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Stiftung Warentest 4,90 Euro um einen Artikel zu lesen ist das nicht Unverschämt?

qimono (CC0), Pixabay
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Stiftung Warentest genießt seit Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf. Für viele Verbraucher war und ist „Test“ eine der wenigen Institutionen, denen man wirklich vertraut. Unabhängig, kritisch, verbrauchernah – genau dafür wurde die Stiftung einst gegründet. Finanziert auch mit öffentlichen Mitteln und mit dem klaren Anspruch, Verbraucherschutz für alle zugänglich zu machen.

Doch genau deshalb sorgt ein Preis von 4,90 Euro für einen einzelnen Artikel inzwischen bei vielen Menschen für Kopfschütteln.

Natürlich kostet guter Journalismus Geld. Recherchen, Produkttests und unabhängige Analysen entstehen nicht kostenlos. Dass Qualität finanziert werden muss, steht außer Frage. Aber genau an diesem Punkt beginnt die Diskussion: Wo endet notwendige Finanzierung – und wo beginnt der Eindruck, Verbraucher finanziell auszuschließen?

Denn man darf nicht vergessen, für wen Stiftung Warentest ursprünglich gedacht war: für den normalen Bürger. Für Familien, Rentner, Geringverdiener und Verbraucher, die gerade nicht mehrere hundert Euro im Jahr für Abos, Premiumzugänge und Bezahlschranken ausgeben können.

Gerade diese Menschen müssen heute jeden Euro zweimal umdrehen. Viele wissen nicht mehr, wie sie bis zum Monatsende kommen sollen. Energiepreise, Lebensmittelkosten, Mieten und Versicherungen steigen seit Jahren. Und genau diesen Verbrauchern sagt man nun:
„Die Information, die euch helfen soll Geld zu sparen, kostet erst einmal 4,90 Euro.“

Das wirkt zumindest widersprüchlich.

Denn wer finanziell gut aufgestellt ist, zahlt solche Beträge problemlos. Doch der Verbraucher mit kleinem Einkommen überlegt sich dreimal, ob er fast fünf Euro für einen einzelnen Artikel ausgibt. Damit entsteht zwangsläufig die Frage:
Schließt man genau jene Menschen aus, die unabhängige Verbraucherinformationen eigentlich am dringendsten benötigen?

Hinzu kommt ein psychologischer Effekt. Viele Bürger wissen, dass Stiftung Warentest teilweise staatlich finanziert wird. Deshalb entsteht schnell der Eindruck:
„Warum muss ich dann noch einmal extra zahlen?“

Ob dieser Eindruck fair ist oder nicht, spielt dabei fast keine Rolle – denn öffentliche Wahrnehmung entscheidet über Vertrauen. Und genau hier bewegt sich Stiftung Warentest zunehmend in einem sensiblen Bereich.

Die Stiftung sollte deshalb sehr genau prüfen, ob ihre Preisstrategie noch mit ihrem ursprünglichen gesellschaftlichen Auftrag vereinbar ist. Verbraucherschutz darf nicht zu einem Luxusprodukt werden. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müsste der Zugang zu unabhängigen Informationen eher leichter und günstiger werden – nicht teurer.

Denn am Ende lebt die Glaubwürdigkeit von Stiftung Warentest nicht nur von guten Tests, sondern auch davon, dass Verbraucher das Gefühl haben:
Diese Institution arbeitet wirklich für uns alle – und nicht nur für diejenigen, die sich den Zugang leisten können.

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