Wenn die USA am Freitagabend ihre Heim-Weltmeisterschaft gegen Paraguay eröffnen, werden die meisten Augen auf bekannte Namen wie Christian Pulisic gerichtet sein. Doch einer der spannendsten Spieler im amerikanischen Team könnte ein Verteidiger sein, dessen Karriere in den vergangenen zwei Jahren geradezu explodiert ist: Alex Freeman.
Noch Anfang 2025 spielte der heute 21-Jährige nur eine Nebenrolle in der Major League Soccer. Mittlerweile steht er vor seinem Debüt bei einer Fußball-Weltmeisterschaft und dürfte gegen Paraguay sogar in der Startelf stehen.
Dabei bringt Freeman eine besondere sportliche Vorgeschichte mit. Sein Vater ist kein Fußballstar, sondern eine Legende des American Football. Antonio Freeman gewann mit den Green Bay Packers den Super Bowl und gehörte zu den bekanntesten Wide Receivern seiner Generation.
Doch während sein Vater auf dem Footballfeld Geschichte schrieb, entschied sich Alex früh für einen anderen Weg.
Der kometenhafte Aufstieg
Der Durchbruch gelang Freeman bei Orlando City. Dort überzeugte der 1,88 Meter große Defensivspieler mit seiner Athletik, seinem Spielverständnis und seiner Fähigkeit, sich auch offensiv einzuschalten.
Die Leistungen blieben nicht unbemerkt. Nach seinem Debüt für die US-Nationalmannschaft im Juni 2025 entwickelte er sich innerhalb weniger Monate zu einer festen Größe im Team.
Von den folgenden 17 Länderspielen verpasste er nur eine Partie.
Nationalmannschaftskapitän Christian Pulisic gehört inzwischen zu seinen größten Bewunderern.
„Alex ist ein Monster“, sagte Pulisic über seinen jungen Teamkollegen. Besonders beeindruckt sei er von dessen Ruhe am Ball, seiner Präsenz und seiner Fähigkeit, das Spiel nach vorne zu treiben.
Sprung nach Spanien
Ein weiterer wichtiger Karriereschritt folgte Anfang dieses Jahres mit dem Wechsel zum spanischen Traditionsverein Villarreal CF.
Der Einstieg in die spanische Liga verlief zunächst schwierig. Doch gegen Ende seiner ersten Saison konnte sich Freeman zunehmend durchsetzen und stand in mehreren wichtigen Spielen in der Startelf.
Für den jungen Amerikaner war der Wechsel Teil eines klaren Plans.
Er wollte sich auf höchstem Niveau entwickeln, um bei der Heim-WM eine wichtige Rolle spielen zu können.
Rat vom Super-Bowl-Helden
Vor seinem bislang größten Spiel erhielt Freeman natürlich auch Unterstützung aus der Familie.
Sein Vater weiß schließlich aus eigener Erfahrung, wie sich große Bühnen anfühlen. Als Antonio Freeman 1997 im Super Bowl einen Touchdown über 81 Yards erzielte und mit den Packers den Titel gewann, stand auch er plötzlich im Mittelpunkt der Sportwelt.
Der wichtigste Rat des Vaters an den Sohn fiel allerdings überraschend einfach aus:
Er solle einfach er selbst bleiben.
Ein Ratschlag, der bislang hervorragend funktioniert hat.
Neue Hoffnung für die USA
Die US-Nationalmannschaft setzt bei dieser Weltmeisterschaft auf eine Mischung aus etablierten Stars und hungrigen Talenten. Alex Freeman verkörpert diese neue Generation wie kaum ein anderer.
Vom MLS-Ergänzungsspieler über den Wechsel nach Spanien bis zum möglichen WM-Starter in nur eineinhalb Jahren – seine Entwicklung gehört bereits jetzt zu den bemerkenswertesten Geschichten dieser Weltmeisterschaft.
Und vielleicht beginnt gegen Paraguay gerade erst das nächste Kapitel.
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