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Thailand hat genug: Urlaub ja – aber bitte ohne Tempelrandale und Dauerparty

Walkerssk (CC0), Pixabay
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Thailand zieht die Reißleine.

Wer bisher dachte, man könne mit einem Rucksack, drei Flip-Flops und einem fragwürdigen Tattoo gleich zwei Monate visafrei durchs Land tingeln, muss künftig umplanen.

Die thailändische Regierung verkürzt die visafreie Aufenthaltsdauer für Bürger aus mehr als 90 Ländern — darunter die USA, Großbritannien und Australien — wieder von 60 auf 30 Tage.

Mit anderen Worten:
Die Ära des „Ich bleib mal spontan ein halbes Jahr auf Koh Phangan“ bekommt einen Dämpfer.

Willkommen im Land des Lächelns – aber benehmt euch bitte

Offiziell begründet Thailand den Schritt mit Sicherheitsbedenken.

Inoffiziell dürfte man in Bangkok schlicht festgestellt haben:
Nicht jeder Tourist entwickelt sich nach dem dritten Eimer-Cocktail automatisch zum kulturellen Botschafter.

Denn in den vergangenen Jahren häuften sich:

  • betrunkene Schlägereien,
  • Tempel-Vandalismus,
  • illegale Arbeitsaufenthalte,
  • Drogenfälle
  • und allerlei Social-Media-Material, bei dem selbst Tuk-Tuk-Fahrer vermutlich kurz den Kopf schütteln mussten.

Vom Traumziel zur Dauer-WG für Backpacker

Eigentlich hatte Thailand die Regeln 2024 extra gelockert, um nach der Corona-Krise wieder mehr Touristen anzulocken.

Das funktionierte auch hervorragend:
2025 kamen fast 33 Millionen Besucher ins Land.

Leider offenbar inklusive einiger Menschen, die „Urlaub“ mit „inoffizielle Auswanderung inklusive Hängematte“ verwechselt haben.

Die Regierung hatte wohl irgendwann das Gefühl:
„Vielleicht war 60 Tage visafrei doch ein kleines bisschen zu entspannt.“

Russische Touristen verändern das Bild

Besonders auffällig:
Russische Touristen gehören inzwischen zu den größten Besuchergruppen in Thailand.

Während viele europäische Länder nach dem Ukraine-Krieg Einschränkungen für russische Reisende einführten, blieb Thailand offen.

Das Ergebnis:
Phuket entwickelte sich zeitweise gefühlt zu einer Mischung aus Strandparadies, Kryptowährungsmesse und Moskauer Winterfluchtprogramm.

Die thailändischen Behörden warnen inzwischen regelmäßig vor Visa-Überziehungen und illegalen Tätigkeiten.

Auch Israel mahnt seine Urlauber

Sogar die israelische Botschaft sah sich inzwischen genötigt, Urlauber auf Phuket daran zu erinnern, dass lokale Gesetze tatsächlich gelten — auch wenn man gerade in Badehose unterwegs ist.

Eine bemerkenswerte Entwicklung:
Früher musste man Touristen erklären, wo der Strand ist.
Heute erklärt man ihnen offenbar vorsorglich, dass man Tempel nicht beschädigt und keine internationalen Zwischenfälle verursacht.

Thailand kennt das Problem bereits vom Cannabis-Boom

Ganz neu ist die Entwicklung nicht.

Schon 2022 hatte Thailand als erstes asiatisches Land Cannabis teilweise legalisiert.
Kurz darauf explodierte der „Green Rush“:
Cannabis-Shops schossen aus dem Boden wie Palmen nach Monsunregen.

Irgendwann stellte die Regierung dann fest:
„Vielleicht hätten wir vorher doch ein paar Regeln aufschreiben sollen.“

Nun passiert beim Tourismus offenbar etwas Ähnliches:
Erst maximale Lockerung.
Dann die Erkenntnis:
Menschen nutzen Freiheiten tatsächlich aus.

Urlaub ja – aber bitte mit Benehmen

Thailand bleibt natürlich eines der beliebtesten Reiseziele der Welt:

  • Traumstrände,
  • Inseln,
  • Streetfood,
  • Tempel
  • und tropisches Wetter locken weiterhin Millionen Menschen an.

Die Botschaft aus Bangkok lautet jetzt allerdings klar:
Feiern gerne.
Bleiben gerne.
Aber benehmt euch bitte dabei wie Gäste — und nicht wie Teilnehmer einer internationalen Realityshow namens „Hangover XXL“.

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