Das Internet ist für viele Menschen längst so selbstverständlich wie fließendes Wasser oder Strom. Umso ärgerlicher wird es, wenn das WLAN plötzlich ins Stocken gerät – obwohl der Router scheinbar einwandfrei funktioniert. Tatsächlich sind es oft ganz alltägliche Dinge, die das Funksignal ausbremsen. Manche davon überraschen selbst Technikexperten.
Die Mikrowelle – der heimliche WLAN-Killer
Wer während des Aufwärmens der Lasagne plötzlich feststellt, dass das Video ruckelt oder das Online-Spiel einfriert, bildet sich das nicht unbedingt ein.
Vor allem ältere Mikrowellen arbeiten auf derselben Frequenz (2,4 Gigahertz), die auch viele WLAN-Netzwerke nutzen. Ist die Abschirmung des Geräts nicht mehr optimal oder wird die Tür bereits vor Programmende geöffnet, können Funkstörungen entstehen. Moderne Router nutzen zwar häufig zusätzlich das 5-GHz-Band, ältere Netzwerke sind jedoch weiterhin anfällig.
Aquarien schlucken das Funksignal
Kaum zu glauben, aber ausgerechnet ein Aquarium kann dafür sorgen, dass das WLAN plötzlich schwächelt.
Wasser absorbiert Funkwellen besonders stark. Befindet sich ein großes Aquarium zwischen Router und Smartphone oder Laptop, kann es regelrechte Funklöcher erzeugen. Für das WLAN sind Goldfische also weit problematischer als sie selbst ahnen.
Dicke Wände bleiben der größte Feind
Der Klassiker ist bis heute einer der häufigsten Gründe für schlechten Empfang.
Holzwände oder Trockenbau lassen Funkwellen meist problemlos passieren. Beton, Ziegel oder Stahlbeton hingegen bremsen das Signal erheblich aus. Je mehr massive Hindernisse sich zwischen Router und Endgerät befinden, desto schwächer wird die Verbindung.
Experten empfehlen daher, den Router möglichst zentral in der Wohnung und möglichst hoch aufzustellen.
Spiegel und Fernseher reflektieren das Signal
Nicht nur Wasser und Beton können Probleme verursachen.
Große Spiegel, Fernseher oder andere metallische Oberflächen werfen Funkwellen ähnlich zurück wie Licht. Dadurch entstehen sogenannte Funk-Schatten, in denen das WLAN deutlich schlechter funktioniert.
Wer ständig an derselben Stelle schlechten Empfang hat, sollte deshalb auch einen Blick auf die Einrichtung werfen.
Selbst das Wetter kann Auswirkungen haben
Innerhalb der Wohnung spielt Regen kaum eine Rolle. Anders sieht es bei Außenverbindungen oder Satelliteninternet aus.
Starker Schneefall kann Satellitenschüsseln blockieren oder Leitungen beschädigen. Auch extreme Hitze oder Kälte setzen der Infrastruktur zu. Zusätzlich steigt bei schlechtem Wetter häufig die Internetnutzung, wenn viele Menschen gleichzeitig streamen oder online arbeiten – das kann Netze zusätzlich belasten.
So lässt sich das WLAN verbessern
Schon kleine Veränderungen können die Verbindung deutlich stabiler machen:
- Router möglichst zentral und erhöht aufstellen.
- Große Wasserflächen oder Aquarien möglichst nicht zwischen Router und Endgerät platzieren.
- Mikrowellen und andere störende Geräte nicht direkt neben dem Router betreiben.
- Dicke Wände möglichst umgehen oder den Standort des Routers optimieren.
- Bei größeren Wohnungen WLAN-Repeater oder ein Mesh-System einsetzen.
Fazit
Schlechtes WLAN liegt längst nicht immer am Internetanbieter oder am Router selbst. Oft sind es unscheinbare Alltagsgegenstände wie Aquarien, Spiegel oder sogar die Mikrowelle, die das Funksignal ausbremsen. Wer diese Störquellen kennt und den Router clever platziert, kann die Reichweite und Geschwindigkeit seines Heimnetzwerks häufig deutlich verbessern – ganz ohne einen neuen Internetvertrag.
Kommentar hinterlassen