Volker Tabaczek verliert Prozesse in Berlin und New York

Über den 1960 geborenen ehemaligen Radrennfahrer in der DDR haben wir schon öfters geschrieben. Er hatte ja eine geniale Idee eines High-Yield-Investitionsprogrammes und Investoren gesammelt, die sich in den USA an Projekten seiner Mount Whitney Gruppe beteiligen konnten. Inzwischen sind die zeitlich gebundenen Investitionsverträge ausgelaufen und die Kunden warten vergeblich auf die Rückzahlung der Gelder und die vertraglich versprochene Renditen. Manche Kunden erlauben sich, mit Anwälten zu drohen, manche klagen. Mit seinem „Komplizen“ Michael Rudolf hat sich Tabaczek inzwischen zerstritten. Das sei auch der Grund, warum er nicht zurückzahlen wolle. Diese Argumentation zog aber vor dem Landgericht Berlin nicht. Dort wurde Tabaczek jetzt zum zweiten Male verurteilt, Anlegern ihr Geld zurückzuzahlen.

Grund sei eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung durch Tabaczek persönlich (Urteil noch nicht rechtskräftig, Tabaczek vertreten von RA Buse aus Berlin, 11 0 30/15). Das Gericht sagte deutlich, dass sich Tabaczek nicht zu wundern brauche, dass Anleger und Anwälte wie Dr. Thomas Schulte, Berlin, ihn mit Strafanzeigen überziehen würden und sein Ruf leide. Ermittelt wird seit einiger Zeit von verschiedenen Staatsanwaltschaften  bzw. Polizeibehörden. Diese müssen sich durch den Wust an Unterlagen arbeiten, da immer ellenlange Verträge vorgelegt werden.

Das Landgericht sagte: Wer sich vertragswidrig verhalten würde, müsse sich nicht wundern und lamentieren, dass sich Kunden beschweren. Da verwechselt Tabaczek Ursache mit der Wirkung. Über enttäuschte Anleger und interessierte Partner wie die Stadt Kühlungsborn berichtete bereits der Finanztest und die ARD. Auf öffentliche Kritik reagiert Tabaczek offenbar empfindlich. So verklagte eine seiner Firmen den Rechtsanwalt Dr. Thomas Schulte in New York/USA auf Schadenersatz bis zu 190 Mio. (Euro oder Dollar), weil Schulte ihm durch Äußerungen lukrative Geschäfte versaut hätte. Der zuständige Bundesrichter überlegte und überlegte (Case No. 15 cv 4479 United States District Court Southern District of New York) und wies die Klage ab. Der Anwalt Schulte hatte öffentlich Zweifel an den Geschäften der Unternehmensgruppe geäußert und auf eines hingewiesen: In einer Verhandlung in der Anwaltskanzlei 2014 sei Tabaczek nicht des Englischen mächtig gewesen. Wie könne man überhaupt Zinsen von über 15% im Monat versprechen. In seinen Werbeveranstaltungen hatte Tabaczek vor Publikum behauptet, er kenne die Welt der Prominenten und die Mount Whitney Gruppe sei 350 Mio. wert. Man arbeite mit einem weltberühmten Börsenhändler zusammen. Geldinvestitionen seien sehr sicher. Später tauchten Unterlagen auf, die bestätigen, dass Tabaczek wegen Betruges vorbestraft war, weil er den Fußballverein Cottbus geschädigt hatte.

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