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Trotz WM-Hype bleiben viele US-Hotels überraschend leer

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Eigentlich sollte die Fußball-WM 2026 für Hotels in den USA ein Selbstläufer werden. Jahrelang wurde von einem gigantischen Boom gesprochen: ausverkaufte Zimmer, explodierende Preise, Millionen internationale Fans. Doch wenige Wochen vor Turnierbeginn zeigt sich vielerorts ein anderes Bild – die große Buchungswelle bleibt bislang aus.

Vor allem in WM-Städten wie Houston, Kansas City, Miami oder Atlanta herrscht bei vielen Hoteliers Ernüchterung. Zwar ist die WM im Stadtbild allgegenwärtig – mit Werbung, Fanartikeln und Events –, doch in den Buchungssystemen sieht die Realität deutlich nüchterner aus.

„Wir dachten, die WM würde alles sprengen“, sagt Hotelbesitzerin Deidre Mathis aus Houston. Statt ausgebucht zu sein, liegt ihr Boutiquehotel aktuell nur bei rund 45 Prozent Auslastung während des Turniers. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum noch etwa 70 Prozent.

Viele in der Branche fragen sich inzwischen: Warum bleibt der erwartete Ansturm aus?

Ticketpreise schrecken Fans ab

Ein Hauptgrund dürften die teilweise absurd hohen Ticketpreise sein. Für das WM-Finale wurden offiziell Karten für bis zu knapp 33.000 Dollar angeboten, auf dem Zweitmarkt lagen manche Tickets sogar bei mehreren Millionen Dollar.

Selbst Donald Trump sagte öffentlich über die Preise: „Ich würde das auch nicht bezahlen.“

Viele Fans entscheiden sich deshalb offenbar kurzfristiger oder verzichten ganz auf Reisen quer durch die USA. Gerade internationale Anhänger müssen zusätzlich hohe Flug-, Hotel- und Transportkosten stemmen.

Besonders kritisch sehen viele Fans, dass die WM damit immer stärker zu einem Luxus-Event wird.

Politische Unsicherheit belastet Stimmung

Hinzu kommt die politische Lage in den USA. Hotelbesitzerin Mathis verweist auf die verschärfte Einwanderungspolitik unter Trump sowie ICE-Razzien gegen Migranten in mehreren Städten. Das könne internationale Besucher abschrecken.

Auch die geopolitische Lage – insbesondere die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts – sorgt laut Branchenvertretern für Zurückhaltung bei Reisen und Ausgaben.

Hoffnung auf Last-Minute-Boom

Trotzdem geben viele Hotels die Hoffnung noch nicht auf. Branchenvertreter glauben, dass viele Fans erst buchen, wenn feststeht, wo ihre Nationalmannschaft tatsächlich spielt.

Das könnte kurzfristig noch zu einem starken Anstieg führen.

Auch Hotels selbst versuchen, sich kreativ auf die WM einzustellen. In Kansas City organisiert das Fontaine Hotel etwa einen „Culinary Cup“ mit landestypischen Gerichten passend zu den teilnehmenden Nationen.

Doch selbst Lionel Messi sorgt dort bislang nicht für den erhofften Ausnahmezustand. Hotelmanager Stephen Jenkins sagt offen, dass Taylor Swifts Konzerttour 2023 deutlich größere Auswirkungen auf die Stadt hatte als die bevorstehende Fußball-WM.

Airbnb profitiert stärker als klassische Hotels

Interessant ist zudem, dass Airbnb eine deutlich positivere Bilanz zieht. Dort spricht man bereits vom „größten Hosting-Event der Unternehmensgeschichte“.

Das deutet darauf hin, dass viele Fans eher auf private Unterkünfte oder flexiblere Lösungen setzen als auf klassische Hotels.

Fußballfans bleiben trotzdem reisefreudig

Trotz aller Probleme werden natürlich weiterhin tausende Fans anreisen. Besonders Anhänger kleinerer Fußballnationen sehen die WM als einmalige Gelegenheit.

Der Schotte Hamish Husband etwa plant, mit seinem Bruder durch die USA zu reisen und seiner Nationalmannschaft zu folgen – Kostenpunkt: bis zu 10.000 Pfund.

Sein größter Kritikpunkt: „Die Ticketpreise sind skandalös.“

Damit bringt er ein Problem auf den Punkt, das derzeit über der gesamten WM schwebt: Die Begeisterung für Fußball ist riesig – doch viele Fans haben das Gefühl, dass sie sich das größte Turnier der Welt kaum noch leisten können.

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