Der politische Kleinkrieg in den USA erreicht die nächste Eskalationsstufe. Ex-Präsident Joe Biden zieht jetzt vor Gericht, um die Veröffentlichung brisanter Tonaufnahmen aus Gesprächen mit dem Ghostwriter seiner Memoiren zu verhindern.
Konkret geht es um Interviews aus den Jahren 2016 und 2017, die Biden damals für sein Buch „Promise Me, Dad“ führte. Darin sprach er unter anderem sehr persönlich über den Tod seines Sohnes Beau Biden und die Folgen für seine politische Zukunft.
Jetzt will das US-Justizministerium die Aufnahmen offenbar an den Justizausschuss des Repräsentantenhauses weitergeben — und möglicherweise öffentlich machen.
Bidens Anwälte laufen dagegen Sturm. Sie argumentieren:
Auch ein ehemaliger Präsident habe ein Recht auf Privatsphäre, besonders bei persönlichen Gesprächen im eigenen Zuhause. Schließlich seien die Aufnahmen ursprünglich im Rahmen der Ermittlungen zu Bidens Umgang mit geheimen Dokumenten entstanden — Ermittlungen, die am Ende übrigens ohne Anklage beendet wurden.
Doch im Trump-nahen republikanischen Lager sieht man die Sache ganz anders.
Dort wittern konservative Kreise die Chance, Biden erneut als geistig angeschlagen darzustellen. Besonders die Heritage Foundation und republikanische Abgeordnete wie Jim Jordan drängen auf die Veröffentlichung der Aufnahmen. Ihr Argument:
Die amerikanische Öffentlichkeit müsse erfahren, wie fit Biden wirklich gewesen sei.
Kritiker sehen darin allerdings vor allem den nächsten Versuch, politische Munition für den Wahlkampf zu sammeln.
Denn die Tonbänder könnten — unabhängig vom eigentlichen Inhalt — vor allem eines liefern:
neue Schlagzeilen über Bidens Alter, seine Erinnerungslücken und seinen Gesundheitszustand.
Die politische Botschaft dahinter ist offensichtlich:
Während Trump weiter offensiv gegen Biden austeilt, versucht Biden nun zumindest juristisch eine Grenze zu ziehen.
Der Fall zeigt erneut, wie erbittert und persönlich die politische Auseinandersetzung in den USA inzwischen geworden ist. Selbst private Gespräche über familiäre Tragödien werden mittlerweile Teil des politischen Dauerkriegs zwischen Demokraten und Republikanern.
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