärtern auf den Titel. Die USA haben sich in die erweiterte Favoritengruppe gespielt. Und Marokko zeigt einmal mehr, dass afrikanische Mannschaften längst keine Außenseiter mehr sind, sondern ernsthafte Konkurrenten für jede Nation.
Die WM nimmt Fahrt auf. Die Favoriten marschieren. Doch die entscheidenden Prüfungen kommen erst noch.
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