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Tropische Welle im Atlantik: Unsicherheit über Entwicklung zum Hurrikan

fiquetdidier1 (CC0), Pixabay
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Meteorolog*innen beobachten derzeit aufmerksam eine tropische Welle etwa 3.200 Kilometer östlich von Puerto Rico. Trotz anfänglicher Warnungen deuten neuere Modelle darauf hin, dass sich die Wetterlage möglicherweise nicht wie befürchtet zu einem starken Sturm entwickeln wird.

Das US National Hurricane Center (NHC) senkte am 5. September seine Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit einer Sturmformation innerhalb der nächsten fünf Tage deutlich – von zunächst 90 Prozent auf zuletzt 60 Prozent. Grund ist vor allem eine trockene Luftmasse, die die Entwicklung eines tropischen Sturms aktuell hemmt.

„Die Umweltbedingungen bleiben auch in den kommenden Tagen nur mäßig günstig für eine Entwicklung“, teilte das Zentrum mit.

Einige Wettermodelle deuten noch immer an, dass sich aus der Welle ein benannter Sturm – eventuell sogar ein Hurrikan – entwickeln könnte. Viele Modelle jedoch sehen lediglich eine schwache tropische Depression oder gar keine nennenswerte Entwicklung. Der nächste Name auf der Liste potenzieller Stürme wäre übrigens „Gabrielle“.

Modelle liefern widersprüchliche Prognosen

Derzeit gibt es noch keinen klar erkennbaren Sturm-Kern – ein Faktor, der die Vorhersage erheblich erschwert. „Die Szenarien ändern sich täglich“, erklärt Andrew Hazelton vom University of Miami’s Cooperative Institute for Marine and Atmospheric Studies. Frühere Modelle hätten vermuten lassen, dass ein atlantisches Wettermuster den Sturm auf das offene Meer ziehen könnte – doch das scheint inzwischen eher unwahrscheinlich.

Hazelton schrieb auf der Plattform X, dass sich einige der ursprünglichen Prognosen womöglich als „größte Fehlprognosen globaler Modelle der letzten Jahre“ entpuppen könnten. Satellitenbilder vom 5. September zeigten jedenfalls noch keine klare Zirkulation.

Michael Lowry, Hurrikan-Experte des Senders WPLG in Südflorida, bestätigt: „Die meisten Szenarien deuten darauf hin, dass es höchstens ein schwacher Sturm wird.“ Sollte sich das System jedoch weiterentwickeln, könnte es die nordöstlichen Karibikinseln treffen – darunter die Inseln über dem Winde, die Jungferninseln und Puerto Rico. Lowry rät den Bewohner*innen dort, die Wetterlage weiter aufmerksam zu verfolgen.

Kommt es doch zum Hurrikan?

Etwas optimistischer – oder vorsichtiger – ist man bei der US-Wetterfirma AccuWeather. Dort hält man es für möglich, dass sich die tropische Welle doch noch zu einem Hurrikan der Kategorie 1 entwickeln könnte. Chefmeteorologe Jonathan Porter verwies auf besonders warme Wassertemperaturen in der Karibik und geringe Windscherung – beides ideale Bedingungen für eine Intensivierung des Systems.

„Wenn sich das System halten kann, sind Windgeschwindigkeiten von bis zu 190 km/h möglich“, so AccuWeather in einer Mitteilung.

Die Expert*innen erwarten zudem starken Regen mit Mengen zwischen 10 und 20 cm und gefährliche See- und Windverhältnisse, sollten sich die Prognosen bewahrheiten.

Noch keine Hurrikanflüge geplant

Da sich das System noch weit östlich des 52,5. Längengrads befindet, haben die „Hurricane Hunter“ – spezielle Aufklärungsflugzeuge der NOAA – noch keine Flüge gestartet. Nach US-Protokoll erfolgen diese Einsätze erst, wenn ein Sturm näher als 800 Kilometer an Land heranrückt oder westlich der genannten Linie liegt.

Wie sich das Wetterphänomen in den kommenden Tagen entwickelt, bleibt unklar – für Meteorolog*innen und Menschen in der Region gleichermaßen. Klar ist nur: Die Augen der Experten bleiben weiterhin auf den Atlantik gerichtet.

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