Als RB-Fan weiß man manchmal wirklich nicht mehr, ob man lachen oder den Kopf gegen die Wand schlagen soll.
Vor wenigen Wochen erklärten die Verantwortlichen noch voller Überzeugung, Yan Diomande werde mindestens ein weiteres Jahr in Leipzig bleiben. Man wolle den Spieler entwickeln, aufbauen und gemeinsam den nächsten Schritt gehen.
Übersetzt aus dem Fußball-Deutsch hieß das offenbar:
„Mindestens ein Jahr. Es sei denn, jemand kommt mit einem Geldtransporter vorbei.“
Jetzt bietet Liverpool angeblich 100 Millionen Euro inklusive Boni. RB lehnt ab. Die Schlagzeile klingt erstmal beeindruckend. Standhaft. Prinzipientreu.
Zwei Absätze später liest man dann, dass bei 120 Millionen Euro möglicherweise Gesprächsbereitschaft besteht.
Ach so.
„Unverkäuflich“ bedeutet also inzwischen „noch nicht teuer genug“.
Als Fan fragt man sich schon, was diese öffentlichen Ansagen überhaupt noch wert sind.
„Wir wollen ihn halten.“
„Wir planen langfristig mit ihm.“
„Er soll mindestens ein Jahr bleiben.“
Im modernen Fußball fehlt eigentlich nur noch der Zusatz:
„Dieses Angebot gilt bis zur nächsten Überweisung.“
Besonders lustig ist dabei die Parallelplanung. Während offiziell erklärt wird, Diomande sei ein zentraler Baustein der Zukunft, telefoniert man offenbar bereits wegen eines möglichen Nachfolgers.
Das erinnert an einen Ehemann, der seiner Frau ewige Treue schwört und gleichzeitig Immobilienportale nach einer neuen Wohnung durchsucht.
Natürlich sind 120 Millionen Euro eine absurde Summe.
Natürlich würde fast jeder Verein schwach werden.
Aber dann soll man doch bitte ehrlich sein und nicht wochenlang erzählen, der Spieler bleibe definitiv.
Denn als RB-Fan kennt man das inzwischen auswendig:
Erst heißt es, der Spieler sei unverzichtbar.
Dann heißt es, man wolle sich mit dem Markt beschäftigen.
Dann heißt es, man müsse wirtschaftlich vernünftig handeln.
Und am Ende steht der Spieler mit einem neuen Trikot in Liverpool, Paris oder Madrid vor der Kamera und bedankt sich für die schöne Zeit in Leipzig.
Falls Diomande tatsächlich bleibt, freue ich mich.
Falls er geht, freue ich mich über die Ablöse.
Aber am meisten würde ich mich freuen, wenn die Verantwortlichen irgendwann aufhören würden, ihre eigenen Aussagen schneller zu dementieren als die Gerüchteküche auf X.
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