Fünf Monate vor den richtungsweisenden Kongresswahlen geraten die politischen Vorzeichen für US-Präsident Donald Trump zunehmend ins Wanken. Einer neuen NBC-News-Umfrage zufolge ist die Zustimmung zu seiner Amtsführung auf den niedrigsten Wert seiner zweiten Amtszeit gefallen.
Demnach bewerten aktuell nur noch 39 Prozent der US-Bürger Trumps Arbeit im Weißen Haus positiv. Einen niedrigeren Wert hatte NBC zuletzt während seiner ersten Präsidentschaft im Sommer 2020 gemessen – auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie und der landesweiten Proteste nach dem Tod von George Floyd.
Schwächelt Trumps wichtigste Wählerbasis?
Besonders alarmierend für das Weiße Haus dürfte die Entwicklung auf dem Land sein. Ausgerechnet in den ländlichen Regionen, die maßgeblich zu Trumps Wahlsiegen 2016 und 2024 beitrugen, bröckelt die Unterstützung.
Laut einer Reuters/Ipsos-Erhebung sank die Zustimmung unter ländlichen Wählern von 60 Prozent im Februar 2025 auf nur noch 50 Prozent Anfang Juni.
Als Hauptgründe nennen die Befragten die wirtschaftliche Lage, steigende Lebenshaltungskosten sowie die Entwicklung bei Energie- und Lebensmittelpreisen. Die wirtschaftliche Unsicherheit wurde zuletzt zusätzlich durch den Konflikt mit dem Iran verstärkt.
Demokraten wittern ihre Chance
Von der Schwäche des Präsidenten profitieren derzeit die Demokraten. Laut der NBC-Umfrage wünschen sich 49 Prozent der registrierten Wähler, dass die Demokratische Partei bei den Midterm-Wahlen im November die Kontrolle über den Kongress übernimmt.
Für eine republikanische Mehrheit sprechen sich dagegen lediglich 44 Prozent aus. Sieben Prozent der Befragten sind noch unentschlossen.
Das Ergebnis dürfte den Demokraten Hoffnung machen, zumindest eine der beiden Kammern des Kongresses zurückzuerobern. Derzeit verfügen die Republikaner sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat nur über knappe Mehrheiten.
Republikanische Basis hält Trump weiter die Treue
Trotz der insgesamt schwächeren Werte bleibt Trumps Rückhalt innerhalb der eigenen Partei bemerkenswert stabil.
82 Prozent der Republikaner bewerten seine Arbeit weiterhin positiv. Allerdings zeigen sich auch hier erste Abnutzungserscheinungen: Im März lag der Wert noch bei 88 Prozent. Der Anteil der Republikaner, die Trumps Arbeit „stark befürworten“, sank im gleichen Zeitraum von 63 auf 58 Prozent.
Warnsignal, aber keine Katastrophe
Republikanische Strategen versuchen dennoch, die Zahlen einzuordnen.
„Das sind schwierige Zahlen für die Republikaner, aber keine katastrophalen“, erklärte der republikanische Meinungsforscher Bill McInturff, der die Umfrage gemeinsam mit dem demokratischen Kollegen Jeff Horwitt durchgeführt hat.
Horwitt wiederum sieht die Demokraten trotz der laufenden Neuordnung vieler Wahlkreise in einer aussichtsreichen Position:
„Die Demokraten haben weiterhin gute Chancen, Sitze zu gewinnen.“
Richtungswahl im Herbst
Die Umfrage zeigt vor allem eines: Der politische Rückenwind, mit dem Trump Anfang 2025 seine zweite Amtszeit begonnen hatte, ist deutlich schwächer geworden.
Ob die sinkenden Zustimmungswerte lediglich eine Momentaufnahme angesichts wirtschaftlicher Sorgen darstellen oder den Beginn eines nachhaltigen Stimmungseinbruchs markieren, dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden.
Für beide Parteien sind die Midterms im November weit mehr als eine Zwischenwahl. Sie gelten bereits jetzt als erstes großes Referendum über Trumps zweite Präsidentschaft.
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