Neue Initiative vor den Kongresswahlen – Benzinpreise liegen jedoch nur leicht unter dem Landesdurchschnitt
Mit einer ungewöhnlichen Initiative versucht das Weiße Haus, das Thema Kraftstoffpreise offensiv zu besetzen. In der Metropolregion Philadelphia wurden 25 sogenannte „Freedom Fuel“-Tankstellen eröffnet, an denen Benzin für 3,47 US-Dollar pro Gallone angeboten wird.
Die Ankündigung erfolgte über die Plattform X. In einem veröffentlichten Video bedanken sich mehrere Kunden bei US-Präsident Donald Trump für die nach ihrer Ansicht gesunkenen Spritpreise. Ein Autofahrer erklärt darin, er habe mit deutlich höheren Kosten gerechnet und freue sich über die Ersparnis.
Allerdings fällt der Preisvorteil geringer aus, als es die Werbekampagne vermuten lässt. Nach Angaben des Automobilclubs AAA lag der durchschnittliche Benzinpreis in den USA am 7. Juli bei 3,79 US-Dollar pro Gallone. Die neuen Tankstellen unterbieten den landesweiten Durchschnitt somit lediglich um rund 32 Cent.
Energiepreise bleiben Wahlkampfthema
Die Entwicklung der Kraftstoffpreise dürfte im Vorfeld der Kongresswahlen weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Viele Amerikaner beobachten die Kosten an der Zapfsäule sehr genau, da sie einen erheblichen Einfluss auf die Lebenshaltungskosten haben.
Zu Beginn des Jahres waren die Benzinpreise in allen 50 Bundesstaaten deutlich gestiegen. Besonders starke Anstiege wurden unter anderem aus Michigan, Indiana, Ohio und Illinois gemeldet.
Nahost-Konflikt belastete den Ölmarkt
Als Hauptursache gelten die Turbulenzen auf dem internationalen Ölmarkt infolge des militärischen Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Der Preis für Rohöl war zeitweise massiv gestiegen, nachdem der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus beeinträchtigt worden war. Dort wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Rohöls transportiert.
Nach der vorläufigen Einigung zwischen Washington und Teheran sowie der Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs entspannte sich die Lage auf den Energiemärkten. In der Folge gingen auch die Kraftstoffpreise in den Vereinigten Staaten wieder leicht zurück.
Regionale Unterschiede bleiben groß
Trotz der jüngsten Entspannung unterscheiden sich die Benzinpreise innerhalb der USA weiterhin erheblich. In Bundesstaaten wie Hawaii, Kalifornien und Washington zahlen Autofahrer im Durchschnitt weiterhin mehr als fünf US-Dollar pro Gallone.
Deutlich günstiger ist das Tanken dagegen unter anderem in Indiana, Oklahoma und Texas.
Nach Angaben der US-Energiebehörde setzen sich die Kraftstoffpreise aus mehreren Faktoren zusammen. Entscheidend sind vor allem der internationale Rohölpreis, die Raffineriekosten, Transport- und Vertriebsausgaben sowie die jeweiligen Bundes- und Landessteuern.
Mit den neuen „Freedom Fuel“-Tankstellen will die US-Regierung ein sichtbares Zeichen gegen hohe Energiepreise setzen. Ob die Initiative über die Region Philadelphia hinaus ausgeweitet wird, ließ das Weiße Haus zunächst offen.
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