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Europa erlebt historische Hitzewelle – Experten schlagen Alarm

lucasgeorgewendt (CC0), Pixabay
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Europa erlebt derzeit eine außergewöhnlich frühe und extreme Hitzewelle, die bereits jetzt Rekorde bricht und tödliche Folgen hat. Meteorologen sprechen von einer „beispiellosen“ Wetterlage. Besonders betroffen sind Großbritannien, Frankreich und Spanien.

Verantwortlich für die extremen Temperaturen ist eine sogenannte „Hitzeglocke“ – ein stabiles Hochdruckgebiet, das heiße Luft über Europa festhält und zusätzlich aufheizt. Experten betonen, dass solche Wetterlagen durch den Klimawandel häufiger und intensiver werden.

In Großbritannien wurde am Montag mit 34,8 Grad Celsius der heißeste Maitag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen. Bereits einen Tag später wurde der Rekord erneut gebrochen: In London stiegen die Temperaturen auf 35 Grad. Normal wären zu dieser Jahreszeit etwa 20 Grad.

Die Folgen waren sofort spürbar. In Edinburgh brach nahe des bekannten Arthur’s Seat ein Flächenbrand aus. In Südostengland kam es zu Wasserknappheit, weil der Verbrauch stark anstieg. Zudem erlebte Großbritannien sogenannte „tropische Nächte“, bei denen die Temperaturen selbst nachts nicht unter 20 Grad fallen.

Besonders problematisch: Viele britische Häuser sind auf solche Temperaturen nicht ausgelegt. Nur rund fünf Prozent der Wohnungen verfügen über Klimaanlagen. Experten warnen deshalb vor gesundheitlichen Risiken. Ein Bericht des britischen Klimaausschusses erklärte zuletzt, das Land sei „für ein Klima gebaut worden, das es nicht mehr gibt“.

Auch Frankreich meldet historische Temperaturen. Der Wetterdienst Météo France sprach von „beispielloser Hitze“ für den Monat Mai. Die extremen Bedingungen forderten bereits mehrere Todesopfer. Nach Angaben der französischen Regierung starben mindestens sieben Menschen direkt oder indirekt infolge der Hitze, darunter mehrere Badegäste.

Zudem kollabierten Teilnehmer bei Sportveranstaltungen. In Paris starb ein 53-jähriger Läufer während eines Rennens, in Lyon kam eine Frau bei einem Fitness-Event ums Leben. Ob die Hitze direkt verantwortlich war, wird noch untersucht. Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari warnte jedoch ausdrücklich vor sportlichen Aktivitäten bei extremer Wärme.

Auch Spanien kämpft mit ungewöhnlich hohen Temperaturen. Im Süden des Landes werden in den kommenden Tagen Werte von bis zu 40 Grad erwartet.

Klimaforscher sehen in der Hitzewelle einen weiteren deutlichen Hinweis auf die Folgen der Erderwärmung. Europa gilt inzwischen als der Kontinent, der sich weltweit am schnellsten erwärmt. Bereits 2024 starben laut Studien mehr als 62.000 Menschen in Europa an den Folgen extremer Hitze.

Experten warnen, dass die kommenden Jahre noch heißer werden könnten. Das aktuelle Wetterjahr dürfte zwar zu den heißesten jemals gemessenen gehören – gleichzeitig könnte es langfristig sogar noch zu den vergleichsweise kühleren Jahren zählen, die die heutige Generation erleben wird.

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