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Tote Schwangere, vertuschte Hinweise und ein Polizist unter Mordverdacht

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Der Fall Sandra Birchmore erschüttert die USA – und wirft schwere Fragen über Machtmissbrauch, Polizeiversagen und mögliche Vertuschung auf. Jahrelang galt der Tod der 23-Jährigen aus Massachusetts offiziell als Selbstmord. Doch geheime Textnachrichten, Überwachungsvideos und neue Ermittlungen zeichnen inzwischen ein völlig anderes Bild.

Sandra Birchmore war im Februar 2021 im dritten Monat schwanger. Freunde und Familie beschreiben sie als glücklich und voller Vorfreude auf ihr Baby. Sie plante bereits Schwangerschaftsfotos, kaufte Babykleidung und wollte ihre Schwangerschaft am Valentinstag öffentlich bekannt machen.

Drei Tage später wurde sie tot in ihrer Wohnung gefunden – mit einem Gurt um den Hals, sitzend auf dem Schlafzimmerboden. Die Gerichtsmedizin erklärte ihren Tod zunächst zum Selbstmord. Doch Angehörige glaubten von Anfang an nicht an diese Version.

Mehr als drei Jahre später platzte schließlich eine Bombe: Bundesermittler beschuldigen den ehemaligen Polizisten Matthew Farwell, Birchmore getötet zu haben, um eine langjährige sexuelle Beziehung zu vertuschen, die laut Ermittlern begann, als Sandra erst 15 Jahre alt war.

Farwell arbeitete damals bei der Polizei von Stoughton und betreute Jugendliche im sogenannten „Explorer-Programm“, das jungen Menschen Einblicke in Polizeiberufe geben sollte. Laut den Ermittlungen nutzte er seine Position gezielt aus, um Birchmore zu manipulieren und über Jahre sexuell auszubeuten.

Besonders brisant: Weitere Polizisten sollen ebenfalls sexuelle Beziehungen zu der jungen Frau gehabt haben. Vier Beamte verloren später ihre Zulassung als Polizeibeamte. Strafrechtlich angeklagt wurde bisher jedoch nur Matthew Farwell.

Die neuen Ermittlungen stützen sich vor allem auf digitale Spuren. Textnachrichten, iPhone-Daten und Überwachungsvideos sollen belegen, dass Farwell am Abend ihres Todes noch in ihrer Wohnung war. Aufnahmen zeigen eine maskierte Person, die das Gebäude betritt und knapp 30 Minuten später wieder verlässt.

Bundesanwälte gehen davon aus, dass Farwell Birchmore tötete und den Tatort anschließend wie einen Selbstmord aussehen ließ. Hinweise auf einen Kampf sollen unter anderem eine zerbrochene Halskette und verstreute Haarspangen liefern.

Die Verteidigung weist alle Vorwürfe zurück. Farwells Anwälte argumentieren, Birchmore habe psychische Probleme gehabt und über Selbstmord nachgedacht. Ermittler widersprechen jedoch deutlich. Familie, Freunde und sogar ihre Therapeutin hätten erklärt, sie sei nicht suizidgefährdet gewesen.

Der Fall sorgt inzwischen landesweit für Empörung – auch wegen möglicher Fehler der Ermittlungsbehörden. Kritiker werfen Polizei und Gerichtsmedizin vor, wichtige Hinweise ignoriert und den Fall vorschnell als Selbstmord eingestuft zu haben. Erst nach massivem öffentlichen Druck und bundesweiten Protesten wurde der Fall neu aufgerollt.

Inzwischen wurde sogar die offizielle Todesursache geändert. Statt „Selbstmord“ lautet die neue Einstufung nun „Erstickung – Todesart unbestimmt“.

Für Sandra Birchmores Familie bleibt der Schmerz enorm. Doch nach Jahren des Wartens hoffen ihre Angehörigen nun endlich auf Gerechtigkeit.

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