Die Lage im Nahen Osten spitzt sich erneut zu. Nach amerikanischen Luftangriffen auf iranische Raketenstellungen und Schnellboote rund um die Straße von Hormus hat Teheran mit scharfen Worten reagiert. Die Revolutionsgarden erklärten, man betrachte eine „gegenseitige Antwort“ auf Verstöße gegen die Waffenruhe als „legitim und sicher“.
Die USA sprechen dagegen von „Selbstverteidigung“. Laut dem US-Zentralkommando seien die Angriffe notwendig gewesen, um amerikanische Soldaten vor Bedrohungen durch iranische Einheiten zu schützen. Gleichzeitig betont Washington, man wolle trotz der Militärschläge an den laufenden Verhandlungen mit Iran festhalten.
Streit um Formulierungen blockiert Verhandlungen
Hinter den Kulissen laufen weiterhin intensive Gespräche über ein mögliches Abkommen zwischen den USA und Iran. Doch offenbar scheitert der Fortschritt derzeit an Details. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Gespräche würden aktuell durch Streitigkeiten über einzelne Formulierungen aufgehalten. Es gebe „Meinungsverschiedenheiten über ein Wort, einen Satz“.
Im Zentrum der Verhandlungen stehen vor allem zwei Fragen:
- Irans hoch angereichertes Uran
- eingefrorene iranische Vermögenswerte im Ausland
Teheran fordert die Freigabe von Milliardenbeträgen, um die angeschlagene Wirtschaft zu stabilisieren. Medienberichten zufolge könnten bis zu 24 Milliarden Dollar freigegeben werden, falls eine Einigung zustande kommt. Washington knüpft dies allerdings an Bedingungen – unter anderem an die vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus.
Israel weitet Angriffe im Libanon aus
Parallel zur Krise mit Iran verschärft sich auch die Lage im Libanon. Die israelische Armee flog in der Nacht erneut massive Angriffe gegen Stellungen der Hisbollah. Nach Angaben des Militärs wurden mehr als 100 Ziele attackiert.
Besonders umstritten ist ein Angriff nahe des Qaraoun-Staudamms im Bekaa-Tal. Libanesische Behörden warnen vor möglichen Schäden an der wichtigen zivilen Infrastruktur. Der Damm versorgt große Teile der Region mit Wasser und Strom. Internationale Hilfsorganisationen sprechen von einem möglichen humanitären Risiko.
Zugleich intensiviert Israel offenbar seine Bodenoperationen im Süden des Libanon. Erstmals seit Wochen operieren israelische Einheiten wieder nördlich der sogenannten „Yellow Line“, einer Sicherheitszone entlang der Grenze.
Internet in Iran teilweise wieder online
Nach monatelanger Abschaltung wurde der Internetzugang in Iran inzwischen teilweise wiederhergestellt. Präsident Massoud Peseschkian hatte die Behörden angewiesen, den Zugang schrittweise freizugeben.
Beobachter sprechen von der längsten landesweiten Internetblockade der modernen Geschichte. Die Einschränkungen waren Ende 2025 nach schweren Protesten gegen Inflation, Wirtschaftskrise und die politische Führung verhängt worden.
Trump beruft Krisentreffen ein
US-Präsident Donald Trump will angesichts der angespannten Lage am Mittwoch sein Kabinett in Camp David versammeln. Im Mittelpunkt sollen die weiteren Verhandlungen mit Iran sowie die militärische Lage im Nahen Osten stehen.
Der Druck auf das Weiße Haus wächst. In Washington hofft man auf eine diplomatische Lösung, bevor der Konflikt weiter außer Kontrolle gerät und sich auch wirtschaftlich stärker auswirkt. Bereits jetzt reagieren die internationalen Ölmärkte nervös auf die neue Eskalation.
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