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Starmer klammert sich an Amt – Labour sucht bereits die Notausgänge

rachelmatthews7 (CC0), Pixabay
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Nach dem katastrophalen Wahldebakel seiner Labour-Partei versucht Großbritanniens Premierminister Keir Starmer weiterhin so zu tun, als hätte er alles im Griff. Obwohl Labour bei den Regional- und Kommunalwahlen teilweise pulverisiert wurde und Nigel Farages Reform UK durchs Land marschiert wie ein politischer Räumungsverkauf, erklärte Starmer am Montag tapfer: „Ich übernehme die Verantwortung.“

Praktischerweise allerdings ohne daraus persönliche Konsequenzen abzuleiten.

Dutzende Labour-Abgeordnete hatten zuvor entweder seinen Rücktritt verlangt oder zumindest subtil angedeutet, dass ein Sturz Starmers vielleicht nicht die schlechteste Idee seit Boris Johnsons Gartenpartys wäre.

In seiner Rede warnte Starmer vor „gefährlichen Zeiten“ und „gefährlichen Gegnern“ – gemeint war natürlich Nigel Farage, der inzwischen offenbar jede zweite frustrierte britische Seele eingesammelt hat, die früher einmal Labour oder die Tories gewählt hatte.

Farage sei ein „Betrüger“, erklärte Starmer. Das Problem: Ein großer Teil der Wähler scheint Betrügern inzwischen deutlich mehr zuzutrauen als Labour.

Politisch bot der Premierminister dabei ungefähr so viel Neues wie ein lauwarmer Teebeutel. Laut BBC fehlte jede erkennbare neue Strategie, jede Vision und eigentlich auch jeder Hinweis darauf, warum man ihn weiter im Amt behalten sollte.

„Natürlich haben wir Fehler gemacht“, sagte Starmer, um unmittelbar danach zu erklären, dass man bei den wichtigen Entscheidungen eigentlich richtig gelegen habe. Die klassische britische Variante von: „Es läuft katastrophal, aber im Prinzip hervorragend.“

Einen Rücktritt werde er dem Land „nicht antun“, erklärte Starmer weiter. Eine Aussage, die innerhalb der Labour-Partei teilweise als Drohung verstanden wurde.

Besonders unerquicklich für Starmer: Selbst Parteifreunde verlieren inzwischen sichtbar die Geduld. Die Labour-Abgeordnete Catherine West forderte den Premier offen dazu auf, einen Zeitplan für seinen Rückzug vorzulegen – gewissermaßen eine höflich formulierte politische Sterbebegleitung.

Andere Labour-Abgeordnete warnten bereits vor „Chaos“, falls Starmer im Amt bleibe. Was bemerkenswert ist, weil Labour aktuell bereits aussieht wie eine WG-Küche nach drei Wochen Festivalurlaub.

Im Hintergrund werden mögliche Nachfolger gehandelt: Andy Burnham, Angela Rayner, Wes Streeting oder vermutlich auch jeder halbwegs funktionierende Wasserkocher mit Gewerkschaftsbuch.

Besonders bitter: Während Labour versucht herauszufinden, wer eigentlich noch die Parteikasse besitzt, feiert Nigel Farage mit Reform UK historische Zugewinne. Die Partei gewann bei den Kommunalwahlen mehr als 1400 Sitze und verwandelte weite Teile Englands in eine Art politisches Experimentierfeld für Wutbürger.

In Wales – jahrzehntelang Labour-Stammland – landete die Partei nur noch auf Platz drei. Hinter Nationalisten. Und hinter Farage.

Starmer reagierte darauf mit der Ankündigung, Großbritannien wieder „ins Herz Europas“ führen zu wollen. Ein mutiger Plan in einem Land, das sich seit Jahren schon über funktionierende Zugverbindungen innerhalb der eigenen Insel freut.

Immerhin erschien Starmer bei seiner Rede ohne Sakko und Krawatte. In Labour-Kreisen gilt das bereits als umfassender Reformkurs.

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