Der frühere Vizegouverneur von North Carolina, Mark Robinson, hat erstmals eingeräumt, im Zusammenhang mit einem brisanten CNN-Bericht während seines Wahlkampfs 2024 nicht die Wahrheit gesagt zu haben.
Im Zentrum der Affäre standen Enthüllungen über frühere Beiträge Robinsons in einem Online-Forum einer Pornografie-Website. Dort soll er unter einem Pseudonym über Jahre hinweg rassistische und extreme Aussagen verbreitet haben. Robinson hatte die Vorwürfe damals entschieden zurückgewiesen und sogar Klage gegen CNN eingereicht.
Nun vollzieht er eine Kehrtwende.
In einem Podcast-Interview gab Robinson zu, die Unwahrheit gesagt zu haben – wenn auch nicht vollständig. „Ein Teil der Geschichte stimmt“, erklärte er. In der entscheidenden Phase des Wahlkampfs habe er sich jedoch bewusst dafür entschieden, die Wahrheit zu verdrängen, um politischen Schaden von sich und seinem Umfeld abzuwenden.
Robinson begründete sein Verhalten damit, dass er andere schützen wollte – darunter auch Donald Trump. Es sei für ihn „der einfachste Weg“ gewesen, die Vorwürfe abzustreiten.
„Ich wollte nicht derjenige sein, der anderen die Wahl kostet“, sagte Robinson rückblickend.
Trotz wachsender Kritik aus den eigenen Reihen blieb er damals im Rennen um das Gouverneursamt – verlor die Wahl jedoch deutlich gegen den Demokraten Josh Stein.
In dem Interview sprach Robinson auch offen über persönliche Probleme, insbesondere über eine frühere „Obsession“ mit Pornografie und Sexualität. Teile der damaligen Berichterstattung seien zutreffend gewesen, räumte er ein.
Gleichzeitig versuchte er, einzelne Inhalte relativieren: Nicht alle ihm zugeschriebenen Aussagen stammten tatsächlich von ihm, so Robinson. Allerdings habe er selbst genug provokante Inhalte veröffentlicht, um die Vorwürfe glaubwürdig erscheinen zu lassen.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt zog Robinson seine Klage gegen CNN zurück und kündigte an, sich aus der Politik zurückzuziehen.
Trotz seines Eingeständnisses zeigt er bis heute keine vollständige Reue. Auf die Frage, ob er rückblickend anders gehandelt hätte, antwortete er klar: Nein. Er würde sich wieder genauso entscheiden.
Für Robinson stand nach eigener Darstellung nicht seine Person im Mittelpunkt – sondern ein größerer politischer Kontext, in dem er sich selbst als Ziel einer Kampagne sieht.
Die Affäre bleibt dennoch ein Beispiel dafür, wie stark persönliche Verfehlungen, öffentliche Kommunikation und politische Strategie im Wahlkampf miteinander verflochten sein können.
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