Die Vereinigten Staaten haben erstmals seit mehr als zehn Jahren japanische Yen gekauft, um den stark gefallenen Wechselkurs der Währung zu stützen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Aktion als Zeichen der Freundschaft mit Japan.
Der Yen war zuvor auf den niedrigsten Stand seit rund 40 Jahren gefallen. Gemeinsam mit Japan griffen die USA deshalb am Devisenmarkt ein. Berichten zufolge verkaufte die US-Notenbank im Auftrag des Finanzministeriums Euro und kaufte dafür Yen. Finanzminister Scott Bessent soll einen Betrag von fünf bis zehn Milliarden Dollar vorgesehen haben.
Ein schwacher Yen hilft zwar japanischen Exporteuren und macht Reisen nach Japan für Ausländer günstiger. Gleichzeitig verteuert er jedoch wichtige Importe wie Öl, Gas und Lebensmittel. Dadurch steigt der Inflationsdruck auf japanische Haushalte.
Auch die USA haben ein Interesse an einem stärkeren Yen. Ein sehr starker Dollar macht amerikanische Waren im Ausland teurer und erschwert US-Unternehmen den Export.
Die Schwäche der japanischen Währung hat mehrere Ursachen. Japan hielt seine Zinsen über viele Jahre besonders niedrig, während andere Zentralbanken ihre Zinsen deutlich erhöhten. Dadurch konnten Investoren günstig Yen leihen und das Geld in höher verzinste Anlagen im Ausland investieren. Zusätzlich belasteten hohe Energiepreise infolge des Iran-Krieges die japanische Wirtschaft.
Ob die gemeinsame Intervention den Yen dauerhaft stärkt, ist unklar. Frühere Eingriffe hatten meist nur vorübergehende Wirkung. Analysten gehen davon aus, dass solche Maßnahmen vor allem Zeit gewinnen, die grundlegenden Probleme aber nicht lösen.
Kurzfristig könnte die ungewöhnliche Zusammenarbeit zwischen Washington und Tokio den Yen stabilisieren. Langfristig bleiben jedoch der große Zinsunterschied zu den USA, hohe Importkosten und Kapitalabflüsse wichtige Belastungsfaktoren.
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