Es ist wieder so weit: Microsoft hat ein neues Windows-Update veröffentlicht – und Millionen Nutzer fragen sich traditionell zuerst nicht „Was ist neu?“, sondern „Was funktioniert diesmal nicht mehr?“.
Diesmal trifft es ausgerechnet Backup-Programme. Also genau jene Software, die man installiert, damit im Notfall wenigstens noch irgendetwas funktioniert. Besonders bitter: Manche Nutzer stellen erst beim Wiederherstellen fest, dass ihre Sicherungen plötzlich ungefähr so hilfreich sind wie ein Regenschirm aus Papier.
Betroffen sind bekannte Programme wie Macrium Reflect, Acronis Cyber Protect Cloud oder UrBackup. Ursache des Chaos ist ein Treiber namens „psmounterex.sys“, den Microsoft kurzerhand als Sicherheitsrisiko eingestuft und blockiert hat. Hintergrund ist eine Sicherheitslücke mit dem klangvollen Namen „CVE-2023-43896“ – klingt harmlos, sorgt aber dafür, dass Hacker theoretisch Zugriff auf Systeme bekommen könnten.
Microsoft reagierte also konsequent: Sicherheit zuerst. Kollateralschäden inklusive.
Das Ergebnis: Backup-Programme stolpern plötzlich beim sogenannten Mount-Vorgang. Komplett-Backups funktionieren teilweise noch, beim Wiederherstellen wird es dagegen spannend. Für viele Nutzer dürfte das ungefähr der Moment sein, in dem sie merken, dass ihre Datensicherung eher ein philosophisches Konzept war.
Besonders bemerkenswert ist dabei Microsofts Lösungsvorschlag: Das Update bitte auf keinen Fall deinstallieren. Stattdessen sollen Nutzer einfach ihre Backup-Software aktualisieren. Also genau jene Software, die wegen des Updates gerade Probleme macht. Ein bisschen wie: „Ihr Fallschirm öffnet sich nicht? Dann kaufen Sie bitte einen neuen Fallschirm.“
Immerhin zeigt der Vorfall einmal mehr, wie komplex moderne Betriebssysteme geworden sind. Ein einzelner blockierter Treiber reicht inzwischen aus, damit halbe IT-Abteilungen Schnappatmung bekommen.
Für viele Windows-Nutzer bleibt daher weiterhin die wichtigste Regel nach jedem Update: Erst mal abwarten, ob der Computer danach noch hochfährt.
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