Mit der Verurteilung von Rex Heuermann erreicht einer der bekanntesten Serienmordfälle der jüngeren US-Geschichte seinen vorläufigen Abschluss. Der New Yorker hatte im April 2026 gestanden, acht Frauen auf Long Island zwischen 1993 und 2010 ermordet zu haben.
Am 17. Juni soll das Strafmaß verkündet werden. Heuermann drohen mehrere lebenslange Freiheitsstrafen ohne Möglichkeit auf Bewährung sowie weitere Haftstrafen, die insgesamt einem lebenslangen Gefängnisaufenthalt entsprechen.
Die Opfer
Heuermann bekannte sich zu den Morden an:
- Melissa Barthelemy (24)
- Megan Waterman (22)
- Amber Costello (27)
- Maureen Brainard-Barnes (25)
- Jessica Taylor (20)
- Sandra Costilla (28)
- Valerie Mack (24)
Außerdem gestand er die Tötung von Karen Vergata (34), deren Tod lange ungeklärt geblieben war.
Da der Bundesstaat New York die Todesstrafe bereits 2004 für verfassungswidrig erklärte, kommt für Heuermann keine Hinrichtung infrage.
Der „Gilgo Beach Killer“
Die Ermittlungen konzentrierten sich auf das Gebiet rund um Gilgo Beach auf Long Island. Dort wurden zwischen 2010 und 2011 die sterblichen Überreste mehrerer Opfer entdeckt. Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen und wurde in zahlreichen Dokumentationen behandelt.
Trotz jahrelanger Ermittlungen blieb der Täter zunächst unbekannt. Erst 2022 nahm eine neu gegründete Sonderkommission den Fall erneut auf und erzielte entscheidende Fortschritte.
Durchbruch durch DNA-Spuren
Ermittler konnten Heuermann mit einem Fahrzeug in Verbindung bringen, das von Zeugen beschrieben worden war. Später gelang es ihnen, DNA von einem weggeworfenen Pizzarand sicherzustellen. Diese DNA stimmte mit einer Haarspur überein, die an einem Tatort gefunden worden war.
Daraufhin wurde Heuermann im Juli 2023 vor seinem Architekturbüro in Manhattan festgenommen.
Doppelleben als Familienvater und Architekt
Nach Angaben der Ermittler führte Heuermann über Jahrzehnte ein unauffälliges Leben. Er arbeitete als Architekt in Manhattan und lebte mit seiner Ehefrau und seinen Kindern in Massapequa Park auf Long Island.
Gleichzeitig soll er seine Taten sorgfältig geplant haben. Auf seinem Computer fanden Ermittler Dokumente, die detaillierte Vorbereitungen der Morde beschrieben. Zudem wurden zahlreiche Waffen, gewaltverherrlichende Pornografie und Unterlagen über die Ermittlungen gefunden.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass viele der Morde während der Abwesenheit seiner Familie begangen wurden.
Geständnis nach Jahren des Leugnens
Nach seiner Festnahme hatte Heuermann zunächst jede Beteiligung bestritten. Erst im August 2025 soll er seiner damaligen Ehefrau Asa Ellerup die Taten gestanden haben. Die beiden waren 27 Jahre verheiratet, bevor sie nach seiner Verhaftung die Scheidung einreichte.
Im April 2026 bekannte sich Heuermann schließlich vor Gericht schuldig. Sein Anwalt erklärte, sein Mandant bestreite, weitere Opfer getötet zu haben.
Ein Fall mit langanhaltenden Folgen
Die Morde hinterließen tiefe Spuren in der Region Long Island und beschäftigten Ermittler über mehr als ein Jahrzehnt. Die Verurteilung von Rex Heuermann beendet zwar das Strafverfahren, für die Angehörigen der Opfer bleibt der Fall jedoch eine Tragödie, die ihr Leben dauerhaft geprägt hat.
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