Brüssel/Washington, 16. Oktober 2026 – Zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eskaliert der politische Streit. Während Trump die jüngsten ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien scharf verurteilt, verteidigt Selenskyj das Recht seines Landes auf Selbstverteidigung. Hintergrund ist ein umstrittenes Dieselgeschäft zwischen Washington und Moskau, das die Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine erheblich belastet.
Trump kritisiert ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien
US-Präsident Donald Trump bezeichnete die erneuten ukrainischen Angriffe auf russische Ölanlagen als beschämend. Seiner Ansicht nach treiben diese Attacken die internationalen Ölpreise in die Höhe.
Besonders brisant: Die Vereinigten Staaten haben mit Russland eine Vereinbarung über die Lieferung von 300.000 Tonnen Diesel getroffen. Damit will Washington die gestiegenen Treibstoffpreise auf dem amerikanischen Markt begrenzen.
Selenskyj sieht darin hingegen eine wirtschaftliche Unterstützung Russlands, dessen Einnahmen auch zur Finanzierung des Krieges beitragen könnten.
Selenskyj: Wer soll die Ukraine verteidigen, wenn nicht wir selbst?
Beim EU-Gipfel in Brüssel verteidigte Selenskyj die militärischen Maßnahmen seines Landes. Die Ukraine müsse ihre nationalen Interessen schützen und könne wirtschaftliche Vereinbarungen, die Russland zugutekämen, nicht widerspruchslos hinnehmen.
Die Spannungen zwischen Washington und Kiew haben sich zuletzt deutlich verschärft. Trump erklärte sogar, Selenskyj sei schwieriger im Umgang als der russische Präsident Wladimir Putin.
Streit um Starlink verschärft die Krise
Zusätzliche Sorgen bereiten Einschränkungen beim satellitengestützten Kommunikationsnetzwerk Starlink, das für die ukrainischen Streitkräfte von großer Bedeutung ist.
Nach ukrainischen Angaben beeinträchtigten die Einschränkungen militärische Operationen. Selenskyj bezeichnete die Situation als gefährliche Überraschung.
Auch eine mögliche Einschränkung amerikanischer Geheimdienstinformationen steht im Raum.
Europa soll Milliarden bereitstellen
Beim EU-Gipfel forderte Selenskyj weitere finanzielle und militärische Unterstützung.
Die Ukraine rechnet für das kommende Jahr mit kriegsbedingten Kosten von rund 155 Milliarden Euro. Mindestens 70 Milliarden Euro davon sollen nach den Vorstellungen Kiews aus Europa kommen.
Besonders dringend benötigt die Ukraine zusätzliche Flugabwehrraketen, um ihre Städte und Energieanlagen während des bevorstehenden Winters zu schützen.
Der Krieg geht unvermindert weiter
Während die diplomatischen Spannungen wachsen, dauern die gegenseitigen Angriffe an.
Russische Drohnenangriffe forderten in Charkiw weitere Todesopfer. In der westukrainischen Region Wolyn waren nach Angriffen rund 270.000 Haushalte ohne Strom.
Gleichzeitig meldete Russland umfangreiche ukrainische Drohnenangriffe auf mehrere Regionen.
Fazit: Europa steht vor einer schwierigen Entscheidung
Der Streit zwischen Trump und Selenskyj zeigt, wie weit die Interessen Washingtons und Kiews inzwischen auseinanderliegen.
Für Europa wächst damit der Druck, die Ukraine finanziell und militärisch stärker zu unterstützen.
Die entscheidende Frage lautet: Kann Europa die Ukraine ausreichend absichern, wenn sich die Vereinigten Staaten zunehmend von ihrem bisherigen Kurs entfernen?
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