V+ Gesellschafterversammlungen am 14. Oktober 2016- Anmerkungen von Rechtsanwalt Jochen Resch dazu im Vorfeld

Die V+ Fonds laden zu einer weiteren ordentlichen Gesellschafterversammlung am 14.10.2016 nach München ein. Schock für Anleger: Alle Jahresabschlüsse der V+ Fonds weisen wieder Millionenverluste aus! Wie können sich die Anleger dem Untergang entziehen und ihre persönliche Haftung beenden?

V+ Fonds: Jahresabschluss 2015 weist Millionenverlust aus
Xolaris-Chef Stefan Klaile hat in einem Punkt  Wort gehalten. Auf der letzten Gesellschafterversammlung am 03. Juni 2015 hat er angekündigt, dass noch in diesem Jahr der Jahresabschluss für die V+ Fonds vorgelegt werde. Nun also finden am 14.10.2016 die Gesellschafterversammlungen für die drei V+ Fonds im Ramada Hotel in München-Riem statt. Der Einladung waren Auszüge aus den Bilanzen und den Gewinn- und Verlustrechnungen der V+ Fonds beigefügt. Die Ergebnisse sind weit mehr als ernüchternd. Weitere Wertberichtigungen wurden notwendig und jeder Fonds hat Millionenverluste eingefahren.

Ziele der Interessengemeinschaft V+ Fonds I bis III sind Ilusion
Die Zahlen machen noch einmal deutlich, wie unsinnig das Motto der von den Vertrieben gegründeten Interessengemeinschaft V+ Fonds I bis III ist. „Sichern und Mehren“ lautet das Motto. Nach den weiteren Verlusten ist nichts mehr zu sichern und das Mehren klingt angesichts der Millionenverluste wie blanker Hohn.

V+ Fonds Interessengemeinschaft soll Vertriebe schützen

Da diese Zahlen nicht wegdiskutiert werden können und auch den Vertrieben die Fakten bekannt sind, bleibt eigentlich nur ein Schluss: Die Vertriebe wollen mit dieser von ihnen initiierten Interessengemeinschaft von sich selber ablenken: Die Vertriebe sind nämlich potenziell Schadensersatzansprüchen wegen Falschberatung ausgesetzt.

V+ Fonds: Risikokapital kann nie eine sichere Kapitalanlage sein
Einen V+ Fonds konnte man sicherheitsorientierten Anlegern nie empfehlen, vielen Anlegern indes ist die Beteiligung als Altersvorsorge angepriesen worden. Das grenzt schon allein aufgrund der Konzeption eines Risikokapitalfonds an mutwillige Falschberatung. Wie kann man ernsthaft einem Anleger empfehlen, eine sichere Kapitalanlage, wie eine Lebensversicherung oder einen Bausparvertrag, in einen Risikokapital Fonds (Venture Capital) zu stecken.

V+ Fonds: Vertriebe haften bei Falschberatung
Dass das ganze Konzept ohnehin zudem noch höchst unseriös konzipiert war, hätten die Vermittler spätestens nach dem V+ Fonds 1 wissen müssen. Den Anlegern dann noch den V+ Fonds 2 und den V+ Fonds 3I anzudienen, ist schlicht unverantwortlich. Daraus ergibt sich ein Schadensersatzanspruch wegen Falschberatung. Der Anleger wird so gestellt, als hätte er die Beteiligung an dem V+ Fonds nie gezeichnet.

Schwarze Zukunftsperspektiven für die V+ Fonds
Nicht düster, sondern geradezu schwarz sind die Zukunftsperspektiven. Die Ankündigungen von Xolaris-Chef Klaile auf der Gesellschafterversammlung im Juni 2016 haben sich inzwischen in Luft aufgelöst. Nebenbei haben die V+ Fonds-Anleger per schriftlicher Mitteilung erfahren, dass sich die V+ Fonds an der NASCO AG beteiligen. Was Klaile zu diesem Schritt bewegt haben mag, kann nur vermutet werden. Die NASCO AG hat in einem völlig unseriösen Verfahren die drei Nordic Oil USA Fonds übernommen. Zu den Nordic Oil USA Fonds meinte ein Analyst, dass deren Erfolg nicht einmal mehr theoretisch möglich sei. Wenn so die Zukunft aussieht, dann verdunkeln sich die ohne düsteren Perspektiven in tiefschwarze.

V+ Fonds sollten aufgelöst werden

Vor diesem Hintergrund hatten verschiedene Anleger und Anwälte in der letzten Gesellschafterversammlung angeregt, eine Liquidation der V+ Fonds wegen der Nichterreichbarkeit der Ziele zu prüfen. Dieses ist im Vorfeld zu der Versammlung am 14.10.2016 offenkundig geschehen. In einer gutachterlichen Stellungnahme kommt man zu dem Ergebnis, dass die Liquidation nur mit bestimmten Mehrheiten beschlossen werden kann und trotzdem Risiken damit verbunden sind. Als Risiko werden die Einmalzahler angesehen, denen dadurch die Möglichkeit genommen wird, dass sie am Ende die Verluste wieder egalisieren könnten. Dies dürfte jedoch eine rein theoretische Betrachtung sein. Nach diesseitiger Auffassung sollte der Weg der Liquidation trotzdem gegangen werden.

V+ Fonds: Beteiligung mit (fast) sicherem Totalverlustrisiko
Vielen Anlegern ist bei der Zeichnung ihrer Beteiligung an dem V+ Fonds überhaupt nicht deutlich gemacht worden, dass sie einer Kommanditgesellschaft beitreten und mithin auch die Risiken des Totalverlustes tragen. Sie haben die Beteiligung an den V+ Fonds als eine sichere Kapitalanlage empfohlen bekommen. Dies ist eine offenkundige Falschberatung, insbesondere dann, wenn sie sogar überredet worden sind, sichere Kapitalanlagen aufzugeben und das Geld in einen V+ Fonds zu stecken.

V+ Fonds Anleger können Beteiligung vorzeitig beenden
Es gibt aber auch rechtliche Ansätze, dass ein Anleger seine Beteiligung an dem Fonds beendet. Er scheidet dann als Kommanditist aus. Ihm steht dann das sogenannte Abfindungsguthaben zu. Das ist nicht zu verwechseln mit seinem eingezahlten Geld. Es entspricht dem Wert seiner Beteiligung, der gegen Null tendieren dürfte. Das eingezahlte Geld kann ein V+ Fonds Anlege nur auf dem Wege des Schadensersatzes von seinem Anlegerater bzw. dem Vertrieb verlangen.

 

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