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Shearer warnt: England sucht unter Tuchel noch immer nach der richtigen Balance

jorono (CC0), Pixabay
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Trotz des souveränen Gruppensiegs bei der Fußball-Weltmeisterschaft sieht England-Legende Alan Shearer noch erheblichen Verbesserungsbedarf bei der Mannschaft von Thomas Tuchel. Vor dem Sechzehntelfinale gegen die Demokratische Republik Kongo sei vor allem eines offensichtlich: Die „Three Lions“ hätten ihre beste Formation noch längst nicht gefunden.

In seiner BBC-Kolumne schreibt Shearer, dass Tuchel nach drei WM-Spielen weiterhin nach der optimalen Besetzung auf den Außenbahnen suche. Allein auf den Positionen der Außenverteidiger und Flügelspieler habe der Bundestrainer bereits neun verschiedene Kombinationen ausprobiert.

Fehlende Stabilität

Vor allem die Defensive bereitet dem früheren Nationalstürmer Sorgen. England habe in allen drei Gruppenspielen unnötige Chancen zugelassen und wirke bei gegnerischen Angriffen häufig ungeordnet.

Verletzungen hätten Tuchel zwar zu einigen Umstellungen gezwungen, dennoch fehle bislang die defensive Stabilität, die erfolgreiche Turniermannschaften normalerweise auszeichne.

„Je weiter England kommt, desto stärker werden die Gegner. Solche Fehler werden dann konsequent bestraft“, warnt Shearer.

Die Führungsspieler liefern

Positiv bewertet der Rekordtorschütze der englischen Nationalmannschaft dagegen die Leistungen einiger Schlüsselspieler.

Besonders Elliot Anderson habe gegen Panama überzeugt. Jude Bellingham sei erneut der überragende Akteur gewesen und habe mit seinem Führungstor den Weg zum Sieg geebnet. Auch Harry Kane habe wieder seine Torjägerqualitäten unter Beweis gestellt.

Gemeinsam mit Jordan Pickford und Declan Rice bilde dieses Quintett das stabile Gerüst der Mannschaft.

Mehr Gefahr über die Flügel gefordert

Offensiv sieht Shearer ebenfalls noch Luft nach oben. England habe sich im Spiel gegen Panama zu selten konsequent über die Außen durchgesetzt. Die Hereingaben von Marcus Rashford und Bukayo Saka seien häufig nach innen gezogen worden und dadurch leicht zu verteidigen gewesen.

Deutlich gefährlicher werde das englische Spiel seiner Meinung nach, wenn die Flügelspieler bis zur Grundlinie durchbrechen und scharfe Flanken in den Strafraum schlagen – so wie vor Harry Kanes Treffer.

Nächster Prüfstein wartet

Im K.-o.-Spiel gegen die Demokratische Republik Kongo erwartet Shearer einen ähnlichen Spielverlauf wie zuletzt gegen Ghana oder Panama. Der Gegner werde tief verteidigen und auf Konter setzen.

England müsse deshalb zeigen, dass es aus den bisherigen Auftritten gelernt habe. Gleichzeitig fordert Shearer endlich mehr Konstanz in der Viererkette.

Trotz aller Kritik bleibt der ehemalige Stürmer optimistisch. Er geht davon aus, dass England das Achtelfinale erreichen wird. Soll der Traum vom WM-Titel jedoch Realität werden, müsse Thomas Tuchel seine ideale Mannschaft nun möglichst schnell finden – vor allem in der Defensive.

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