Trump verteidigt den Krieg gegen Iran
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er bereue die Entscheidung zum Krieg gegen Iran nicht. Auch mögliche negative Auswirkungen auf die Zwischenwahlen im November änderten nichts an seiner Haltung.
Trump sagte in einem Interview mit dem US-Sender Fox News, er würde sich erneut genauso entscheiden. Er begründete den Krieg mit dem Ziel, Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern. Iran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben, und erklärt, sein Programm diene friedlichen Zwecken.
Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf US-Stützpunkte in den Golfstaaten. Tausende Menschen wurden nach Angaben aus der Region getötet, Millionen mussten ihre Wohnorte verlassen.
Für Trump wird der Konflikt zunehmend auch zu einem innenpolitischen Problem. Die stark gestiegenen Benzin- und Energiepreise belasten seine Republikanische Partei vor den Zwischenwahlen. Der Präsident behauptet, der Krieg könne unmittelbar nach der Wahl enden, und wirft Teheran vor, den Konflikt zur Beeinflussung des Wahlergebnisses zu verlängern. Unabhängige Belege für diese Darstellung wurden in der Meldung nicht genannt.
USA verhängen neue Sanktionen gegen Unterstützer Irans
Die US-Regierung hat neue Sanktionen gegen Unternehmen und Personen in Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Libanon und der Türkei verhängt. Washington wirft ihnen vor, die Hisbollah oder die irakische Kataib Hisbollah unterstützt zu haben.
Die Maßnahmen sind Teil der amerikanischen „Operation Economic Outcast“. Sie soll Iran finanziell isolieren und Geldströme an das Militär, die Revolutionsgarden, Cyberprogramme und verbündete bewaffnete Gruppen unterbrechen.
Das US-Finanzministerium kündigte außerdem ein verschärftes Vorgehen gegen Sanktionsumgehung und Geldwäsche an. Gleichzeitig rief die Behörde mögliche Hinweisgeber dazu auf, Informationen über entsprechende Netzwerke zu melden.
Ob die neuen Maßnahmen den Verlauf des Krieges wesentlich beeinflussen können, ist umstritten. Viele der betroffenen Netzwerke arbeiten bereits außerhalb regulärer internationaler Finanzkanäle.
Huthi-Vormarsch bedroht wichtigen Seeweg
Die mit Iran verbündeten Huthi haben nach aktuellen Berichten die jemenitische Hafenstadt Mokka eingenommen und rücken entlang der Küste des Roten Meeres vor. Damit wächst ihre Nähe zur Meerenge Bab al-Mandab, einem der bedeutendsten Seewege der Welt.
Durch diese Passage fährt ein wichtiger Teil des Handels zwischen Europa und Asien. Auch Öllieferungen aus Saudi-Arabien und anderen Staaten der Region sind von der Sicherheit dieses Korridors abhängig.
Eine weitere Eskalation könnte Reedereien dazu zwingen, das Rote Meer zu meiden und den wesentlich längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung zu wählen. Das würde Transportzeiten, Versicherungsprämien und Frachtkosten erhöhen. Die Folgen könnten auch deutsche Verbraucher und Unternehmen treffen.
Der Ölpreis stieg vor dem Hintergrund der militärischen Entwicklung auf mehr als 105 Dollar je Barrel.
Russland verstärkt Luftangriffe auf die Ukraine
Russische Streitkräfte haben ihre Angriffe auf ukrainische Städte und wirtschaftlich wichtige Infrastruktur intensiviert. Besonders schwer getroffen wurde die Industriestadt Pawlohrad im Südosten des Landes.
Nach ukrainischen Angaben wurden dort sieben Menschen getötet und 76 weitere verletzt, darunter mehrere Kinder. Pawlohrad ist ein bedeutender Eisenbahn- und Logistikknotenpunkt und spielt für die Versorgung der ukrainischen Truppen im Osten eine wichtige Rolle.
Weitere Angriffe trafen eine Tankstelle in Kiew und eine Anlage des internationalen Agrarkonzerns Bunge in Dnipro. Russland erklärt weiterhin, keine zivilen Ziele anzugreifen. Die ukrainische Seite wirft Moskau dagegen vor, gezielt wirtschaftliche und zivile Infrastruktur zu zerstören.
Die Ukraine hat zunehmend Schwierigkeiten, die große Zahl russischer Drohnen und Raketen abzufangen. Es fehlt insbesondere an ausreichenden Luftabwehrsystemen und Abfangraketen
Kanada sagt der Ukraine zusätzliche Luftabwehr zu
Der kanadische Premierminister Mark Carney hat nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein neues Unterstützungspaket angekündigt.
Kanada will rund 350 Millionen kanadische Dollar für Luftabwehrsysteme beziehungsweise Abfangraketen bereitstellen. Die Beschaffung soll vermutlich über ein amerikanisches Programm erfolgen. Einzelheiten zu den Systemen und Lieferterminen wurden zunächst nicht genannt.
Darüber hinaus plant Kanada einen erheblichen Ausbau seiner Drohnenproduktion. Innerhalb von zwei Jahren sollen Millionen Drohnen hergestellt werden; ungefähr ein Drittel davon ist für die Ukraine vorgesehen.
Zusätzlich will Kanada Kreditgarantien von rund 435 Millionen kanadischen Dollar bereitstellen. Diese sollen der Ukraine helfen, Gas zu beschaffen und ihre Energieversorgung für den Winter abzusichern.
Handelsstreit zwischen den USA und Kanada verschärft sich
Die Vereinigten Staaten haben ihren wirtschaftlichen Druck auf Kanada erhöht. Bestimmte kanadische Waren sollen vom US-Markt ausgeschlossen werden; zugleich werden kanadische Unternehmen bei öffentlichen Aufträgen in den Vereinigten Staaten benachteiligt.
Kanadas Premierminister Carney bezeichnete die jüngsten Maßnahmen als vergleichsweise begrenzt und deutete an, zunächst auf sofortige Vergeltungsmaßnahmen verzichten zu wollen. Seine Regierung setzt stattdessen auf wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, neue Handelspartner und weitere Verhandlungen mit Washington.
Deutlich schärfer reagierte Ontarios Regierungschef Doug Ford. Er stellte die Verlässlichkeit Trumps infrage und rief die US-Wähler dazu auf, die Republikaner bei den Zwischenwahlen für deren Handelspolitik zur Verantwortung zu ziehen.
Globale Wirtschaftslage bleibt erstaunlich robust
Trotz der geopolitischen Krisen erwartet der Internationale Währungsfonds für 2026 ein Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent. Die Weltwirtschaft habe sich bislang widerstandsfähiger gezeigt als befürchtet und auf Energieengpässe teilweise mit alternativen Bezugsquellen und dem Einsatz von Reserven reagiert.
Die Risiken bleiben jedoch hoch. Der Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflation nach oben. Gleichzeitig nähert sich die weltweite Verschuldung dem Umfang der gesamten globalen Wirtschaftsleistung. Besonders gefährdet sind ärmere Länder, die unter hohen Finanzierungskosten und sinkender internationaler Unterstützung leiden.
Positive Impulse kommen weiterhin aus dem Technologiesektor und insbesondere aus den Investitionen in künstliche Intelligenz. Der IWF warnt jedoch davor, kurzfristige Wachstumsimpulse mit einer dauerhaften Stabilisierung zu verwechseln.
Fazit
Die vergangenen zwölf Stunden zeigen, wie eng deutsche Politik, Wirtschaft und Weltpolitik miteinander verbunden sind. Der Krieg gegen Iran lässt Energiepreise steigen, zwingt die EZB zu einer strafferen Geldpolitik und belastet Unternehmen sowie Verbraucher in Deutschland.
Gleichzeitig erhält die deutsche Wirtschaft durch die angekündigten Investitionen der Vereinigten Arabischen Emirate einen möglichen Milliardenschub. Der Streit über Verteidigungsschulden und der politische Aufstieg der AfD verschärfen jedoch die innenpolitischen Auseinandersetzungen.
International bleiben der Iran-Krieg, die Bedrohung zentraler Schifffahrtswege und die zunehmenden Angriffe auf die Ukraine die beherrschenden Themen. Die Weltwirtschaft wächst zwar weiter, doch ihr Gleichgewicht hängt derzeit in ungewöhnlich starkem Maße von militärischen Entscheidungen, Energieversorgung und geopolitischer Stabilität ab.
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