Ein Angehöriger der US-Spezialkräfte hat vor Gericht die Vorwürfe des Insiderhandels zurückgewiesen. Dem Soldaten wird vorgeworfen, auf eine geheime Militäroperation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gewettet zu haben.
Der 38-jährige Master Sergeant Gannon Van Dyke, stationiert in Fort Bragg (North Carolina), bekannte sich am 28. April vor einem Bundesgericht in New York für nicht schuldig. Laut US-Justizministerium soll er mithilfe geheimer Informationen rund 400.000 US-Dollar durch Wetten auf den Einsatz verdient haben.
Die Anklage wirft ihm unter anderem vor, vertrauliche Regierungsinformationen zu seinem eigenen finanziellen Vorteil genutzt, nicht öffentliche Daten entwendet und mehrere Formen von Betrug begangen zu haben. Van Dykes Anwälte kündigten an, die Rechtmäßigkeit der Anklage anzufechten. Sein Verteidiger bezeichnete ihn als „amerikanischen Helden“ und erklärte, die erhobenen Vorwürfe stellten kein strafbares Verhalten dar.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nutzte Van Dyke interne Kenntnisse aus der Einsatzplanung, um auf der Plattform Polymarket zu wetten. Dabei soll er unter anderem auf den Zeitpunkt eines möglichen US-Militäreinsatzes in Venezuela sowie auf den Sturz Maduros gesetzt haben.
Der Fall gilt als Novum: Erstmals erhebt das US-Justizministerium Insiderhandelsvorwürfe im Zusammenhang mit sogenannten Prognosemärkten, auf denen Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können. Auch die US-Aufsichtsbehörde für den Terminhandel (CFTC) hat zivilrechtliche Schritte eingeleitet.
Die Plattform Polymarket arbeitete nach eigenen Angaben mit den Ermittlern zusammen und verwies den Fall selbst an die Behörden.
Van Dyke war laut Gerichtsunterlagen zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 an der Planung und Durchführung der Militäraktion beteiligt. Bei dem Einsatz wurde Maduro Anfang Januar festgenommen und in die USA gebracht, wo er sich wegen Drogendelikten vor Gericht verantworten muss. Berichten zufolge kamen bei der Operation zahlreiche Mitglieder seiner Sicherheitskräfte ums Leben.
Unklar bleibt, welche konkrete Rolle Van Dyke innerhalb der Mission spielte. Fest steht jedoch, dass er eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet hatte.
Das FBI betonte, man werde konsequent gegen Personen vorgehen, die vertrauliche Informationen zu persönlichem Gewinn nutzen. Der Fall hatte bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit erregt, da ungewöhnlich erfolgreiche Wetten auf den Ausgang der Operation Verdacht auf Insiderwissen geweckt hatten.
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