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Von Life Forestry zu Holinvest: Alte Verbindungen, neue Investments und viele offene Fragen

qimono (CC0), Pixabay
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Nach dem Konkurs der Life Forestry Switzerland AG rückt die Holinvest AG in den Fokus – eine zentrale Person verbindet beide Unternehmen

 Die Life Forestry Switzerland AG ist Geschichte. Im November 2025 wurde über die Gesellschaft der Konkurs eröffnet, Anfang 2026 wurde das Verfahren mangels Aktiven eingestellt. Für Anleger und Gläubiger ist das ein bitteres Ende einer Unternehmensgeschichte, die über viele Jahre eng mit Investments in Forst- und Plantagenprojekte verbunden war.

Doch damit endet die Geschichte nicht zwangsläufig.

Denn mit der Holinvest AG aus Luzern existiert weiterhin eine aktive Gesellschaft, deren Geschäftsfeld auffällige Parallelen zu Life Forestry aufweist.

Und vor allem gibt es eine entscheidende personelle Verbindung:

Carl-Lambert Liesenberg.

Er gehörte zu den maßgeblichen Personen hinter Life Forestry und tritt auch bei Holinvest in zentraler Funktion in Erscheinung.

Das wirft Fragen auf.

Nicht, weil die Tätigkeit für ein früheres insolventes Unternehmen automatisch gegen eine Person oder ein neues Unternehmen spricht. Und auch nicht, weil damit bereits eine rechtliche Nachfolge von Life Forestry durch Holinvest bewiesen wäre.

Aber Anleger, denen heute ein Investment aus diesem Umfeld angeboten wird, dürften ein berechtigtes Interesse daran haben zu erfahren, wie eng die wirtschaftlichen Verbindungen tatsächlich sind und was aus den früheren Projekten, Vermögenswerten und Anlegergeldern geworden ist.


Der Aufstieg und das Ende von Life Forestry

Die Life Forestry Switzerland AG, CHE-112.908.289, hatte ihren Sitz zuletzt in Stans.

Das Geschäftsmodell drehte sich im Kern um Forstwirtschaft und Plantagen. Laut Gesellschaftszweck gehörten insbesondere Kauf, Verkauf, Aufbau und Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Plantagen zu den Aktivitäten.

Für Anleger klang das grundsätzlich attraktiv: Investitionen in einen realen, nachwachsenden Rohstoff sollten wirtschaftliche Rendite mit Nachhaltigkeit verbinden.

Doch am Ende stand nicht die langfristige Erfolgsgeschichte, sondern der Konkurs.

Am 19. November 2025 wurde über die Life Forestry Switzerland AG das Konkursverfahren eröffnet.

Wenige Wochen später folgte eine Nachricht, die für Gläubiger besonders schwer wiegt:

Das zuständige Kantonsgericht stellte das Konkursverfahren im Januar 2026 mangels Aktiven ein.

Eine solche Einstellung bedeutet grundsätzlich, dass nicht genügend frei verfügbare Vermögenswerte vorhanden sind, um die Kosten eines regulären Konkursverfahrens zu decken, sofern kein Gläubiger die Fortführung durch einen entsprechenden Kostenvorschuss ermöglicht.

Auch die frühere Internetpräsenz von Life Forestry informierte schließlich darüber, dass der Betrieb eingestellt und das Unternehmen liquidiert werde.

Damit stellt sich zwangsläufig eine Frage:

Was ist aus dem über Jahre aufgebauten Geschäft geworden?


Dann stößt man auf Holinvest

Die Holinvest AG, CHE-370.581.420, mit Sitz in Luzern, wurde bereits 2018 gegründet und ist nach den öffentlich verfügbaren Registerinformationen weiterhin aktiv.

Interessant ist zunächst ihr Gesellschaftszweck.

Holinvest beschäftigt sich unter anderem mit der Entwicklung und Durchführung von Projekten im Bereich ökologischer und nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft im In- und Ausland sowie mit Projekten aus den Bereichen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz.

Das klingt zumindest in Teilen bemerkenswert vertraut.

Denn auch Life Forestry bewegte sich im Bereich internationaler Forst- und Plantagenprojekte.

Allein eine ähnliche Geschäftstätigkeit wäre allerdings kaum bemerkenswert.

Entscheidend wird die Verbindung durch die handelnden Personen.


Ein Name verbindet beide Welten

Carl-Lambert Liesenberg

Carl-Lambert Liesenberg war eine zentrale Führungsperson der Life Forestry Switzerland AG.

Und Liesenberg ist auch bei der Holinvest AG eine maßgebliche Person.

Damit existiert eine direkte personelle Brücke zwischen dem früheren Life-Forestry-Geschäft und Holinvest.

Das ist zunächst eine Tatsache – aber noch kein Beweis dafür, dass beide Unternehmen wirtschaftlich identisch wären.

Life Forestry Switzerland AG und Holinvest AG sind zwei unterschiedliche juristische Personen.

Aus der personellen Verbindung lässt sich deshalb weder automatisch eine Haftung von Holinvest für Life-Forestry-Verbindlichkeiten noch eine Rechtsnachfolge ableiten.

Trotzdem verändert diese Verbindung die Perspektive eines potenziellen Investors erheblich.

Wer heute über ein Investment bei Holinvest nachdenkt, sollte wissen, dass eine zentrale Führungsperson bereits zuvor bei einem Unternehmen aus einem sehr ähnlichen Geschäftsfeld tätig war, das schließlich im Konkurs endete.


Auch K-Tipp wurde aufmerksam

Bemerkenswert ist, dass diese Verbindung inzwischen auch öffentlich thematisiert wird.

Das Schweizer Verbrauchermagazin K-Tipp führt Holinvest auf seiner Warnliste im Bereich Finanzberater und Geldanlage-Firmen und verweist dabei auf Verbindungen zum Umfeld der konkursiten Life-Forestry-Gruppe.

Auch hier ist eine saubere journalistische Trennung notwendig.

Eine Aufnahme in eine Warnliste ist keine Feststellung einer Straftat und kein Beweis für ein rechtswidriges Geschäftsmodell.

Sie ist aber durchaus ein Anlass, genauer hinzusehen.

Insbesondere dann, wenn Anleger heute erneut Geld in langfristige Forst- oder Plantagenprojekte investieren sollen.


Die entscheidende Spur führt zum Geld

Bei einer weitergehenden Untersuchung wäre deshalb weniger interessant, ob die Internetseiten beider Unternehmen ähnlich aussehen oder vergleichbare Begriffe wie Nachhaltigkeit, Wald, Holz oder Klimaschutz verwenden.

Entscheidend wäre vielmehr:

Wohin floss das Geld?

Und genau an diesem Punkt beginnen die wirklich wichtigen Fragen.

Über viele Jahre wurden im Life-Forestry-Umfeld Anleger für Forst- und Plantageninvestments gewonnen.

Wenn die zentrale Schweizer Gesellschaft anschließend in Konkurs gerät und das Konkursverfahren sogar mangels Aktiven eingestellt wird, stellt sich für Anleger zwangsläufig die Frage, welche Vermögenswerte am Ende tatsächlich noch vorhanden waren.

Dazu müsste nachvollzogen werden:

Wie viel Anlegerkapital wurde insgesamt eingeworben?

Welche Gesellschaften haben dieses Geld erhalten?

Wie viel davon floss tatsächlich in Grundstücke, Plantagen, Bewirtschaftung und Pflege?

Welche Gesellschaften waren Eigentümer der Grundstücke?

Welche Gesellschaften besaßen die Bäume?

Welche Zahlungsströme gingen an verbundene Unternehmen?

Welche Management-, Vertriebs-, Verwaltungs- und Vermittlungsgebühren wurden innerhalb der Unternehmensgruppe bezahlt?

Und schließlich:

Was ist heute aus diesen Vermögenswerten geworden?


Die zentrale Frage: Wurden Vermögenswerte übertragen?

Hier liegt möglicherweise der wichtigste Punkt einer vertieften Untersuchung.

Es müsste geklärt werden, ob vor oder während der wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Life Forestry Vermögenswerte oder Geschäftsaktivitäten auf andere Gesellschaften übertragen wurden.

Das betrifft insbesondere:

Plantagen und Grundstücksrechte, Beteiligungen, Markenrechte und Domains, Kunden- und Anlegerbeziehungen, Vertriebsstrukturen, Mitarbeiter, Darlehensforderungen, Know-how sowie sonstige wirtschaftlich relevante Vermögenswerte.

Sollten solche Übertragungen stattgefunden haben, wäre anschließend zu untersuchen, wann sie erfolgten, zu welchem Preis und zwischen welchen Gesellschaften.

Eine Übertragung wäre für sich genommen keineswegs ungewöhnlich oder unzulässig. Unternehmen verkaufen und übertragen laufend Vermögenswerte.

Bei einer Gesellschaft, die später in Konkurs fällt und deren Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt wird, bekommen solche Transaktionen allerdings eine besondere Bedeutung.


Gab es Geschäfte zwischen Life Forestry und Holinvest?

Eine der wichtigsten bislang offenen Fragen lautet deshalb:

Gab es direkte Geschäftsbeziehungen zwischen Life Forestry Switzerland AG und Holinvest AG?

Beispielsweise:

Hat Holinvest Vermögenswerte von Life Forestry gekauft?

Hat Holinvest Projekte übernommen?

Bestanden Darlehensbeziehungen?

Gab es gemeinsame Tochtergesellschaften oder Beteiligungen?

Wurden Dienstleistungen untereinander abgerechnet?

Wurden Mitarbeiter übernommen?

Wurden Kunden- oder Anlegerkontakte übernommen?

Wurden ehemalige Life-Forestry-Anleger später von Holinvest angesprochen?

Sollte Letzteres der Fall sein, wäre zusätzlich interessant, auf welcher Grundlage entsprechende Kundendaten verwendet wurden.


Wem gehören die Plantagen wirklich?

Für Anleger ist noch eine andere Frage entscheidend.

Bei einem Waldinvestment entsteht schnell der Eindruck:

„Ich investiere in Bäume – also besitze ich einen realen Sachwert.“

Rechtlich kann die Situation jedoch wesentlich komplizierter sein.

Der Anleger muss deshalb genau verstehen, was er tatsächlich erwirbt.

Besitzt er Grundstückseigentum?

Besitzt er einzelne Bäume?

Erwirbt er lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch gegenüber einer Schweizer Gesellschaft?

Bestehen die Plantagen in einer ausländischen Tochtergesellschaft?

Was geschieht bei Insolvenz dieser Gesellschaft?

Wer darf das Holz verkaufen?

Und wer trägt Risiken durch Feuer, Sturm, Schädlinge, politische Veränderungen, Währungsschwankungen oder Exportbeschränkungen?

Die Aussage „Investment in Wald“ beantwortet keine dieser Fragen.


Das Problem langfristiger Renditeprognosen

Forstinvestments besitzen noch eine Besonderheit.

Zwischen Einzahlung und wirtschaftlichem Ergebnis können viele Jahre liegen.

Dadurch können Renditeprognosen ausgesprochen attraktiv aussehen, obwohl ihre entscheidenden Annahmen erst weit in der Zukunft überprüfbar werden.

Beispielsweise hängt die Rendite von Faktoren ab wie:

Holzwachstum, Ausfallquote der Bäume, Bewirtschaftungskosten, Lohnkosten, Grundstückskosten, Wechselkurse, Transportkosten, Holzpreis und tatsächlicher Verkaufserlös.

Bereits kleine Veränderungen mehrerer Parameter können über zehn oder zwanzig Jahre erhebliche Auswirkungen auf das Ergebnis haben.

Deshalb sollte ein Investor niemals nur die prognostizierte Rendite betrachten.

Viel wichtiger ist die Frage:

Welche Renditen haben bereits abgeschlossene Projekte tatsächlich erzielt?

Nicht prognostiziert.

Nicht hochgerechnet.

Sondern nachweislich an Anleger ausgezahlt.


Die 15 Fragen, die Holinvest beantworten sollte

Vor einem Investment aus dem Holinvest-Umfeld wären aus unserer Sicht insbesondere folgende Fragen zu beantworten:

1. Welche wirtschaftlichen und vertraglichen Beziehungen bestanden oder bestehen zwischen Holinvest AG und Life Forestry Switzerland AG?

2. Welche Vermögenswerte, Projekte oder Rechte wurden zwischen beiden Gesellschaften übertragen?

3. Hat Holinvest ehemalige Life-Forestry-Projekte übernommen oder fortgeführt?

4. Wurden ehemalige Life-Forestry-Mitarbeiter oder Vertriebsmitarbeiter übernommen?

5. Wurden ehemalige Life-Forestry-Kunden bzw. Anleger durch Holinvest kontaktiert?

6. Welche weiteren Gesellschaften sind oder waren mit Carl-Lambert Liesenberg wirtschaftlich verbunden?

7. Wer sind die wirtschaftlich Berechtigten bzw. maßgeblichen Aktionäre der Holinvest AG?

8. Wie hoch sind Eigenkapital, Fremdkapital und liquide Mittel der Holinvest AG aktuell?

9. Liegen geprüfte Jahresabschlüsse vor?

10. Welche Plantagen und Grundstücke stehen hinter den heute angebotenen Investments?

11. Wem gehören diese Grundstücke und Plantagen rechtlich?

12. Welche Sicherheiten besitzt ein Anleger im Insolvenzfall?

13. Wie viel des Anlegergeldes fließt tatsächlich in Plantagen und wie viel in Vertrieb, Provisionen, Verwaltung und Management?

14. Welche bereits abgeschlossenen Projekte können eine tatsächlich erzielte und an Anleger ausgezahlte Rendite nachweisen?

15. Welche Auswirkungen hat der Konkurs von Life Forestry auf ehemalige Anleger und bestehen noch Ansprüche auf Plantagen, Holzbestände oder sonstige Vermögenswerte?


Eine weitere Frage dürfte ehemalige Anleger besonders interessieren

Der Konkurs einer Gesellschaft bedeutet nicht zwangsläufig, dass sämtliche zugrunde liegenden Vermögenswerte eines Investmentmodells verschwunden sind.

Gerade deshalb sollte bei Life Forestry untersucht werden, welche Rechte die einzelnen Anleger tatsächlich erworben hatten.

Wenn Anleger beispielsweise Rechte an konkreten Baumbeständen oder Plantagen besitzen sollten, könnte die rechtliche Situation eine andere sein, als wenn lediglich Forderungen gegenüber der konkursiten Schweizer Gesellschaft bestehen.

Dafür müssten die ursprünglichen Verträge und Eigentumsstrukturen analysiert werden.

Die Frage lautet daher nicht nur:

„Was ist aus Life Forestry geworden?“

Sondern:

„Was ist aus den Vermögenswerten geworden, für die Anleger ursprünglich bezahlt haben?“


Keine Vorverurteilung – aber erheblicher Aufklärungsbedarf

Es wäre unseriös, aus den bislang bekannten Verbindungen den Schluss zu ziehen, Holinvest sei lediglich eine Fortsetzung von Life Forestry.

Dafür fehlen bislang die notwendigen Belege.

Ebenso wäre es falsch, aus dem Konkurs von Life Forestry automatisch auf die wirtschaftliche Zukunft von Holinvest zu schließen.

Was sich dagegen feststellen lässt:

Es bestehen deutliche personelle Verbindungen.

Die Geschäftsfelder weisen erhebliche Überschneidungen auf.

Life Forestry endete im Konkurs.

Das Konkursverfahren wurde mangels Aktiven eingestellt.

Holinvest ist weiterhin aktiv.

Und eine zentrale Person verbindet beide Unternehmen.

Das reicht nicht für ein Urteil.

Aber es reicht sehr wohl für eine Reihe berechtigter Fragen.


Fazit: Anleger sollten die Vergangenheit kennen, bevor sie neues Geld investieren

Bei Kapitalanlagen ist Vertrauen wichtig.

Noch wichtiger ist Transparenz.

Wer heute Geld in ein Forst-, Holz- oder Plantageninvestment aus dem Holinvest-Umfeld investieren möchte, sollte deshalb nicht nur die Zukunftsprognosen des neuen Investments prüfen.

Er sollte sich auch mit der Vergangenheit beschäftigen.

Der Konkurs der Life Forestry Switzerland AG und die personellen Überschneidungen mit Holinvest machen eine besonders sorgfältige Prüfung erforderlich.

Dabei sollte die Untersuchung nicht bei Handelsregisterauszügen und Personenverbindungen stehen bleiben.

Entscheidend sind Geldflüsse, Eigentumsverhältnisse und Vermögensübertragungen.

Wer erhielt das Anlegergeld?

Welche Vermögenswerte wurden damit geschaffen?

Wem gehörten diese Vermögenswerte?

Welche Werte waren beim Konkurs noch vorhanden?

Wurden zuvor Vermögenswerte auf andere Gesellschaften übertragen?

Und existieren diese Plantagen und Holzbestände heute noch?

Solange diese Fragen nicht nachvollziehbar beantwortet sind, bleibt ein wesentlicher Teil der Geschichte von Life Forestry offen.

Für ehemalige Life-Forestry-Anleger geht es dabei möglicherweise um die Frage, was aus ihrem Geld und ihren Investments geworden ist.

Für neue Holinvest-Anleger geht es um etwas ebenso Grundsätzliches:

Ob sie der neuen Investitionsgeschichte vertrauen können, ohne die alte vollständig zu kennen.

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