Ein tragischer Flugzeugabsturz auf den Bahamas hat vier Mitglieder einer Familie aus den USA das Leben gekostet. Die Leichen des Ehepaares und ihrer beiden Enkel wurden am 8. September gefunden – offenbar ausgerechnet von Angehörigen, die sich selbst an der Suche beteiligt hatten.
Bei den Toten handelt es sich um den 80-jährigen Piloten Mario Lamar, seine 79-jährige Ehefrau Lili Lamar sowie ihre Enkel Sofia Sosa, 28, und Christian Sosa, 22. Die Familie hatte das Labor-Day-Wochenende auf den Bahamas verbracht und befand sich auf dem Rückflug nach Miami, als die Maschine verschwand.
Die Royal Bahamian Defence Force bestätigte inzwischen, dass die sterblichen Überreste aller vier Insassen geborgen wurden. Das Flugzeug selbst, eine Piper PA-34 Seneca, wird weiterhin gesucht.
Angehörige beteiligten sich an der Suche
Besonders bewegend ist, dass Familienmitglieder nach dem Verschwinden der Maschine selbst in das Suchgebiet fuhren.
Nach Angaben einer Nichte des Ehepaares beteiligten sich Angehörige gemeinsam mit weiteren Zivilisten an der Suche. Schließlich seien es Verwandte gewesen, die die Toten fanden und an Bord ihrer eigenen Boote brachten.
Die Familie bedankte sich anschließend bei allen Menschen, die sich an der Suche beteiligt oder sie in dieser schwierigen Situation unterstützt hatten.
Auch die US-Küstenwache half den bahamaischen Behörden bei der Suchaktion.
Flugzeug rund 24 Kilometer vor Andros abgestürzt
Die Maschine soll etwa 15 Meilen, also rund 24 Kilometer, vor der Insel Andros ins Meer gestürzt sein.
Während die Opfer inzwischen geborgen wurden, suchen Einsatzkräfte weiter nach dem Wrack. Militärtaucher und ein Team mit einer Unterwasserdrohne sind vor der nordwestlichen Küste von Andros im Einsatz.
Die Behörden erhoffen sich vom Fund des Flugzeugs weitere Hinweise darauf, warum die Maschine abstürzte.
Familie war auf dem Weg zurück nach Miami
Die Lamars besaßen nach Angaben ihrer Angehörigen ein Haus auf Great Harbour Cay und hatten dort das verlängerte Wochenende verbracht.
Am 7. September starteten sie zum Rückflug nach Florida. Ziel war der Miami Executive Airport im Südwesten von Miami-Dade County.
Flugdaten zeigen, dass die Maschine unterwegs offenbar auf schweres Wetter traf.
Nach Informationen des Flugverfolgungsdienstes FlightAware änderte das Flugzeug zunächst seinen Kurs, um einer Unwetterzone auszuweichen. Danach soll es innerhalb kurzer Zeit auffällige Höhenveränderungen gegeben haben.
Besonders dramatisch: Innerhalb von etwa drei Minuten sank die Maschine von rund 10.000 Fuß auf ungefähr 3.700 Fuß.
Gegen 11 Uhr Ortszeit verschwand sie schließlich vom Radar.
Schlechtes Wetter erschwerte die Suche
Die Suche nach der Familie gestaltete sich zunächst schwierig.
Wegen schlechter Wetterbedingungen mussten die Einsatzkräfte ihre Arbeiten am 7. September zeitweise unterbrechen. Erst am folgenden Tag konnte die Suche wieder intensiviert werden.
Neben den bahamaischen Behörden waren auch Teams der US Coast Guard beteiligt.
Nachdem bekannt geworden war, dass menschliche Überreste gefunden worden waren, nahm ein Team der Royal Bahamian Defence Force Kontakt zu dem Boot auf, mit dem die Toten transportiert wurden.
Die Überreste befinden sich inzwischen in der Obhut der Polizei und sollen nach New Providence gebracht werden.
Ursache des Absturzes noch unklar
Warum die Piper Seneca ins Meer stürzte, ist bislang nicht geklärt.
Die ungewöhnlichen Bewegungen des Flugzeugs kurz vor dem Verschwinden sowie das schwere Wetter dürften bei den Ermittlungen eine wichtige Rolle spielen. Ob tatsächlich das Wetter die entscheidende Ursache war oder technische beziehungsweise andere Faktoren hinzukamen, steht jedoch noch nicht fest.
Erst der Fund des Wracks könnte den Ermittlern weitere Hinweise liefern.
Für die Familie endet die Suche damit in einer Tragödie: Vier Angehörige, die gemeinsam ein Wochenende auf den Bahamas verbracht hatten, kamen auf dem Heimflug nach Miami ums Leben.
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