Die SolarBond Germany GmbH bewirbt mit den Produkten „SUNInvest 29“ und „SUNInvest 31“ Investitionen in großflächige Solarparks in Mecklenburg-Vorpommern. Anlegern werden festverzinsliche Inhaberschuldverschreibungen mit einer Verzinsung von fünf Prozent pro Jahr angeboten.
Doch eine aktuelle Werteanalyse von Kapitalmarktanalyst Philipp Nerb zeichnet ein deutlich kritischeres Bild. Obwohl der Analyst die grundsätzliche Idee großvolumiger Solarparkprojekte nachvollziehen kann, kommt er am Ende seiner Untersuchung zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Angebote erhalten die Gesamtnote „mangelhaft“ (4).
Genehmigungen angekündigt – Nachweise fehlen weiterhin
Besonders kritisch bewertet der Analyst den Umstand, dass sich die Zielprojekte bereits seit längerer Zeit in Genehmigungsprozessen befinden sollen.
Nach den ihm vorliegenden Informationen hätten die Genehmigungen bereits Ende 2025 vorliegen sollen. Mitte 2026 lägen jedoch weiterhin keine Nachweise über den tatsächlichen Projektfortschritt oder den Stand der baugleichen Vorgängerprojekte vor. Gerade für Anleger, die Kapital langfristig binden, sei diese fehlende Transparenz ein wesentliches Risiko.
Vorgängerprojekte ohne belegbaren Fortschritt
Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der in der Analyse mehrfach angesprochen wird: Zwar verweist der Anbieter auf bereits aufgelegte Vorgängeremissionen, belastbare Informationen über deren tatsächlichen Entwicklungsstand seien jedoch nicht verfügbar.
Auch wenn dem Analysten keine Verzögerungen bei den Zinszahlungen bekannt seien, fehle ein objektiver Nachweis darüber, wie weit die Projekte tatsächlich fortgeschritten sind.
Vertrieb ebenfalls unter Druck
Nicht nur die Projektentwicklung sieht der Analyst kritisch. Auch der europaweite Vertrieb wird thematisiert.
Für den Vertrieb ist nach den Angaben die Largamus Financial GmbH verantwortlich. Gleichzeitig verweist die Analyse darauf, dass die Unternehmensgruppe, der Largamus zugerechnet werde, mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen konfrontiert sei. Ob der europaweite Vertrieb tatsächlich noch in dem beschriebenen Umfang aktiv sei, lasse sich nach Angaben des Autors nicht feststellen.
Kommunikation bleibt aus
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Kommunikation des Emittenten.
Der Analyst führt ausdrücklich aus, dass auf Fragen im Rahmen seiner Untersuchung keine Reaktion des Anbieters erfolgt sei. Gerade bei Kapitalanlagen, die auf langfristiges Vertrauen angewiesen sind, kann eine fehlende Kommunikation die Unsicherheit potenzieller Investoren zusätzlich erhöhen.
Konzentration der Verantwortung
Als weiteres Risiko nennt die Analyse das sogenannte Schlüsselpersonenrisiko. Wesentliche Entscheidungen seien auf wenige Personen konzentriert. Gleichzeitig würden Anleger über Inhaberschuldverschreibungen investieren und hätten keinerlei Einfluss auf die Projektentwicklung.
Damit sei das Vertrauen in die handelnden Personen ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Investments.
Fazit der Analyse
Die Schlussfolgerung des Analysten fällt ungewöhnlich deutlich aus.
Zwar erkennt er grundsätzlich Chancen im Bereich großvolumiger Solarparkentwicklungen an. Entscheidend sei jedoch, dass wesentliche Nachweise über Genehmigungen, Projektfortschritte und den Status früherer Emissionen fehlen.
Gerade diese fehlende Transparenz führe aus seiner Sicht zu einem erheblichen Planungs- und Vertrauensrisiko für Anleger. Deshalb bewertet Philipp Nerb die Angebote „SUNInvest 29“ und „SUNInvest 31“ insgesamt mit „mangelhaft“.
Für interessierte Investoren bedeutet dies vor allem eines: Vor einer Investitionsentscheidung sollten die behaupteten Projektfortschritte, Genehmigungen sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Vorgängerprojekte sorgfältig geprüft und durch aktuelle Unterlagen belegt werden.
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