Geschlossene Fonds, bei denen Anleger über Unternehmensbeteiligungen in Immobilien, Schiffe, Medien- oder Umweltprojekte investieren, bescheren mehrheitlich Verluste. Das hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, dass die Fonds nicht aktiv an Kleinanleger vertrieben werden dürfen.
Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzen beim vzbv: „Geschlossene Fonds sind hochriskante Produkte und für Privatanleger völlig ungeeignet. Nahezu alle EU-Länder haben das erkannt. Doch Deutschland sieht zu, wie Verbraucher über die Jahre mehrere Milliarden Euro verbrennen, die dringend für die Altersvorsorge gebraucht werden. Das muss ein Ende haben. Geschlossene Fonds dürfen nicht länger aktiv an Privatkunden vertrieben werden.“
Information allein schützt Verbraucher nicht
Problematisch aus Sicht des vzbv: Häufig weckten Vertrieb und Werbung unrealistische Gewinnerwartungen. Zudem werde in der Anlageberatung nur unzureichend über Risiken aufgeklärt, die sich daraus ergeben, dass das investierte Geld über Laufzeiten von bis zu 20 Jahren nicht verfügbar ist. Auch ein Prospekt mit ausführlichen Informationen oder ein vereinfachtes Informationsblatt schütze Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ausreichend vor ungeeigneten Produktentscheidungen.
Die Ergebnisse der Stiftung Warentest belegen, dass seit dem Jahr 1972 nur sechs Prozent der untersuchten geschlossenen Immobilien-, Umwelt-, Schiffs- und Medienfonds ihre Gewinnprognosen erfüllten. Weniger als jeder Dritte erwirtschaftete überhaupt einen Gewinn. Die überwiegende Mehrheit, knapp 70 Prozent, machte dagegen Verluste. Anleger der untersuchten und bereits aufgelösten Fonds verloren insgesamt 4,3 Milliarden Euro. In Aussicht gestellt waren Gewinne von 15,4 Milliarden Euro. Das berichtet der Verbraucherzentrale Bundesverband.
Fazit der Redaktion von diebewertung.de : Hinterher ist man immer Schlauer, dieser Satz hat hier natürlich seine Berechtigung, denn es hat lange gedauert bis auch die Verbraucherzentralen insgesamt auf die Risiken der Fonds hingewiesen hatte, dann aber auch „mit voller Breitseite“. Trotzdem, auch solche Produkte hat der Markt gebraucht, denn Anleger wurden dann Risikobewusster als sie bemerkt haben „es kann auch mal was schiefgehen mit einer Kapitalanlage“. Nicht jedes Investment klappt, egal ob Fonds, Aktie oder Direktinvestment. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
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