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Trump entdeckt den Mullah-Lottojackpot

CharlesRondeau (CC0), Pixabay
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Manchmal schreibt die Weltpolitik Geschichten, die selbst Hollywood ablehnen würde, weil sie zu unrealistisch klingen. Die neueste Episode spielt zwischen Washington, Teheran, Kuwait und Bahrain – und dreht sich um einen Geldtopf von schlappen 24 Milliarden Dollar.

Während die Mullahs in Teheran gerne wieder Zugriff auf ihre eingefrorenen Milliarden hätten, scheint man in Washington eine ganz andere Idee entwickelt zu haben.

Die Devise lautet offenbar: „Vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider wurde Ihr Guthaben bereits anderweitig verplant.“

Das größte Schadenregulierungsbüro der Welt

US-Finanzminister Scott Bessent soll derzeit prüfen lassen, welche Schäden die iranischen Raketenangriffe in Kuwait und Bahrain verursacht haben.

Das Ergebnis könnte bemerkenswert werden: Die Rechnung soll möglicherweise direkt an den Iran gehen.

Oder genauer gesagt: an jene Milliarden, die ohnehin seit Jahren eingefroren auf diversen Konten schlummern.

Man stelle sich den Vorgang einmal im normalen Alltag vor:

Der Nachbar wirft einen Stein durch das Fenster des Hauses nebenan und fordert anschließend die Herausgabe seines Sparbuchs.

Daraufhin antwortet die Bank: „Kein Problem. Wir bezahlen zunächst die neue Fensterscheibe davon.“

Teheran möchte sein Geld zurück

Die iranische Führung fordert unterdessen die Freigabe von rund 24 Milliarden Dollar. Ohne dieses Geld, so die Botschaft aus Teheran, werde ein Friedensabkommen schwierig.

Washington scheint darauf mit einer kreativen Neuinterpretation des Begriffs „Verfügbarkeit von Vermögenswerten“ zu reagieren.

Denn verfügbar wären die Gelder durchaus.

Nur möglicherweise nicht für jene, die sie zurückhaben wollen.

Die Straße von Hormus als Verhandlungsargument

Zusätzlich blockiert der Iran weiterhin die Straße von Hormus, durch die früher rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte lief.

Das erinnert ein wenig an jemanden, der die einzige Brücke einer Stadt sperrt und anschließend Mautgebühren für die Wiederöffnung verlangt.

In Washington dürfte diese Strategie aktuell nicht für Begeisterungsstürme sorgen.

Die Rechnung könnte länger werden

Während Diplomaten über Frieden sprechen, sammeln Militärs bereits Schadensberichte.

Abgeschossene Raketen, beschädigte Infrastruktur, erhöhte Sicherheitskosten und wirtschaftliche Verluste – die Liste könnte lang werden.

Und jedes neue Kapitel könnte die Frage aufwerfen:

Wie viel von den eingefrorenen Milliarden bleibt am Ende überhaupt noch übrig?

Fazit

Die Mullahs wollen ihre Milliarden zurück.

Die Golfstaaten möchten für die Raketenangriffe entschädigt werden.

Die USA prüfen, ob man beides miteinander verbinden kann.

Und irgendwo in einem Büro in Washington sitzt vermutlich gerade ein Beamter mit einem Taschenrechner und versucht herauszufinden, ob aus 24 Milliarden Dollar am Ende vielleicht doch nur noch das Kleingeld für einen Falafel-Teller übrig bleibt.

Die Friedensverhandlungen dürften dadurch jedenfalls nicht einfacher werden. Aber selten war internationale Finanzpolitik so nah an einer Mischung aus Versicherungsfall, Inkassoverfahren und politischem Flohmarkt.

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