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Trump hat

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Die Waffenruhe gilt. Zumindest ungefähr. Vielleicht. Eventuell. So klang jedenfalls Donald Trump, nachdem sich die USA und der Iran in der Straße von Hormus erneut gegenseitig beschossen hatten.

Während Raketen flogen, Drohnen aufstiegen und Kriegsschiffe in Alarmbereitschaft versetzt wurden, erklärte der US-Präsident die amerikanischen Vergeltungsschläge kurzerhand zu einem „leichten Klaps“. Offenbar handelt es sich nach neuer Definition des Weißen Hauses erst ab drei versenkten Flottenverbänden um eine echte Eskalation.

Laut US-Militär hätten iranische Streitkräfte mehrere Raketen, Drohnen und Schnellboote gegen amerikanische Kriegsschiffe eingesetzt. Die USA reagierten darauf mit Angriffen auf iranische Raketenstellungen, Kommandozentren und Überwachungseinrichtungen. Also quasi ein kleiner diplomatischer Hinweis mit Marschflugkörpern.

Trump selbst bemühte sich anschließend um Beruhigung. Auf die Frage, ob die Waffenruhe nun beendet sei, antwortete er sinngemäß: „Nein, nein, alles gut. Der Waffenstillstand gilt weiterhin.“ Offenbar gilt im Jahr 2026 bereits als Frieden, wenn nur gelegentlich aufeinander geschossen wird.

Der Iran sieht das naturgemäß etwas anders. Dort spricht man von einem klaren Bruch der Waffenruhe durch die USA. Hintergrund soll ein Angriff auf einen iranischen Öltanker gewesen sein, worauf Teheran wiederum US-Schiffe attackiert habe. Die bekannte diplomatische Methode „Wer hat zuerst geschossen?“ erlebt damit im Persischen Golf ihr großes Comeback.

Besonders bemerkenswert bleibt dabei Trumps Kommunikation. Während internationale Märkte nervös auf jede Bewegung in der Straße von Hormus reagieren und Ölpreise weltweit explodieren, verkauft der US-Präsident militärische Zwischenfälle weiter wie kleine Betriebsunfälle auf einem Golfplatz.

Für die Weltwirtschaft dürfte dieser „leichte Klaps“ allerdings teuer werden. Denn jedes neue Gefecht in Hormus erhöht die Angst vor einer dauerhaften Blockade der wichtigsten Ölroute der Welt. Doch immerhin: Laut Trump ist alles unter Kontrolle. Und wenn nicht, gibt es vermutlich einfach den nächsten „kleinen Klaps“.

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