Im Weißen Haus herrscht offenbar Alarm wegen möglicher Zocker-Fantasien im Regierungsapparat: Mitarbeiter wurden intern ausdrücklich davor gewarnt, Insider-Informationen für Wetten auf Prognose-Plattformen wie Kalshi oder Polymarket zu nutzen.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal ging die E-Mail am 24. März an Mitarbeiter des Weißen Hauses – also nur einen Tag, nachdem Präsident Donald Trump überraschend eine fünftägige Pause bei seiner Drohung gegen iranische Kraftwerke und Energieanlagen angekündigt hatte.
In dem Schreiben wurde auf Medienberichte verwiesen, die die Sorge aufwarfen, dass Regierungsmitarbeiter nicht öffentliche Informationen nutzen könnten, um auf solchen Plattformen Geld zu machen. Übersetzt:
Erst die Entscheidung im Situation Room kennen – dann schnell auf Polymarket kassieren? Genau das soll verhindert werden.
Ein Sprecher des Weißen Hauses, Davis Ingle, wies entsprechende Spekulationen gegenüber der BBC scharf zurück. Jede Andeutung, Regierungsmitarbeiter würden sich tatsächlich an solchen Geschäften beteiligen, sei „haltlos und verantwortungslos“, solange es dafür keine Beweise gebe.
Gleichzeitig betonte er aber auch, dass alle Bundesangestellten strengen Ethikregeln unterliegen. Diese verbieten ausdrücklich, Insider-Wissen für finanziellen Gewinn zu nutzen. Oder einfacher gesagt:
Geheime Regierungsinfos sind kein Wettschein.
Der Fall zeigt trotzdem, wie nervös Washington beim Thema Prediction Markets inzwischen ist. Diese Plattformen boomen seit Monaten und haben laut Berichten bereits ein Handelsvolumen von mehr als 44 Milliarden Dollar erreicht. Nutzer wetten dort nicht nur auf Sport, sondern auch auf Politik, Zinsentscheidungen, Wahlen oder geopolitische Krisen.
Und genau da wird es heikel.
Besonders viel Aufmerksamkeit bekam Polymarket schon im Januar. Damals machte ein anonymer Nutzer fast eine halbe Million Dollar Gewinn, nachdem er kurz vor der offiziellen Bekanntgabe auf die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gesetzt hatte. Wer hinter der Wette steckte, ist bis heute unklar – der Account war nur über eine kryptische Blockchain-Kennung identifizierbar.
Der Verdacht damals: Hatte da jemand Vorabwissen über eine US-Operation?
Beweisen ließ sich das nicht. Aber die Geschichte zeigte, wie brisant diese Märkte werden können, wenn politische Entscheidungen plötzlich wie Börsenkurse behandelt werden.
Klar ist:
Im Weißen Haus will man offenbar verhindern, dass Außenpolitik zum Insider-Casino wird.
Denn wenn Regierungsmitarbeiter auf Kriegsdrohungen, Militäroperationen oder diplomatische Wendungen wetten würden, wäre das nicht nur ein Skandal – das wäre politisches Zocken mit Staatsgeheimnissen.
Kurz gesagt:
Im Trump-Team heißt es jetzt offenbar:
Keine Insider-Trades. Keine Krisen-Wetten. Und bitte den Nahen Osten nicht als Wettbüro missverstehen.
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