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Trotz Gerichtsbeschluss: Kenia hält an Ebola-Quarantänezentrum mit den USA fest

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Die kenianische Regierung treibt gemeinsam mit den USA den Aufbau eines Ebola-Quarantäne- und Behandlungszentrums weiter voran – obwohl ein Gericht das Vorhaben vorläufig gestoppt hat. Die Einrichtung soll auf einem Militärstützpunkt entstehen und vor allem US-Bürger aufnehmen, die möglicherweise mit dem Ebola-Virus in Kontakt gekommen sind.

Gericht stoppt Projekt vorerst

Ein Gericht in Kenia hatte die Zusammenarbeit zwischen Nairobi und Washington zunächst untersagt. Richterin Patricia Nyaundi verfügte, dass bis zur Klärung des Falls weder Ebola-Einrichtungen im Rahmen internationaler Abkommen betrieben noch Personen mit möglicher Ebola-Infektion ins Land gebracht werden dürfen. Die nächste Anhörung ist für den 2. Juni angesetzt.

Trotzdem erklärte das kenianische Gesundheitsministerium, man wolle die Kapazitäten zur Überwachung, Isolation und Notfallreaktion weiter ausbauen. Neben der Militärbasis in Laikipia seien zusätzliche Isolationszentren in Nairobi geplant.

Hintergrund: Schwerer Ebola-Ausbruch im Kongo

Auslöser der Maßnahme ist der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Dort wurden seit Mitte Mai mindestens 238 Todesfälle und über 1.000 Verdachtsfälle registriert. Verursacht wird die Epidemie durch den seltenen Bundibugyo-Stamm, gegen den es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt.

Die Krankheit hat inzwischen auch Uganda erreicht. Kenia selbst meldete bislang keinen einzigen Ebola-Fall.

Kritik an „Containment-Zone“ für die USA

Besonders umstritten ist die Rolle Kenias als möglicher Quarantäne-Standort für amerikanische Staatsbürger. US-Außenminister Marco Rubio hatte erklärt, die Vereinigten Staaten würden „keinen einzigen Ebola-Fall“ ins eigene Land lassen. Kritiker werfen Washington deshalb Doppelmoral vor.

Die kenianische Ärztegewerkschaft reagierte empört. Gewerkschaftschef Davji Bhimji Atellah fragte öffentlich, warum die USA ausgerechnet Kenia auswählten, obwohl das Zentrum des Ausbruchs im Kongo liege. „Wenn es für Amerika zu gefährlich ist, dann ist es auch für Kenia zu gefährlich“, sagte er.

Auch zivilgesellschaftliche Organisationen und Juristen kritisieren mangelnde Transparenz. Unklar sei bislang etwa, ob künftig auch Patienten anderer Nationalitäten behandelt werden sollen.

USA sprechen von modernster Einrichtung

Die US-Regierung bezeichnet das geplante Zentrum als hochmoderne Anlage. Sie solle Amerikanern ermöglichen, die Demokratische Republik Kongo schnell zu verlassen und in Afrika unter Quarantäne gestellt zu werden, statt aufwendig in die USA transportiert zu werden.

Nach Angaben der US-Behörden sollen Ärzte, Pflegekräfte, Laborspezialisten und Ingenieure entsandt werden – darunter auch Personal mit Erfahrung aus früheren Ebola-Einsätzen in Liberia.

Weltweite Aufmerksamkeit wegen möglicher Verdachtsfälle

Während der Ausbruch bisher offiziell nur im Kongo bestätigt ist, prüfen mehrere Länder derzeit Verdachtsfälle. Brasilien untersucht einen möglichen Ebola-Fall in São Paulo. Auch in Indien und Italien wurden Reisende aus Afrika vorsorglich isoliert, die Tests fielen dort jedoch negativ aus.

Das Rote Kreuz warnt inzwischen, dass zehn weitere afrikanische Staaten gefährdet sein könnten – darunter Kenia, Ruanda, Tansania und Äthiopien.

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