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Tradition trifft Kassensturz: Die großen Namen der 1. und 2. Bundesliga – und wie es wirtschaftlich um sie steht

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Im deutschen Profifußball ist Tradition ein Schatz – aber längst keine Lebensversicherung mehr. Große Namen füllen Stadien, elektrisieren Generationen und verkaufen Merchandising. Doch auf dem Konto zählen nicht Europapokale von gestern, sondern TV-Gelder, Transfererlöse, Sponsorenverträge und Kostenkontrolle. Ein Blick auf die traditionsreichsten Vereine der 1. und 2. Bundesliga – und auf ihre aktuelle wirtschaftliche Realität.

Der deutsche Fußball lebt von seinen Geschichten. Vom Mythos Betzenberg, vom Schalker Malocher-Pathos, vom Hamburger Dino-Erbe, von Kölner Karnevalsseelen, von der Gelben Wand und von Bremer Europapokalnächten. Kaum ein Land in Europa pflegt seine Vereinsmythen so intensiv wie Deutschland.

Doch Tradition ist in der Gegenwart des Profifußballs ein ambivalentes Gut. Sie ist Marke, Identität, Fanbindung und wirtschaftlicher Hebel. Gleichzeitig ist sie oft auch Ballast: hohe Erwartungen, emotionale Unruhe, teure Fehlentscheidungen und die permanente Sehnsucht nach alten Zeiten.

Die spannende Frage lautet deshalb nicht nur: Welche Vereine haben am meisten Tradition?
Sondern vor allem: Welche Traditionsvereine sind wirtschaftlich heute noch stabil – und welche leben vor allem vom Echo ihrer Vergangenheit?


Was einen Traditionsverein im deutschen Fußball ausmacht

Tradition im Fußball bemisst sich nicht allein am Gründungsjahr. Ein Traditionsverein zeichnet sich meist durch mehrere Faktoren aus:

  • lange Vereinsgeschichte
  • sportliche Bedeutung über Jahrzehnte
  • große, gewachsene Fanbasis
  • regionale oder nationale Identität
  • historische Erfolge
  • prägende Rolle in Bundesliga, DFB-Pokal oder Europapokal
  • emotionale Strahlkraft über Generationen hinweg

Ein Verein kann also sportlich aktuell schwächeln – und trotzdem historisch deutlich größer sein als mancher finanziell gut ausgestattete Klub ohne tiefes kulturelles Fundament.


Die traditionsreichsten Vereine der 1. Bundesliga – große Namen, große Unterschiede

FC Bayern München – Tradition als Weltmarke

Der FC Bayern München ist der wirtschaftlich stärkste und sportlich erfolgreichste Klub des Landes – und zugleich ein Traditionsverein im Vollformat. Gegründet 1900, global vermarktet, national dominant.

Warum Bayern traditionell so bedeutend ist

  • Rekordmeister des deutschen Fußballs
  • mehrfacher Champions-League- bzw. Europapokalsieger
  • prägende Spieler- und Trainergenerationen
  • internationale Strahlkraft weit über Deutschland hinaus

Wirtschaftliche Lage

Bayern ist in Deutschland der Sonderfall schlechthin:
Tradition und wirtschaftliche Stabilität greifen hier nahezu perfekt ineinander.

Der Klub profitiert von:

  • dauerhaft hohen Umsätzen
  • exzellenten Sponsorenverträgen
  • internationaler Vermarktung
  • regelmäßigen Champions-League-Einnahmen
  • starker Merchandising-Maschine
  • einer hochprofessionellen Führungsstruktur

Die Allianz Arena ist ein wirtschaftlicher Hebel, die Marke FC Bayern ein globales Asset. Während andere Traditionsvereine von ihrer Vergangenheit zehren, verdient Bayern jeden Tag aktiv an seiner Geschichte weiter.

Einordnung

Der FC Bayern ist der Musterfall dafür, wie Tradition im modernen Fußball zum Hochleistungsmodell wird.


Borussia Dortmund – Emotion als Geschäftsmodell mit sportlicher Abhängigkeit

Borussia Dortmund ist neben Bayern der wohl größte Traditionsriese der Bundesliga. Der Klub steht für Leidenschaft, Massenwirkung, Stadionkultur und eine der stärksten Fanidentitäten Europas.

Tradition

  • Deutscher Meister in mehreren Epochen
  • Champions-League-Sieger 1997
  • legendäre „Gelbe Wand“
  • europaweit bekanntes Stadionerlebnis
  • Arbeiter- und Ruhrgebietsidentität mit globaler Reichweite

Wirtschaftliche Lage

Dortmund ist wirtschaftlich stark – aber strukturell anders als Bayern.

Stärken:

  • sehr hohe Spieltagseinnahmen
  • starke internationale Vermarktung
  • attraktive Sponsorenplattform
  • hohe Transferkompetenz
  • gute Positionierung im globalen Talentehandel

Risiken:

  • stärkere Abhängigkeit von sportlichem Erfolg
  • Champions-League-Qualifikation ist finanziell wichtig
  • Transfererlöse spielen eine größere Rolle als in München

Die Fast-Insolvenz der frühen 2000er-Jahre hat den BVB geprägt. Seitdem wirtschaftet der Klub deutlich kontrollierter. Dennoch bleibt Dortmund anfälliger für sportliche Dellen als der Rekordmeister.

Einordnung

Borussia Dortmund ist wirtschaftlich stark, aber stärker zyklusabhängig – ein Traditionsverein, der seine Emotion sehr erfolgreich monetarisiert, aber nicht völlig krisenfest ist.


Hamburger SV – zurück in der Bundesliga, aber wirtschaftlich weiter unter Erwartungsdruck

Der Hamburger SV gehört historisch ohne Zweifel zu den größten Namen des deutschen Fußballs. Europapokal, Meisterschaften, jahrzehntelange Bundesliga-Präsenz – der HSV war einst das hanseatische Schwergewicht des Landes.

Tradition

  • Europapokalsieger der Landesmeister 1983
  • Deutscher Meister
  • DFB-Pokalsieger
  • jahrzehntelang als „Dino“ Symbol der Bundesliga
  • enorme bundesweite und regionale Strahlkraft

Wirtschaftliche Lage

Mit der Rückkehr in die 1. Bundesliga verbessert sich die wirtschaftliche Ausgangslage deutlich. Dennoch bleibt der HSV ein Klub mit Altlasten aus Jahren der Fehlsteuerung.

Stärken:

  • riesige Fanbasis
  • starke Vermarktungskraft
  • hohe Zuschauerzahlen
  • attraktive Marke für Sponsoren
  • großes Stadion und hohe mediale Präsenz

Risiken:

  • historisch teure Fehlentscheidungen
  • hoher Erwartungsdruck
  • Aufstieg allein beseitigt strukturelle Probleme nicht automatisch
  • sportlicher Klassenerhalt ist wirtschaftlich enorm wichtig

Der HSV ist kein Sanierungsfall im klassischen Sinn, aber auch kein durchfinanzierter Premiumklub. Der Verein besitzt eine außergewöhnlich starke Umsatzbasis für seine Historie, muss aber beweisen, dass er die Bundesliga-Rückkehr nachhaltig stabilisieren kann.

Einordnung

Der HSV ist wieder dort, wo er sich selbst immer gesehen hat – doch wirtschaftlich beginnt mit dem Aufstieg nicht das Happy End, sondern die eigentliche Bewährungsprobe.


1. FC Köln – Traditionsmacht mit riesiger Wucht und chronischer Unruhe

Der 1. FC Köln ist einer der klassischsten Traditionsvereine Deutschlands: große Stadt, riesige Fanbasis, hohe emotionale Aufladung, starke Vergangenheit – und notorische Schwankungen.

Tradition

  • Deutscher Meister
  • DFB-Pokalsieger
  • einer der prägenden Klubs der frühen Bundesliga-Jahre
  • außergewöhnliche Stadionatmosphäre
  • enorme Identifikation in Stadt und Region

Wirtschaftliche Lage

Mit der Rückkehr in die 1. Bundesliga verbessert sich auch für Köln die wirtschaftliche Perspektive deutlich. Trotzdem bleibt der FC ein Klub, dessen wirtschaftliche Lage stark an sportlicher Stabilität hängt.

Stärken:

  • sehr große Fanbasis
  • starke Merchandising-Erlöse
  • hohes Zuschauerpotenzial
  • große Sponsorenattraktivität
  • emotionale Marke mit nationaler Zugkraft

Risiken:

  • sportliche Volatilität
  • hohe Nervosität im Umfeld
  • Fehlplanungen schlagen finanziell schnell durch
  • Abstiegsangst ist beim FC fast immer ein realer Faktor

Köln ist wirtschaftlich deutlich stärker als viele mittelgroße Bundesligisten, aber eben auch anfällig für Selbstbeschädigung durch Unruhe, Fehlentscheidungen und kurzfristiges Denken.

Einordnung

Der 1. FC Köln ist ein Traditionsriese mit Erstliga-Wucht – aber auch mit dem Talent, sich aus guter Ausgangslage in neue Unruhe zu manövrieren.


Werder Bremen – viel Tradition, viel Sympathie, begrenzte finanzielle Reserven

Werder Bremen ist einer der beliebtesten und historisch bedeutendsten Klubs des Landes. Werder steht für Kontinuität, norddeutsche Fußballkultur und einige der prägendsten Epochen der Bundesliga-Geschichte.

Tradition

  • mehrfacher Deutscher Meister
  • DFB-Pokalsieger
  • Europapokalsieger der Pokalsieger
  • legendäre Zeiten unter Otto Rehhagel und Thomas Schaaf

Wirtschaftliche Lage

Werder hat sich nach schwierigen Jahren stabilisiert, bleibt aber wirtschaftlich nicht auf dem Niveau der ganz großen Namen.

Stärken:

  • starke Fanbindung
  • hohe Auslastung im Weserstadion
  • klare Markenidentität
  • gute regionale Verwurzelung

Risiken:

  • begrenzte Investitionskraft
  • kaum großer finanzieller Puffer
  • sportlicher Rückschlag wirkt relativ schnell in die Bilanz
  • internationale Einnahmen fehlen meist

Der Abstieg hatte Spuren hinterlassen, der Wiederaufbau hat den Klub stabilisiert. Doch Werder bleibt ein Verein, der vernünftig wirtschaften muss, weil große Fehlgriffe kaum abgefedert werden können.

Einordnung

Werder ist ein gesunder Traditionsverein mit begrenzter Feuerkraft – wirtschaftlich solide, aber nicht komfortabel.


Borussia Mönchengladbach – historisch groß, wirtschaftlich solide, sportlich zuletzt unter Soll

Die Borussia aus Mönchengladbach gehört historisch zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Die 1970er machten den Klub zum Mythos.

Tradition

  • große Titelära in den 1970ern
  • mehrere Meisterschaften
  • DFB-Pokalsiege
  • UEFA-Cup-Historie
  • bundesweit gewachsene Fanbasis

Wirtschaftliche Lage

Gladbach steht wirtschaftlich vergleichsweise solide da.

Stärken:

  • stabiles Stadionumfeld
  • gute Zuschauerzahlen
  • solide Sponsorenstruktur
  • geordnete Vereinsführung im Vergleich zu vielen Traditionskonkurrenten

Schwächen:

  • weniger internationale Präsenz als früher
  • geringere Zusatzerlöse
  • sportlicher Stillstand kostet Strahlkraft
  • im Wettbewerb um Top-Talente begrenzte Schlagkraft

Gladbach ist kein Krisenklub, aber ein Verein, dessen wirtschaftliche Perspektive spürbar besser wäre, wenn der sportliche Anspruch auf Europa wieder regelmäßig eingelöst würde.

Einordnung

Traditionell riesig, wirtschaftlich stabil, sportlich zuletzt etwas zu sehr im Wartemodus.


VfB Stuttgart – Traditionsklub mit wachsender Stabilität

Der VfB Stuttgart ist einer der großen Traditionsvereine im Süden Deutschlands. Historisch stark, regional tief verankert und sportlich zuletzt wieder deutlich auf dem Weg nach oben.

Tradition

  • Deutscher Meister
  • DFB-Pokalsieger
  • starke Nachwuchsarbeit
  • große Bedeutung im süddeutschen Fußball

Wirtschaftliche Lage

Der VfB hat sich in den vergangenen Jahren spürbar stabilisiert.

Stärken:

  • starke Wirtschaftsregion im Hintergrund
  • attraktiver Standort
  • hohes Zuschauerinteresse
  • verbesserte sportliche Vermarktung
  • wachsender Wert des Kaders

Risiken:

  • in der Vergangenheit häufige Schwankungen
  • strukturelle Debatten über Einfluss, Gremien und Investoren
  • Gefahr, nach sportlichem Hoch wieder in Unruhe zu geraten

Aktuell zählt der VfB zu den Traditionsvereinen mit besonders positiver Entwicklung.

Einordnung

Der VfB ist derzeit eines der besten Beispiele dafür, wie Tradition, Talententwicklung und wirtschaftliche Vernunft wieder zusammenfinden können.


Die traditionsreichsten Vereine der 2. Bundesliga – große Namen, große Geschichten, oft große Baustellen

Die 2. Bundesliga ist in Deutschland seit Jahren keine gewöhnliche zweite Liga mehr. Sie ist regelmäßig ein Sammelbecken historisch bedeutender Klubs mit gewaltiger Fanbasis – aber oft auch mit offenen Rechnungen.


FC Schalke 04 – Tradition in XXL, wirtschaftliche Probleme ebenfalls

Wenn es um Tradition geht, gehört Schalke 04 in jede Spitzengruppe. Kaum ein Verein verkörpert Arbeiterkultur, Massenwirkung und emotionale Wucht so stark wie der Klub aus Gelsenkirchen.

Tradition

  • einer der größten Arbeitervereine Europas
  • Meistertitel in früheren Epochen
  • UEFA-Cup-Sieger 1997
  • legendäre Fanbasis
  • enorme Identität im Ruhrgebiet

Wirtschaftliche Lage

Schalke ist gleichzeitig das drastischste Beispiel dafür, wie sehr Tradition und wirtschaftliche Realität auseinanderdriften können.

Probleme:

  • hohe Schuldenlast
  • Folgen von Abstieg und Instabilität
  • schwankende TV-Einnahmen
  • Altlasten aus früheren Fehlentscheidungen
  • eingeschränkte Handlungsspielräume auf dem Transfermarkt

Stärken:

  • überragende Fanbasis
  • hohe Stadionauslastung
  • enorme Medienpräsenz
  • starke Sponsorenanziehungskraft trotz Krise

Schalke bleibt ein Klub mit riesigem Umsatzpotenzial – aber auch mit einer Struktur, die extrem empfindlich auf sportliche Rückschläge reagiert.

Einordnung

Schalke ist ein Traditionskoloss, der wirtschaftlich weiter taumelt – und trotzdem größer wirkt als viele Erstligisten.


Hertha BSC – Hauptstadtklub im Reparaturbetrieb

Hertha BSC ist ein traditionsreicher Berliner Klub mit langer Bundesliga-Historie und großem Stadtraum hinter sich. Doch wirtschaftlich war die Hertha in den vergangenen Jahren eher Warnung als Vorbild.

Tradition

  • tiefe Verwurzelung in Berlin
  • lange Erstliga-Geschichte
  • großer Name im deutschen Fußball
  • Hauptstadtbonus in Wahrnehmung und Vermarktung

Wirtschaftliche Lage

Die Hertha leidet noch immer unter den Folgen einer verfehlten Großmannssucht.

Probleme:

  • Investorenmittel ohne nachhaltigen sportlichen Ertrag
  • teure Fehlplanungen
  • unruhige Führungsjahre
  • Absturz in die 2. Liga
  • hoher Konsolidierungsdruck

Stärken:

  • großer Markt
  • relevante Marke
  • grundsätzlich attraktiver Standort
  • Potenzial für Sponsoren und Vermarktung

Einordnung

Hertha ist aktuell weniger Hauptstadtklub mit Glanz als Traditionsverein im Sanierungsmodus – mit Potenzial, aber ohne Garantien.


1. FC Kaiserslautern – Mythos Betze, wirtschaftlich kein Selbstläufer

Der 1. FC Kaiserslautern ist einer der emotionalsten Traditionsvereine Deutschlands. Kaum ein Stadion ist so aufgeladen, kaum ein Klub lebt so stark von seiner Geschichte.

Tradition

  • Deutscher Meister
  • legendärer Meistertitel als Aufsteiger 1998
  • Fritz-Walter-Erbe
  • Betzenberg als Kultort

Wirtschaftliche Lage

Kaiserslautern hat schwere Jahre hinter sich und bleibt wirtschaftlich eher empfindlich.

Stärken:

  • außergewöhnliche Fanbindung
  • hohe Strahlkraft trotz kleinerem Markt
  • starke Symbolik und Identität

Risiken:

  • begrenzte wirtschaftliche Reserven
  • regionale Finanzkraft kleiner als bei Großstadtvereinen
  • sportlicher Misserfolg wirkt schnell belastend
  • wenig Spielraum für große Fehler

Einordnung

Kaiserslautern ist ein Mythos mit Zugkraft – aber wirtschaftlich eher auf Balance als auf Komfort gebaut.


1. FC Nürnberg – historischer Riese, wirtschaftlich eher Mittelmaß

Der 1. FC Nürnberg ist einer der historisch bedeutendsten Vereine des deutschen Fußballs. Als mehrfacher Meister ist der Club ein Name mit Gewicht – vor allem in der Geschichte.

Tradition

  • vielfacher Deutscher Meister
  • einer der klassischen Ur-Namen des deutschen Fußballs
  • große historische Bedeutung

Wirtschaftliche Lage

Heute ist Nürnberg wirtschaftlich solide, aber nicht herausragend.

Stärken:

  • stabile Fanbasis
  • gute regionale Verankerung
  • solide Vermarktung

Schwächen:

  • sportlich seit Jahren zu unkonstant
  • begrenzte finanzielle Schlagkraft
  • kein wirtschaftliches Spitzenmodell innerhalb der großen Traditionsvereine

Einordnung

Historisch riesig, aktuell eher ein Traditionsverein mit ordentlicher Basis, aber ohne großen wirtschaftlichen Hebel.


Hannover 96 – unterschätzte Tradition, relativ geordnete Struktur

Hannover 96 wird oft nicht so emotional überhöht wie Schalke, HSV oder Lautern, gehört aber historisch und strukturell klar in den Kreis der großen Traditionsvereine.

Tradition

  • Deutscher Meister in früheren Epochen
  • DFB-Pokalsieger
  • lange Präsenz im Profifußball
  • große regionale Bedeutung

Wirtschaftliche Lage

Hannover ist oft wirtschaftlich geordneter als sein Image.

Stärken:

  • solide Infrastruktur
  • relativ vernünftige wirtschaftliche Basis
  • attraktiver Standort
  • stabile Rahmenbedingungen

Risiken:

  • Führungs- und Strukturdebatten belasten das Bild
  • sportlich fehlender Durchbruch
  • bundesweite emotionale Strahlkraft geringer als bei manchem Rivalen

Einordnung

Hannover ist wirtschaftlich oft stabiler als der Ruf – aber ohne die emotionale Wucht, die andernorts Krisen leichter überstrahlt.


Fortuna Düsseldorf – rheinische Tradition mit vergleichsweise vernünftiger Haushaltsführung

Fortuna Düsseldorf ist einer der sympathischeren klassischen Traditionsvereine der 2. Liga: große Geschichte, solide Fanbasis, weniger Pathos als andere – und oft erstaunlich vernünftig geführt.

Tradition

  • DFB-Pokalsiege
  • Europapokalgeschichte
  • starke rheinische Fußballkultur
  • treue Anhängerschaft

Wirtschaftliche Lage

Fortuna gilt häufig als relativ geordnet.

Stärken:

  • gute Zuschauerbasis
  • ordentliche Vermarktung
  • solide Kostenkontrolle
  • kein Hang zum Größenwahn

Schwächen:

  • begrenzte finanzielle Hebel
  • Aufstieg gegen größere Konkurrenz schwierig
  • keine außergewöhnlichen Rücklagen oder Marktgröße

Einordnung

Fortuna ist ein gesunder Traditionsverein – ohne großes Blendwerk, aber auch ohne riesige wirtschaftliche Reserven.


Wer verbindet aktuell Tradition und wirtschaftliche Stabilität am besten?

Wenn man Tradition und aktuelle wirtschaftliche Stabilität zusammendenkt, ergibt sich ungefähr folgende Einordnung:

Sehr stark aufgestellt

  • FC Bayern München
  • Borussia Dortmund
  • VfB Stuttgart
  • Borussia Mönchengladbach

Stark, aber mit klaren Risiken

  • Hamburger SV
  • 1. FC Köln
  • Werder Bremen

Traditionell riesig, wirtschaftlich fragiler

  • FC Schalke 04
  • Hertha BSC
  • 1. FC Kaiserslautern
  • 1. FC Nürnberg
  • Hannover 96
  • Fortuna Düsseldorf

Warum Tradition heute hilft – aber nicht rettet

Traditionsvereine haben klare Vorteile:

  • höhere Zuschauerzahlen
  • stärkere Fanloyalität
  • bessere Sponsorenansprache
  • größere mediale Aufmerksamkeit
  • stabilere Markenidentität
  • mehr Krisenresistenz im öffentlichen Bild

Aber sie haben auch Nachteile:

  • überzogene Erwartungen
  • politisierte Vereinsumfelder
  • emotionale Schnellschüsse
  • kostspielige Fehlentscheidungen aus altem Selbstverständnis
  • permanente Vergleiche mit goldenen Zeiten

Ein Traditionsverein ist deshalb oft widerstandsfähiger als ein kleiner Kunstprodukt-Klub, aber nicht automatisch gesünder. Im Gegenteil: Gerade weil so viel Emotion im Spiel ist, werden wirtschaftliche Vernunft und strategische Geduld oft erschwert.


Fazit: Große Namen, große Geschichten – aber sehr unterschiedliche Bilanzen

Die traditionsreichsten Vereine in Deutschlands erster und zweiter Liga sind nicht automatisch die erfolgreichsten oder wirtschaftlich stabilsten. Doch sie besitzen etwas, das im modernen Fußball weiterhin enorm wertvoll ist: Relevanz.

Der FC Bayern zeigt, wie man Geschichte in globale Stärke übersetzt.
Borussia Dortmund beweist, wie emotionale Wucht zu einem tragfähigen Geschäftsmodell werden kann.
Hamburg und Köln kehren mit großer Wucht in die Bundesliga zurück, müssen ihre Rückkehr aber wirtschaftlich erst verstetigen.
Werder, Gladbach und Stuttgart stehen für unterschiedliche Grade kontrollierter Tradition.
Und Schalke, Hertha oder Kaiserslautern machen deutlich, dass Vergangenheit keine Bilanz saniert – aber sehr wohl verhindern kann, dass ein Klub in Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Am Ende gilt im deutschen Fußball mehr denn je:

Tradition ist kein Ersatz für wirtschaftliche Vernunft. Aber sie ist oft das letzte Netz, das einen Verein auffängt, wenn alles andere längst gerissen ist.


Subjektives Ranking: Die traditionsreichsten Vereine aus 1. und 2. Bundesliga

Top 10 nach historischer Strahlkraft

  1. FC Bayern München
  2. Borussia Dortmund
  3. FC Schalke 04
  4. Hamburger SV
  5. 1. FC Köln
  6. Werder Bremen
  7. Borussia Mönchengladbach
  8. VfB Stuttgart
  9. 1. FC Kaiserslautern
  10. 1. FC Nürnberg

Knapp dahinter

  • Hertha BSC
  • Hannover 96
  • Fortuna Düsseldorf

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