Sturmwind, Hagel, Hochwasser und Blitzschlag können innerhalb weniger Minuten enorme Schäden an Gebäuden und Hausrat verursachen. Neue Zahlen der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein zeigen nun, welche Dimension die Absicherung gegen solche Risiken erreicht hat: In Liechtenstein sind Werte von insgesamt 31,9 Milliarden Schweizer Franken gegen Feuer- und Elementarschäden versichert.
Damit übersteigt die versicherte Summe das Bruttoinlandsprodukt des Landes um mehr als das Vierfache. Die FMA bezeichnet die Feuer- und Elementarschadenversicherung deshalb als wichtigen Bestandteil des Risikomanagements Liechtensteins – von der Vorsorge gegen Naturgefahren über die Bewältigung eines Ereignisses bis zum anschließenden Wiederaufbau.
Die Besonderheit: Liechtenstein gehört zusammen mit der Schweiz zu den wenigen Ländern mit einem flächendeckenden Versicherungsschutz gegen Feuer- und Elementarschäden für Gebäude und Hausrat. Die Finanzmarktaufsicht veröffentlichte die aktuellen Ergebnisse am 1. September 2026.
Sturmwind ist die häufigste Naturgefahr
Die Schadensstatistik für 2025 zeigt besonders deutlich, welches Naturereignis am häufigsten zu Versicherungsfällen führte.
125 Schäden wurden durch Sturmwind verursacht.
Damit war Sturm auch 2025 – wie bereits in den Vorjahren – die häufigste Ursache für Elementarschäden. Dahinter folgen Hagel und Hochwasser.
Unter Elementarschäden fallen dabei nicht nur die besonders bekannten Risiken Sturm und Überschwemmung. Zum versicherten Bereich gehören laut FMA Schäden durch Hochwasser, Überschwemmung, Sturm, Hagel, Lawinen, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag und Erdrutsch.
Damit deckt die Versicherung ein breites Spektrum an Naturgefahren ab.
Bei Feuerschäden liegt Blitzschlag an der Spitze
Ein anderes Bild zeigt sich bei der Feuerversicherung.
Hier war Blitzschlag die häufigste Schadenursache. Insgesamt registrierte die Statistik 95 Feuerschäden. Davon entfielen 16 auf Blitzschlag. Das entspricht rechnerisch rund 16,8 Prozent aller erfassten Feuerschäden.
An zweiter Stelle stand das sogenannte „Bestimmungsmässige Feuer“.
Hinter dem zunächst ungewöhnlich klingenden Begriff stehen Feuerquellen, die grundsätzlich bewusst beziehungsweise bestimmungsgemäß verwendet werden, aus denen aber dennoch ein Schaden entstehen kann. Die FMA nennt beispielsweise Zündhölzer und Feuerzeuge, Rauchzeug, Kerzen, Schweißen und Löten sowie Feuerwerk.
Gerade diese Kategorie zeigt, dass erhebliche Brandschäden nicht ausschließlich durch spektakuläre technische Defekte oder außergewöhnliche Ereignisse entstehen müssen. Auch alltägliche Feuerquellen können zum Versicherungsfall werden.
Versicherer zahlten rund elf Millionen Franken
Besonders interessant wird die Statistik beim Blick auf die tatsächlich geleisteten Zahlungen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden insgesamt rund 11 Millionen Schweizer Franken für Schäden ausgezahlt.
Davon entfielen rund 8,4 Millionen Franken auf die Feuerversicherung und weitere 2,6 Millionen Franken auf die Elementarschadenversicherung.
Damit machten Feuerschäden rechnerisch rund 76 Prozent der gesamten Schadenzahlungen aus. Auf Elementarschäden entfielen etwa 24 Prozent.
Die reine Zahl der Schadenereignisse sagt also noch wenig darüber aus, wie teuer ein Schadenjahr tatsächlich wird.
Weniger Schadenereignisse – trotzdem höhere Zahlungen
Genau das zeigt ein weiterer bemerkenswerter Befund.
Obwohl die Zahl der Schadenereignisse gegenüber dem Vorjahr zurückging, stiegen die geleisteten Zahlungen.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Weniger Schäden bedeuten nicht automatisch geringere Gesamtkosten. Einige wenige große Schäden können finanziell wesentlich schwerer wiegen als zahlreiche kleinere Ereignisse.
Aus den veröffentlichten Angaben lässt sich allerdings nicht ableiten, welches einzelne Ereignis für den Anstieg verantwortlich war. Ebenso wäre es ohne die vollständige Detailstatistik zu weitgehend, daraus einen allgemeinen langfristigen Trend steigender Schadenschwere abzuleiten.
Fest steht lediglich: 2025 wurden trotz weniger Schadenereignissen insgesamt höhere Zahlungen geleistet als im Vorjahr.
31,9 Milliarden Franken stehen elf Millionen Schadenzahlungen gegenüber
Die Dimension des Versicherungssystems wird besonders deutlich, wenn man die beiden Größen nebeneinanderstellt.
Auf der einen Seite stehen versicherte Werte von 31,9 Milliarden Franken. Auf der anderen Seite wurden im Geschäftsjahr 2025 rund 11 Millionen Franken an Schadenleistungen ausgezahlt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sich daraus einfach eine Rendite oder Schadenquote von rund 0,03 Prozent ableiten ließe. Dafür wären unter anderem Prämieneinnahmen, versicherungstechnische Rückstellungen, konkrete Versicherungssummen der betroffenen Risiken und weitere Geschäftsdaten erforderlich.
Die Zahlen zeigen vielmehr die Größenordnung des Vermögens, das gegen entsprechende Risiken abgesichert ist.
Gebäudeschätzung spielt eine entscheidende Rolle
Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Veröffentlichung ist die richtige Bewertung von Gebäuden.
Die FMA betont, dass eine korrekte Gebäudeschätzung die Grundlage für einen optimalen Versicherungsschutz bildet. In der aktuellen Ausgabe erläutert ein Gebäudeschätzer deshalb auch den entsprechenden Bewertungsprozess.
Das Thema ist für Eigentümer von unmittelbarer Bedeutung. Schließlich soll der Versicherungsschutz im Ernstfall zur tatsächlichen Situation des Gebäudes passen.
Umbauten, Erweiterungen oder andere wertrelevante Veränderungen können deshalb eine Überprüfung des Versicherungsschutzes erforderlich machen.
Naturgefahren werden zum volkswirtschaftlichen Thema
Die Zahlen machen deutlich, dass Feuer- und Elementarschäden weit über einzelne Versicherungsfälle hinausgehen.
Wenn Vermögenswerte von 31,9 Milliarden Franken gegen entsprechende Gefahren versichert sind, betrifft das einen erheblichen Teil der wirtschaftlichen Substanz des Landes. Die FMA spricht deshalb ausdrücklich von einer hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung.
Hinzu kommt die besondere geografische Situation Liechtensteins. Überschwemmungen, Sturm, Hagel, Lawinen, Schneedruck, Steinschlag oder Erdrutsche gehören zu den Risiken, die das Versicherungssystem berücksichtigen muss.
Dabei sollte aus den Zahlen für 2025 allerdings nicht vorschnell auf eine generelle Zunahme von Naturkatastrophen geschlossen werden. Die aktuelle Veröffentlichung zeigt die Schadenverteilung eines Geschäftsjahres und weist darauf hin, dass Sturmwind bereits in den Vorjahren die häufigste Ursache für Elementarschäden war.
Sturm häufig – Feuer besonders teuer
Unter dem Strich ergibt sich für 2025 ein interessantes Bild: Sturmwind war mit 125 Fällen die häufigste Ursache bei den Naturereignissen. Bei der Feuerversicherung führte Blitzschlag mit 16 von insgesamt 95 Schäden die Statistik an.
Finanziell dominierten jedoch die Feuerschäden. Von insgesamt rund elf Millionen Franken Schadenzahlungen entfielen 8,4 Millionen Franken auf Feuer und 2,6 Millionen auf Elementarereignisse.
Besonders bemerkenswert bleibt dabei, dass die Zahl der Schadenereignisse gegenüber dem Vorjahr zwar zurückging, die ausgezahlte Schadenssumme aber dennoch zunahm.
Für Versicherte steckt darin eine wichtige Erkenntnis: Nicht die Häufigkeit allein entscheidet über die finanziellen Folgen eines Schadenjahres. Ein einzelnes schweres Ereignis kann erheblich mehr kosten als zahlreiche kleinere Schäden.
Und angesichts versicherter Werte von 31,9 Milliarden Schweizer Franken wird deutlich, warum Feuer- und Naturgefahren für das kleine Liechtenstein nicht nur ein Thema einzelner Hausbesitzer sind, sondern eine Frage von erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung.
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