Die stark steigenden Benzinpreise sorgen nicht nur bei Autofahrern für Frust. Auch viele Tankstellenbetreiber in den USA kämpfen inzwischen mit sinkenden Margen und wachsendem wirtschaftlichem Druck.
Chris Bambury verkauft im kalifornischen Sonoma Valley bereits in vierter Generation Benzin. Seine Familie betreibt dort seit mehr als 100 Jahren Tankstellen. Doch Preise wie derzeit habe er noch nie erlebt, sagt er.
Vergangene Woche kostete eine Gallone Normalbenzin an seinen Tankstellen 6,29 Dollar – umgerechnet rund 1,55 Euro pro Liter. Für Kalifornien gilt das sogar noch als vergleichsweise günstig.
Das Problem: Die Einkaufspreise für Kraftstoff steigen deutlich schneller als viele Betreiber ihre Verkaufspreise anpassen können. Gleichzeitig erhöhen sich weitere Kosten wie Kreditkartengebühren, Lieferkosten und Löhne.
„Wir wollen die Preise nicht zu schnell erhöhen und Kunden verlieren“, sagt Bambury. „Niedrigere Preise sind besser für alle.“
Doch auch Tankstellen müssten Gewinn machen, um zu überleben. „Wir können nicht dauerhaft mit Verlust Benzin verkaufen“, erklärt er.
Ähnliche Sorgen gibt es auch an der Ostküste. Der Tankstellenbetreiber Harry Singh aus New Jersey denkt inzwischen darüber nach, den Kraftstoffverkauf ganz einzustellen und sich nur noch auf seine Werkstatt zu konzentrieren.
Sollten die Preise noch mehrere Monate auf diesem Niveau bleiben, werde er bei jedem verkauften Liter Geld verlieren, sagt Singh. Viele Kunden tankten inzwischen nur noch kleine Beträge statt den Tank vollzumachen.
Branchenverbände sprechen von einer zunehmend schwierigen Lage. Zwar liegt die Differenz zwischen Großhandels- und Verkaufspreis aktuell bei durchschnittlich 22 Cent pro Gallone. Davon müssen Tankstellen jedoch sämtliche Betriebskosten bezahlen.
Viele Betreiber verdienten derzeit kaum noch Geld oder machten sogar Verluste beim Kraftstoffverkauf, heißt es vom US-Verband der Convenience Stores.
Auch in Minneapolis spürt Tankstellenbesitzer Lonnie McQuirter die Folgen. Wegen wirtschaftlicher Unsicherheit und rückläufigem Verkehr seien die Verkäufe bereits gesunken. Gleichzeitig hätten sich seine Einkaufspreise innerhalb weniger Tage massiv erhöht.
„Wenn die Margen schrumpfen, muss man auf jeden Cent achten“, sagt McQuirter.
Die hohen Spritpreise gelten als Folge des Kriegs mit Iran und der angespannten Lage rund um die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Seit Beginn des Konflikts sind die Kraftstoffpreise in den USA deutlich gestiegen.
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