Die US-Wirtschaft sendet widersprüchliche Signale: Während steigende Preise an der Zapfsäule viele Haushalte belasten, sorgen sie gleichzeitig für ein kräftiges Plus im Einzelhandel. Im März legten die Umsätze um 1,7 Prozent zu – so stark wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem die massiv gestiegenen Benzinpreise infolge des Konflikts mit dem Iran und der faktischen Blockade der Straße von Hormus.
Allein die Umsätze an Tankstellen schnellten im Monatsvergleich um 15,5 Prozent nach oben. Doch der kräftige Anstieg täuscht: Er spiegelt weniger eine gesteigerte Kauflaune wider als vielmehr die höheren Preise. Rechnet man den Tankstellen-Effekt heraus, fällt das Wachstum mit 0,6 Prozent deutlich moderater aus.
Dennoch zeigen sich die Konsumenten bislang erstaunlich robust. In Bereichen wie Möbel oder Haushaltswaren wurde weiterhin kräftig eingekauft, auch Elektronik und Baumaterialien verzeichneten stabile Nachfrage. Experten führen dies unter anderem auf Steuererstattungen und noch vorhandene finanzielle Puffer zurück.
Gleichzeitig werden erste Bremsspuren sichtbar. Bei Kleidung stagnieren die Umsätze, Restaurantbesuche steigen kaum noch. Viele Haushalte beginnen offenbar, ihr Verhalten anzupassen – steigende Spritkosten lassen weniger Spielraum für Ausgaben nach Lust und Laune.
Ökonomen warnen daher vor einem möglichen Wendepunkt. Noch federn Ersparnisse, Einkommenszuwächse und Kredite die Belastung ab. Doch diese Reserven sind endlich. Sollte der Konflikt andauern und die Energiepreise hoch bleiben, droht eine spürbare Abkühlung der Konsumlaune – mit Folgen für die gesamte Wirtschaft.
Kommentar hinterlassen