Nach dem tödlichen Ausbruch des indonesischen Vulkans Dukono hat ein Bergführer die dramatischen Momente geschildert, in denen drei Menschen ums Leben kamen. Unter den Opfern sind zwei Touristen aus Singapur und eine Indonesierin.
Der Guide Reza Selang sagte der BBC, er habe nur knapp überlebt. Ein riesiger Felsbrocken aus dem Krater sei direkt neben ihm eingeschlagen und habe zwei Wanderer sofort getötet.
„Ich bin bis heute völlig zerstört“, sagte Selang. „Es gibt keine Worte dafür.“
Die Gruppe aus insgesamt 20 Wanderern hatte den Vulkan auf der Insel Halmahera in der Provinz Nordmolukken trotz bestehender Warnungen bestiegen. Die Behörden hatten das Gebiet rund um den Krater bereits Wochen zuvor gesperrt, nachdem der Vulkan seit Ende März mehr als 200 Mal ausgebrochen war.
Selang erklärte jedoch, er habe von dem offiziellen Verbot nichts gewusst. Auch lokale Helfer hätten ihn nicht darauf hingewiesen.
Nach seinen Angaben verlief der Aufstieg zunächst ruhig. Am Morgen des Unglücks habe es keine sichtbaren Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch gegeben. Selbst eine Drohne, mit der er den Krater überprüfte, habe keinen Rauch oder ungewöhnliche Aktivität gezeigt.
Kurz nach 7.40 Uhr Ortszeit änderte sich die Lage schlagartig. Innerhalb weniger Sekunden kam es laut Selang zu zwei Eruptionen. Während die erste vor allem Rauch freisetzte, schleuderte die zweite große Mengen vulkanischen Materials aus dem Krater.
Die Wanderer versuchten daraufhin panisch, den Berg hinunterzulaufen.
Mit seiner Drohne entdeckte Selang einen verletzten Wanderer aus Singapur nahe dem Krater. Gemeinsam mit Expeditionsleiter Timothy Heng versuchte er, den Mann in Sicherheit zu bringen.
Währenddessen seien ständig Steine und Gesteinsbrocken vom Himmel gefallen, berichtete Selang.
Dann habe der Vulkan einen etwa zwei Meter großen Felsen ausgespuckt. Heng habe sich im letzten Moment schützend über den verletzten Wanderer geworfen. Der Fels traf beide Männer tödlich.
„Ich stand einfach nur da und konnte mich nicht bewegen“, sagte Selang. Erst nach etwa einer Minute sei er selbst den Berg hinunter geflohen.
Die Leichen der beiden Männer sowie einer indonesischen Wanderin wurden später von Rettungskräften geborgen.
Die Behörden untersuchen inzwischen mögliche Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften. Die Polizei erklärte, die Expedition habe vermutlich gegen bestehende Verbote verstoßen. Gegen Verantwortliche der Tourfirma werde ermittelt.
Selang selbst sagt, er müsse mögliche rechtliche Konsequenzen akzeptieren. Gleichzeitig werde ihn die Schuld wohl noch lange verfolgen.
„Ich möchte am liebsten nach Singapur reisen und die Eltern der Opfer um Verzeihung bitten“, sagte er
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