Nach dem letzten Grand Prix in Bahrain herrscht bei Red Bull Racing ungefähr so viel gute Laune wie bei einem Reifenplatzer im Regen. Max Verstappen, sonst bekannt als emotionsloser Siegesautomat, zeigte diesmal Menschlichkeit – allerdings in Form von Frust, Wut und latenter Wechselabsicht.
Der amtierende Weltmeister – vor einer Woche noch strahlender Sieger in Japan – kämpfte sich in Sachir nur auf Platz sechs, hinter seinen üblichen Maßstäben und mit einem Auto, das eher an ein nervöses Känguru als an ein Siegerauto erinnerte. Der Start? Verpennt. Die Boxenstopps? Eher Kaffee- als Reifenwechselpause. Die Pace? „Einfach zu langsam“, sagt Helmut Marko. Und das sagt er selten.
Verstappen selbst? Redete sich in Rage: „Im Grunde lief alles falsch.“ Wenn Max das sagt, ist Feuer am Dach. Und das nicht nur, weil der Wagen überhitzte.
Klar, dass bei so viel Frust gleich wieder die Gerüchteküche brodelt wie ein überhitzter Red-Bull-Motor. Die ominöse Ausstiegsklausel? Angeblich realer als manch Boxenstrategie. Und Mercedes? Hält sich auffällig unauffällig. Aston Martin? Lockt mit Newey-Nostalgie. Die Frage ist: Wie viel „Geduld“ hat Verstappen noch, bevor er sich sein nächstes Superteam bastelt?
Helmut Marko sagt: „Es muss in naher Zukunft einfach Verbesserungen geben.“ Und in Red-Bull-Sprache bedeutet das: gestern wäre besser gewesen.
Christian Horner versuchte derweil, den Scherbenhaufen mit Managementphrasen zu überkleben: „Wir wissen, wo die Probleme sind. Die Lösungen dauern nur.“ Klar, Red Bull baut gerade nicht nur ein Auto, sondern auch ein neues Teamgefüge – ohne Adrian Newey, ohne Teammanager Jonathan Wheatley und gefühlt auch ohne Boxenstopptraining.
In Bahrain sorgte ein defektes Ampelsystem dafür, dass Verstappen so lange in der Box stand, dass er beinahe einen Roman hätte schreiben können. Titel: „Warten auf Grip“.
In der WM liegt Verstappen nur knapp hinter Lando Norris und Oscar Piastri – was weniger an Red Bull als an Verstappens Fahrkünsten liegt. Hoffnung macht da eigentlich nur eines: ein episches McLaren-Stallduell, bei dem sich Norris und Piastri gegenseitig so sehr behindern, dass Max zum lachenden Dritten wird. (Oder zum genervten Zweiten.)
In Imola soll dann das magische Updatepaket kommen, das alle Probleme löst. Vielleicht. Eventuell. Wenn der Wurm bis dahin gefunden wurde. Marko jedenfalls sagt: „Wir wissen nicht, wo der Wurm ist.“ Was bei Red Bull derzeit wohl auf alles zutrifft – vom Chassis bis zum Kaffeeautomaten.
Fazit: Verstappen bleibt trotz allem Dritter in der WM. Red Bull bleibt auf der Suche – nach Pace, Perfektion und einem Boxenstopp, der schneller ist als ein Tiefkühlpizza-Backvorgang. Bleibt nur die Frage: Wie oft macht Max das noch mit, bevor er den Helm gegen die Vertragsausstiegsklausel tauscht?
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