Wer dachte, Belgien könne die „Furia Roja“ über 90 Minuten ausbremsen, wurde am Ende eines Besseren belehrt. Zwar verteidigten die Roten Teufel leidenschaftlich und setzten mit ihren Kontern immer wieder Nadelstiche, doch Spanien hatte wie so oft mehr Ballbesitz, mehr Geduld – und am Ende eben auch mehr Glück.
Lange sah es danach aus, als würde Belgien den Favoriten in die Verlängerung zwingen. Doch dann kam wieder dieser Mikel Merino. Der Mann scheint Gefallen daran gefunden zu haben, Spiele erst dann zu entscheiden, wenn die Nerven aller Zuschauer längst blank liegen. Schon gegen Portugal der Held – nun erneut der Matchwinner.
Besonders bitter für Belgien: Ausgerechnet Ersatztorhüter Senne Lammens, der kurz zuvor für den angeschlagenen Thibaut Courtois eingewechselt worden war, konnte einen eigentlich haltbaren Distanzschuss nicht festhalten. Merino sagte artig Danke, staubte ab und schickte Spanien ins Halbfinale.
So grausam kann Fußball sein. Eben noch Hoffnung auf die Verlängerung, Sekunden später der Traum geplatzt.
Jetzt wartet mit Frankreich der nächste Brocken. Fußballromantik sieht anders aus – das ist eher ein vorgezogenes Finale. Wenn Spanien dort wieder bis kurz vor Schluss Geduld predigt und Merino erneut als Joker zuschlägt, sollten sich die Franzosen schon mal darauf einstellen, dass die gefährlichste Waffe der Spanier nicht der Ballbesitz ist, sondern die Fähigkeit, genau dann zuzuschlagen, wenn der Gegner glaubt, es geschafft zu haben.
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