Während in Nordirland Wasserwerfer gegen rechtsextreme Randalierer eingesetzt werden, muss sich Bill Gates wegen seiner Kontakte zu Jeffrey Epstein rechtfertigen, renommierte Diabetesforscher werden von einer Fachkonferenz eskortiert und die NASA verteidigt eine Mondmission ohne Frauen. Es war einer jener Tage, an denen die Nachrichtenlage wirkt, als hätten mehrere Drehbuchautoren gleichzeitig beschlossen, sämtliche gesellschaftlichen Konflikte in einen einzigen Nachrichtenzyklus zu packen.
Nordirland: Wasserwerfer gegen rechte Ausschreitungen
In Glengormley nördlich von Belfast kam es den zweiten Abend in Folge zu gewaltsamen ausländerfeindlichen Protesten. Demonstranten bewarfen Polizisten mit Steinen und Flaschen, legten Brände auf Straßen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern.
Auslöser der Proteste war ein Messerangriff, für den ein Flüchtling aus dem Sudan angeklagt wurde. Was als Reaktion auf eine Straftat begann, entwickelte sich rasch zu rassistischen Ausschreitungen gegen Migranten. Bereits am Vortag waren Fahrzeuge und Wohnhäuser in Brand gesetzt worden.
Gates: „Ich hätte Epstein niemals treffen dürfen“
Parallel dazu stand Microsoft-Mitgründer Bill Gates in Washington unter politischem Druck. Vor einem Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses bestritt er jede Beteiligung an den Verbrechen des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.
Gates räumte jedoch ein, sich mehrfach mit Epstein getroffen zu haben und bezeichnete dies rückblickend als schweren Fehler. Von dessen kriminellen Aktivitäten habe er nichts gewusst, erklärte der Milliardär. Zugleich bestätigte er frühere Berichte über außereheliche Affären, die Epstein gegen ihn genutzt haben soll.
Diabeteskongress: Forscher von Polizei aus Konferenz gebracht
Für Empörung in der Wissenschaft sorgt unterdessen ein Vorfall auf dem Jahreskongress der American Diabetes Association (ADA) in New Orleans. Mehrere renommierte Diabetesexperten wurden von Polizeibeamten aus einem Konferenzbereich begleitet, nachdem sie Kopien eines wissenschaftlichen Kommentars verteilt hatten, der die Forschungspolitik der Trump-Regierung kritisierte.
Der Leitartikel warnte vor den Folgen milliardenschwerer Kürzungen bei staatlichen Forschungsgeldern. Viele Wissenschaftler sehen im Vorgehen der ADA einen Angriff auf die Meinungsfreiheit innerhalb der Fachgemeinschaft. Berichte über Rücktritte führender Funktionäre verschärfen die Krise zusätzlich.
NASA verteidigt rein männliche Mondcrew
Auch die US-Raumfahrtbehörde NASA sah sich Kritik ausgesetzt. Die für die Mondmission „Artemis 3“ ausgewählte Crew besteht ausschließlich aus Männern. NASA-Chef Jared Isaacman verteidigte die Entscheidung und betonte, die Auswahl sei ausschließlich nach Qualifikation und Missionsanforderungen erfolgt.
Trotzdem sorgte die Zusammensetzung weltweit für Diskussionen. Schließlich galt das Artemis-Programm lange als Symbol für mehr Vielfalt in der Raumfahrt. Nachdem bei „Artemis 2“ erstmals eine Frau in die Nähe des Mondes geflogen war, hatten viele Beobachter erwartet, dass dieser Kurs fortgesetzt wird.
Gesellschaftliche Konflikte auf allen Ebenen
Ob auf den Straßen Nordirlands, in den Sitzungssälen Washingtons, auf wissenschaftlichen Kongressen oder bei der Planung von Mondmissionen: Die Debatten drehen sich derzeit immer wieder um dieselben Themen – Macht, Verantwortung, Teilhabe und gesellschaftliche Ausgrenzung. Die Schauplätze mögen unterschiedlich sein, die Konfliktlinien wirken erstaunlich ähnlich.
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