16. Oktober 2026 | Redaktion diebewertung.de
Sechs Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen geraten Ministerpräsident Hendrik Wüst und seine CDU zunehmend unter Druck. Eine neue INSA-Umfrage zeigt erhebliche Verluste für die Christdemokraten, während die AfD weiter an Zustimmung gewinnt. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz steht wegen seiner schwachen Beliebtheitswerte im Mittelpunkt der politischen Diskussion.
CDU fällt auf nur noch 26 Prozent
Die am 16. Oktober veröffentlichte INSA-Umfrage, für die zwischen dem 6. und 13. Oktober insgesamt 1.000 Menschen befragt wurden, liefert bemerkenswerte Ergebnisse.
Besonders auffällig ist der Rückgang der CDU. Noch im Mai erreichte sie bei INSA 34 Prozent. Innerhalb von fünf Monaten verlor sie damit acht Prozentpunkte.
Die AfD verbesserte sich im selben Zeitraum von 17 auf 21 Prozent. Sie liegt damit nur noch fünf Prozentpunkte hinter der CDU
Friedrich Merz als Belastung für die Landes-CDU?
Bundeskanzler Friedrich Merz kämpft bundesweit mit erheblichen Akzeptanzproblemen. Eine INSA-Bundesumfrage vom Oktober sieht die Union lediglich bei 19 Prozent, während die AfD auf 30 Prozent kommt.
Ob und in welchem Umfang diese Entwicklung unmittelbar auf Hendrik Wüst zurückzuführen ist, lässt sich aus der NRW-Sonntagsfrage allerdings nicht eindeutig ableiten. Unterschiedliche Bewertungen von Bundes- und Landespolitik können das Wahlverhalten beeinflussen.
Schwarz-Grün vor schwierigen Koalitionsfragen
Die bisherige Landesregierung aus CDU und Grünen erreicht zusammen nur noch 42 Prozent der Stimmen.
Auch eine Koalition zwischen CDU und SPD käme auf 44 Prozent. Rechnerisch könnten beide Bündnisse dennoch Mehrheiten erreichen, abhängig davon, welche Parteien tatsächlich in den Landtag einziehen.
Dreierbündnisse, etwa aus CDU, SPD und Grünen, wären weitere rechnerische Optionen. Ob sie politisch zustande kämen, ist offen.
Die AfD gewinnt auch im Westen an Bedeutung
Nordrhein-Westfalen galt lange als Bundesland, in dem CDU und SPD die politische Landschaft dominierten. Die jüngsten Umfragezahlen verdeutlichen, wie stark sich das Parteiensystem verändert hat.
Während die SPD mit 18 Prozent deutlich hinter ihren früheren Wahlergebnissen zurückbleibt, erreicht die Linke inzwischen zehn Prozent. Die FDP müsste mit vier Prozent um ihren Wiedereinzug in den Landtag bangen.
Entscheidung fällt am 25. April 2027
Am 25. April 2027 wählen die Bürger Nordrhein-Westfalens einen neuen Landtag. Bis dahin können sich die politischen Kräfteverhältnisse noch erheblich verändern.
Für Hendrik Wüst bedeutet die aktuelle Umfrage vor allem eines: Die bislang komfortable Position seiner CDU ist erheblich geschwächt. Wie stark Bundespolitik, landespolitische Themen und die Popularität des Ministerpräsidenten das endgültige Wahlergebnis beeinflussen, bleibt die entscheidende Frage der kommenden Monate.
Redaktioneller Hinweis: Umfragen bilden die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Erhebung ab. Sie sind keine Wahlprognosen.
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