Manchmal schreibt die Realität Geschichten, die selbst Hollywood für „etwas zu übertrieben“ halten würde.
Eine ehemalige US-Geheimdienstlerin verschwindet plötzlich in den Iran, arbeitet angeblich für Teheran gegen ihr eigenes Land – und das FBI sucht sie Jahre später immer noch mit 200.000 Dollar Kopfgeld.
Willkommen im Fall Monica Witt.
Vom Air-Force-Geheimdienst zur iranischen Seite
Monica Witt arbeitete früher für die US-Luftwaffe im Bereich Gegenspionage. Also genau in dem Bereich, der eigentlich verhindern soll, dass Menschen zu ausländischen Geheimdiensten überlaufen.
Ironischer wird es kaum:
Die Frau, die andere Spione erkennen sollte, wurde laut FBI selbst zur Spionin.
2013 verschwand Witt laut US-Behörden in den Iran.
2019 wurde sie offiziell angeklagt.
Der Vorwurf:
Sie habe hochsensible Geheimdienstinformationen an Teheran weitergegeben – darunter offenbar auch Informationen über verdeckte US-Programme und Identitäten von Geheimdienstmitarbeitern.
Der Albtraum jedes Geheimdienstes
Für die amerikanischen Dienste ist so ein Fall der Super-GAU:
Nicht irgendein Hacker von außen.
Nicht irgendein Informant.
Sondern jemand aus dem eigenen System.
Mit Sicherheitsfreigaben.
Mit Insiderwissen.
Mit Zugang zu sensiblen Operationen.
Das FBI wirft Witt vor, gemeinsam mit iranischen Akteuren gegen die USA gearbeitet zu haben. Iran soll ihr dafür Wohnung, Technik und Unterstützung bereitgestellt haben.
Kurz gesagt:
ein klassischer Überläufer-Fall mitten im modernen Cyber- und Geheimdienstkrieg.
Das FBI sucht weiter – gerade jetzt
Bemerkenswert:
Das FBI startet die öffentliche Suche gerade jetzt erneut offensiv.
Der Hintergrund liegt auf der Hand:
Die Spannungen zwischen den USA und Iran sind wegen des Konflikts im Nahen Osten extrem hoch.
Und offenbar glauben die US-Behörden, dass Monica Witt weiterhin für iranische Interessen aktiv sein könnte.
Der zuständige FBI-Beamte formulierte es diplomatisch:
„Es gibt jemanden, der etwas über ihren Aufenthaltsort weiß.“
Übersetzung:
„Irgendwer weiß genau, wo sie steckt. Und wir hätten diese Information jetzt bitte gern.“
Ein Fall wie aus einem Agententhriller
Der gesamte Fall klingt bis heute wie ein Drehbuch:
- ehemalige Geheimdienstlerin,
- angebliche ideologische Radikalisierung,
- Überlauf in den Iran,
- Cyberangriffe,
- Geheimprogramme,
- internationale Fahndung.
Nur mit einem Unterschied:
Das hier ist kein Netflix-Format.
Das ist reale Geopolitik.
Und genau deshalb bleibt der Fall für Washington hochbrisant.
Denn wenn jemand mit tiefem Wissen über amerikanische Geheimdienststrukturen tatsächlich dauerhaft auf der Seite eines geopolitischen Gegners arbeitet, dann endet so eine Geschichte nicht einfach nach einer Anklage.
Dann wird jahrelang weitergesucht.
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