Bei einem mutmaßlichen Terroranschlag auf eine pro-israelische Veranstaltung in Boulder, Colorado, sind am Sonntag mindestens acht Menschen verletzt worden. Der mutmaßliche Täter, Mohamed Sabry Soliman (45) aus dem El Paso County, Colorado, wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen. Das FBI behandelt den Vorfall als einen möglichen Terrorakt.
Flammenwerfer und Brandvorrichtung im Einsatz
Die Tat ereignete sich laut Polizei gegen 13:26 Uhr Ortszeit auf dem belebten Pearl Street Mall, wo regelmäßig eine friedliche Kundgebung zur Freilassung israelischer Geiseln in Gaza stattfindet. Augenzeugen zufolge griff der Täter die Menge mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einem Brandsatz an. Laut FBI habe er dabei „Free Palestine“ gerufen.
Die acht Verletzten – vier Männer und vier Frauen im Alter von 52 bis 88 Jahren – wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Verdächtige wurde ebenfalls verletzt, medizinisch versorgt und danach in das Boulder County Gefängnis überstellt. Die Kaution wurde auf 10 Millionen US-Dollar festgesetzt.
Einreise auf Touristenvisum – Asylantrag läuft
Laut Tricia McLaughlin vom US-Heimatschutzministerium reiste Soliman im August 2022 mit einem B-2-Touristenvisum ein, das bereits im Februar 2023 ablief. Er habe im September 2022 zudem Asyl beantragt – ein Verfahren, das laut aktuellen Daten vor einem stark überlasteten Einwanderungsgericht noch anhängig sein könnte.
Kritik kam umgehend aus politischen Reihen: Stephen Miller, stellvertretender Stabschef im Weißen Haus unter Ex-Präsident Trump, bezeichnete Soliman als „illegalen Einwanderer“ und kritisierte die Biden-Regierung für die mutmaßliche Ausstellung einer Arbeitserlaubnis trotz Visaverstoßes.
Durchsuchung durch FBI und laufende Ermittlungen
Wenige Stunden nach Solimans Verhaftung durchsuchten FBI-Ermittler dessen Wohnsitz in El Paso County. Die Ermittlungen stehen laut Behörden ganz am Anfang, nähere Informationen zum Fund in der Wohnung wurden nicht veröffentlicht.
FBI-Sonderermittler Mark Michalek betonte, es gebe derzeit keine Hinweise auf Mittäter oder Verbindungen zu einer organisierten Gruppe. Man sei jedoch dabei, sämtliche Spuren auszuwerten.
Anklage in Vorbereitung
Die Staatsanwaltschaft von Boulder County arbeitet aktuell gemeinsam mit der Bundesanwaltschaft an der Festlegung der Anklagepunkte. Neben versuchtem Mord und dem Einsatz von Sprengstoffen könnten auch bundesweite Terroranklagen zur Anwendung kommen. „Wir sind uns absolut einig: Der Täter wird vollständig zur Verantwortung gezogen“, erklärte Bezirksstaatsanwalt Michael Doherty.
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